Schicht im Schacht

Vor sieben Jahren, im Februar 2008 um genau zu sein, wurde die Trash-Academy ins Leben gerufen. Anfangs aus einer Schnappsidee (im wahrsten Sinne des Wortes) erdacht, entwickelte sich schnell mehr aus dem Blog, als anfangs erwartet. Denn - um in dieser Richtung kurz auszuholen – eigentlich sollte der Blog „Weizenbier und schlechte Filme“ heißen. Kaum zu glauben, oder?! Wie der Name vermuten lässt, zogen wir uns damals das leckere Gesöff rein und genossen dazu auf Silberscheibe gepresste Schlechtigkeit. Außerdem veranstalteten wir regelmäßig unsere sogenannte DVD-Challenge. Meine Film-Sammlung war bereits groß genug, um ausreichend Auswahl zu bieten und wurde fast wöchentlich erweitert. Wenn wir schon so viel Spaß damit hatten, so meine Intention, dann wollte ich auch anderen davon berichten!

Es war eine unbeschwerte Zeit. Eine Zeit, in der ich mich intensiver mit dem abseitigen Filmen auseinander setzte und tiefer in die Materie eintauchte, als jemals zuvor. Ich stolperte über vergessene Perlen, knüpfte interessante Kontakte und erweiterte stetig meinen Horizont. Meine Streifzüge über Filmbörsen förderten jedes Mal ungeahnte Schätze in mein Filmregal (und ließen meinen Kontostand regelmäßig gegen Null wandern).

Über den Namen wurde bei einer bierseligen Runde diskutiert. Mehrere Namen wurden von mir in den Raum geworfen und schließlich stand der Entschluss fest: Die Trash-Academy war geboren. Die Idee zum Maskottchen, dem fiesen Zimbelaffen, entstand nebenher. Ich könnte jetzt die ganze Anekdote erzählen, aber das würde den Rahmen sprengen. Nennen wir es einfach einen glücklichen Zufall, dass alles zusammen fiel und wir auf das einzigartige Gimmick mit dem grinsenden Äffchen gekommen sind!

So wuchs der Inhalt des Blogs und fast täglich wurden neue Trailer, kurze Reviews, Zitate oder lustige Links präsentiert. Ob Kino-, Action- oder reinrassige Trashfilme – über alles wurde geschrieben. Sogar ein paar Specials entstanden dabei (unter anderem das Firefly- und Nummer-6-Special). Ganz vorne weg waren anfangs auch sämtliche Seagal-Filme. Der Aikido-Moppel hatte es mir aus unerfindlichen Gründen angetan und ich hatte mir fest vorgenommen, über jeden seiner Filme etwas zu schreiben… tja, was soll ich sagen… hat nicht geklappt! Dafür brachte es der Blog bis August 2014 auf sage uns schreibe 188 Reviews.

Jedenfalls tut sich im Moment nicht mehr sehr viel. Das hat nichts damit zu tun, dass ich mein Interesse am abseitigen Film verloren hätte – nein, ganz bestimmt nicht – viel mehr hat dies verschiedene Ursachen. Ganz vorne mit dabei ist der Faktor Zeit! Schreibzeit, Freizeit, veränderte Zeit… Nicht nur, dass sich die anderen Mitglieder bereits vor Jahren von ihren Blog-Aktivitäten zurückgezogen haben, auch mir fehlt schlicht die Zeit, mich regelmäßig um neue Beiträge zu kümmern. Auch meine knappe Freizeit geht längst für mehr als nur ein Hobbie drauf. Nach wie vor jage ich noch seltenen Filmen hinterher und sauge allerhand Informationen zu dem Thema auf, aber nebenher gibt es so viel mehr, das mir wichtig geworden ist.
Also habe ich einen folgenschweren Entschluss gefasst:
Ich werde den Blog nicht weiterführen!
Von heute auf morgen einfach alles hinschmeißen werde ich allerdings auch nicht! Ich habe mächtig viel Energie in all die vielen Beiträge gesteckt und war immer stolz auf meine Arbeit. Deswegen habe ich mir ein persönliches Abschlussprojekt auf die Fahne geschrieben:

Der Blog in Buchform!

Ja, richtig verstanden, ich werde den gesamten Inhalt der Trash-Academy in einem Buch zusammentragen und drucken lassen. Ein paar Beiträge hab ich bereits überarbeitet und werde mich in den nächsten Monaten Stück für Stück durch den gesamten Blog arbeiten. Naja, fast den gesamten… Trailer abdrucken macht wenig Sinn…

Ob ich das Buch am Ende nur für mich selbst mache oder sich in der (vielleicht doch existenten) Stammleserschaft weitere Interessenten finden, ist mir ehrlich gesagt egal. Würde mich natürlich freuen, wenn jemand Interesse anmeldet, generell betrachte ich das aber als mein persönliches Projekt, um diesen kleinen Lebensabschnitt abzuschließen. 
Soweit von mir zum aktuellen stand der Dinge.
Weitere Infos folgen.

Trash für die Wissenschaft

 
Unglaublich aber wahr - es wird eine Studie vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik zum Thema "Trash-Film" durchgeführt.


Nachfolgend ein Auszug zur Info:
"[...]für ein Forschungsprojekt am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, das sich mit der Ästhetik des Trashfilms auseinandersetzt, [wurde] ein Online-Fragebogen entwickelt, der dazu dient, einerseits die mit dem Label „Trash“ verbundenen Bewertungen zu ermitteln, andererseits die medialen Gewohnheiten insbesondere von Trashfilm-Fans festzuhalten.

Der Erfolg der Studie basiert natürlich wesentlich darauf, dass genügend Teilnehmer bei der Umfrage mitmachen - insbesondere solche, die eine ausgeprägte Affinität zu Trash–Filmen haben. [Jeder ist daher] herzlich einladen, an der Umfrage teilzunehmen [...].


Das ganze Projekt ist rein wissenschaftlich und verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen. Die Teilnahme und Auswertung erfolgen selbstverständlich vollständig anonym. Es dauert ungefähr 15 Minuten, alle Fragen zu beantworten. Als Dank für die Teilnahme besteht die Möglichkeit, an einer Gutscheinverlosung teilzunehmen.


Also Leute!
Jeder sog. Trash-Fan sollte bei dieser Umfrage ruhig mal mit machen.
Die Ergebnisse dürften mehr als interessant werden.
 

Phantom Raiders

http://www.ofdb.de/film/18658,Phantom-Raiders---Tod-dem-schwarzen-Skorpion
(für mehr knallige Infos klicke aufs Cover)

Release: 1988


Versuchen wir heute mal was anderes. Weil ich keine Luste habe, mir einen halbwegs qualifizierten Text aus den Fingern zu jodeln, werde ich nachfolgend meine Notizen zu dem Streifen in die Tastatur hämmern (etwas aufbereitet). Viel Spaß!

Heute gibts "Phantom Raiders" auf DVD vom Qualitäts-Label "Starlight Film" (Stichwort: Oliver Krekel!). Bekannte Darsteller? Falls jemand Miles O'Keeffe und Mike Monty als 'bekannt' bezeichnet, dann ja.

Noch bevor der erste Name im Bild zusehen ist, werden schon ca. 2000 Schuss Munition verballert. Als Freund dieser Filmchen fühle ich mich sofort zu Hause. Nach diesem Anfangsscharmützel wird der angreifende amerikanische Aufklärungstrupp jedoch gefangen genommen  und ins Lager von Colonel Marschall (what a name) bebracht. Der Colonel ist nicht amüsiert und eins kann der Mann aka Mike Monty (bekannt aus unendlich vielen Nebenrollen in Dschungel-Trashern): Grimmig gucken! Ein bißchen öffentliche Folter schadet nie und stärkt die Truppenmoral, denkt er sich und dezimiert die Überlebenden in spielerischer Art und Weise auf Null.
Mike Monty in der Ober-Strohhütte
Wo sind wir eigentlich? Ach ja, auf den Philippi... äh... in Vietnam... natürlich! Vom Ausbildungslager im philippin... pardon... vietnamesischen Dschungel knippst derweilen ein Fotograf ein paar hübsche Fotos. Gibt ja auch viel zu sehen in dem Camp: Kampftrainingsplätze, Hochsitze aus Stroh, Strohhütten, Strohhüte und Seilbahnen... aus Stroh! Natürlich wird der Fotomann entdeckt und nach einer kurzen Hatz durchs Grün erlegt, gefangen genommen und noch mal erlegt. Glücklicherweise kann seine Begleiterin fliehen und übergibt den Film den Behörden. Welchen ist egal... Behörden halt... mit hohen Tieren, die in Büros mit lustiger Tapete rumhängen und wichtige Aufträge verteilen.
Wunderschöne Innenausstattung: Büro der geheimen US-Behörde
Auftritt Miles O'Keeffe (bekannt aus den Barbarenkloppern Ator I + II und anderem Schmonz), hier genannt Python. Es stellt sich heraus, dass Colonel Maschall zu den Kommunisten übergelaufen ist und nun ausgeschaltet werden soll. Python soll ein paar alte Veteranen reaktivieren und der Sohn den Colonels ist auch mit von der Partie. Python guckt ein paar mal mächtig bedeutungsvoll in das Dossier, nickt und geht wieder.

Seine alten Kollegen haben allerdings nichts besseres zu tun, als mit zwielichtigen Mexikanern noch zwielichtigere Drogengeschäfte zu machen. Geht auch prompt schief und Python muss die Jungs raushauen. Dabei trägt er eine ziemlich dämlich aussehende Strumpfmaske. Für richtige Ninja-Kleidung war wohl kein Geld da... ist alles fürs Geballer und die ganzen Feuerbälle und die Strohhütten draufgegangen. Das wird wahrscheinlich auch der Grund gewesen sein, weshalb man kein Geld mehr für passende Darsteller hatte. Die drei Typen sehen so dermaßen fertig aus...  dickbäuchig, abgewrackt, versoffen, schnauzbärtig... also genau die richtigen für ein Himmelsfahrtskommando.

Die drei von der Tankstelle
Geld auf den Tisch und schon sind die Alki-Opas dabei. Doch vor der Mission muss trainiert werden. Am besten Ninja-Style und zu fetziger Synthi-Mukke. Fuji (so heißen bei mir alle Syntheziser-Komponisten) lässt die Keyboardtasten glühen, als die Drei durch den Dschungel hüpfen. Dickbäuchige Ninjas... was ein Anblick. Außer Durch-den-Wald-Renning gibt's noch Ninjasternweitwurf-, Froschhüpf- und Seilschwingwettbewerbe. Dazu gerne oberschlaue Ninja-Sprüche ala "Unterschätz nie die Stärke des Gegners."  Und das wichtigste selbstverständlich: RAUCHBOMBEN!

Danach gehts auch schon ab nach Vietnam. Von den 80 Minuten Laufzeit sind wir jetzt ungefähr bei der Hälfte. Sämtliche Dialoge der erste Hälfte lassen sich übrigens bequem auf einem Bierdeckel unterbringen, aber das nur nebenbei. Ein paar weitere Minuten werden diverse Feindeinheiten im Dschungel lautlos ausgeschaltet . Das Erlernte wird zur Schau gestellt. Eine Sprengfalle hier, ein Hinterhalt da, ein paar Ninjasterne dort. Fröhlich schnetzelt sich der Trupp durch die Reihen der Gegner, die nichts, aber auch wirklich nichts mitkriegen... bis es zu spät ist. Wie an einer Perlenschnurr aufgereiht laufen sie ins offene Messer. Der Bodycount geht jetzt schon durch die Decke und es wurde noch nicht mal geballert.
Noch mehr Feinde?
Dann gehts aber doch los. Magazin um Magazin entleert sich in die heranstürmenden Feinde. Ne, eigentlich nicht. Alles Unendlich-Magazine, wie sich das für so einen Film gehört. Heute im Angebot: 10 Vietcong zum Preis von einem! Eine Salve locker aus der Hüfte haut das fiese Pack gleich dutzendweise um. Manchmal fallen mit einem Schuss sogar zwei Leute um... bestimmt ein alter Ninja-Trick.

Weitere Minuten später. Ich will ja nicht sagen, dass das Geballer irgendwann eintönig wird, aber das Geballer wird irgendwann eintönig. Das dachte sich auch Fuji (siehe weiter oben) und stellt irgendwann sogar den Musikbetrieb ein. Jetzt also nur noch Ratatatatata und KaBoom. Python tut so, als würde er einen Explosiv-Ninjastern schmeißen, obwohl er deutlich sichtbar nichts in der Hand hat und dann fliegt alles in die Luft - faszinierend.
Immer her damit!!!
Wie sich herausstellt, haben die Jungs aber nur ein bißchen Rabatz gemacht. Ein Blick auf die Uhr verrät nämlich, dass nun die Basis angegriffen werden sollte. Dachte ich bei meinem Blick auf die Uhr auch gerade. Gesagt, getan. Dank Luftunterstützung gehen die vielen, vielen, sehr vielen Strohhütten alsbald in großen Feuerbällen auf.
Hoppel-di-Hopp macht der Hase
Oh nein, den ersten Bierbauch hats erwischt. Ist jetzt nicht überraschend, aber trotzdem schade. Wenigstens hat er vorher noch geschätzte 3.498 Feinde mitgenommen. So ne Quote hätte ich gerne mal bei Call of Duty gehabt! Monty erwischt auch den zweiten und dritten (das ist nicht wirklich ein Spoiler bei einem Film dieser Güteklasse), wird jedoch angeschossen und flüchtet. Sohnemann nimmt die Verfolgung auf. Wird er seine Mission ausführen, seinen eigenen Vater abknallen und damit seinen Vaterkomplex besiegen? Oder werden sie gemeinsam als Vater und Sohn über die Phil... ehm... Vietnam herrschen?  Diese Dramatik, diese Spannung... kaum auszuhalten... Natürlich verkackt er grandios und Python muss mal wieder den Tag retten. ENDE!

Fazit:
Phantom Raiders ist in gewisser Weise schon eine einzigartige Erfahrung. Der Streifen schafft es tatsächlich, einen Großteil der Laufzeit  mit Dschungelballereien zu füllen. Und damit meine ich jetzt nicht, nur so die letzte halbe Stunde im Finale - nein - damit meine ich, dass in ca. 80 Minuten ca. 70 Minuten (!) die Mündungsrohre der MG's glühen und der Dschungel mit zahlreichen Explosionen gerodet wird! Ohne scheiß, in dem Film wird so wenig gesprochen und so viel geballert, dass ist schon nicht mehr feierlich. Der (völlig unpassende und sich selbst disqualifizierende) Klappentext meint dazu: Spektakuläre Stunts und grandiose Effekte versprechen sagenhaften Filmgenuß pur. Das mitreißendste Action-Kino seiner Zeit. *hahaha* Ich lach mich kaputt... na, wenigstens hab ich gelacht! 4 Köppe von Fans für Fans

Der letzte amerikanische Soldat


http://www.ofdb.de/film/3571,The-Last-American-Soldier
(für mehr knallige Infos klicke aufs Cover)
Release: 1987

Italien + Philippinen + Action = Vietnam-Trasher – Schrägstrich – fieses Rambo II Ripoff

Roger Craig (Craig Alan) – nur „Der Commander“ genannt – plagt sich nach Ende des Vietnamkrieges mit leichten posttraumatischen Störungen. Und wie lassen sich traumatische Erlebnisse am besten verarbeiten? Genau! DURCH NOCH MEHR KRIEG!!! Mit einer kleinen Einheit ist der Commander also weiter im Dschungel unterwegs, greift die Versorgungstransporte der Vietcong und Russen an und befreit Kriegsgefangene am laufenden Band. Ist er gerade mal nicht auf einer Vernichtungs- oder Rettungsmission, haust er mit den Befreiten in einem kleinen Strohhütten-Dörfchen und plant zusammen mit seiner schwangeren Frau die Rückreise in die US of A.
Den bösen Schlitzaugen und bösen Russen ist der Commander natürlich ein Dorn im Auge. Nach einigen Folterungen erfahren sie, wo sich die Basis des Commanders befindet und führen einen Gegenschlag durch. Das eine solche Aktion den Zorn des Commanders heraufbeschwört, ist wohl klar. Die Rache-Party kann also steigen!

Es lacht im Dschungel… eh, es kracht! Damit ist eigentlich alles gesagt. Naja, fast alles.

Verbrochen hat dieses dummdreiste Rambo-II-Ripoff ein gewisser Ignazio Dolce, der direkt im Anschluss die Philippinen-Klopper „Bye Bye Vietnam“ und „Leathernecks“ verschuldete, um anschließend wieder in der Versenkung zu verschwinden. Ähnliches lässt sich auch über den Hauptdarsteller Craig Alan sagen. Seine Filmvita ist sogar fast noch kürzer. Dazu verfügt Craig mit stoppeligem Doppelkinn und schwitziger Kletschmatte über die Ausstrahlung eines versifften Spülschwamms und über das schauspielerische Talent eines Steins. Mit stumpfem, immer gleichem Gesichtsausdruck glotz er in die Gegend und brabbelt unpassende Dialoge von Papptafeln ab. Damit reiht er sich allerdings prima in die Riege der übrigen Pappkameraden ein, die hier durch den Dschungel stampfen.
Handlung sucht man natürlich vergebens. Fast könnte man schon von einem trashigen Italo-Remake von Rambo II sprechen, so dreist wird hier geklaut. Die Meuchelungen in der Anfangssequenz sind eins zu eins übernommen und auch sonst erinnern viele Szenen an das große, niemals auch nur ansatzweise erreichte Vorbild. Sogar eine abschließende Verfolgungsjagd per Helikopter gibt es, die zugegeben sehr spektakulär endet.
Unterhaltsam ist der Streifen aber dennoch. Da wäre zum einen die bereits erwähnte totale Talentwüste aller Beteiligten. Vor allem Craig Alan als Hauptdarsteller ist wie schon angedeutet ne ziemlich Wurst und überzeugt höchsten mit seinem Talent für unfreiwillige Komik. Schön bescheuert sind auch die teils arg deplatziert wirkenden Dialogen, welche zwar bierernst gemeint sind, aber völlig lächerlich rüberkommen. Dieser Umstand sorgt immer wieder für zahlreiche Schmunzler während der 90minütigen Sichtung. Oscarverdächtig auch die Sterbeszenen und Craigs Reaktionen darauf… so doof, das kann man kaum beschreiben. Dramatik also für'n Arsch! Unfreiwillige Komik regiert hier die Dschungel-Party.
Zum anderen hatte Dolce offenbar ein vernünftiges Budget zur Verfügung. Bei Antonio Margheriti in die Lehre gegangen, konnte er damit auch gut was anfangen. Konvois, Strohhütten, Helikopter, Boote oder Jeeps verwandeln sich im Minutentakt in riesige Feuerbälle. Davor drehen böse Soldaten  formschöne Pirouetten oder lassen sich blutig niedermähen. Die Magazine der MGs haben Unendlich-Magazine und treffen auch locker aus der Hüfte geschossen immer ihr Ziel. Am Ende hat der Commander sogar eine Dreifach-Uzi mit Raketenwerfer. Da lacht das Herz des Genre-Fans.
Fazit:
Wenn in den 80igern  italienische Regisseure mit irgendwelchen Noname-Darstellern auf die Philippinen geflogen sind, dann normalerweise um ordentlich die Sau raus zu lassen und größere Landstriche einzuäschern. So auch im vorliegenden Fall. Einheimische werden kurzerhand zu Vietcongs umdekoriert und jedes vorhandene Fahrzeug und jede einzelne Strohhütte mit Benzinbomben ausgestattet. Die Story ist dreist an Rambo 2 angelehnt, ohne an diese schwergewichtige Vorlage heranzukommen. Die bierernst gemeinte Inszenierung ist vor allem eines: unfreiwillig komisch. Daran trägt Hauptdarsteller Craig Alan eine große Mitverantwortung. Fans von trashiger Dschungel-Action werden also definitiv ihren Spaß an dem Schmonz haben – entweder an den zahlreichen, riesigen Feuerbällen oder an der restlichen dümmlichen Inszenierung. Ich hab mich jedenfalls amüsiert! 3 Köppe

Expendables 3

Ein nettes kleines Stelldichein mit Foto-Shooting gönnte sich Sly und seine Truppe.

Dabei sind die folgenden Bilder entstanden.

E3 kommt im August'14 übrigens nur mit einer FSK-16 Einstufung in die Lichtspielhäuser... das ist ziemlich schade, da die Vorgänger schon einiges an brutaler Action zu bieten hatten. Das dahinter pures Marketing steckt ist wohl selbstredend. Zwar steht bestimmt schon eine härtere Langfassung auf Silberscheibe in den Startlöchern, aber auch das weckt eher böse Erinnerungen (z.B. an die kackige Langfassung von Stirb Langsam 4.0), als dass es Vorfreude auslösen würde...

Warten wir's ab... bzw... freuen wir uns einfach auf ein Wiedersehen mit den alten Recken auf der großen Leinwand!
 




 

Ryoshi Shupigeru

Schon vor einiger Zeit wurde ich vom Macher höchstpersönlich auf dieses nette Video aufmerksam gemacht: Eine wunderbare Anime-Parodie, die keine Wünsche offen lässt.

Da ist alles drin: Von Dragonball bis Naruto - von SailorMoon bis Pokemon!

Sehr feinfühlig und treffend parodiert!
Und vor allem: Technisch aller erste Sahne!!
Zieht euch das rein!!!



Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah

http://www.ofdb.de/film/3478,Frankensteins-Monster-im-Kampf-gegen-Ghidorah
(für mehr monströse Infos klicke aufs Cover)

Release: 1964

Alternativtitel:
- Ghidorah, the three-headed Monster
- San Daikaiju: Chikyu Saidai no Kessen


Sternschnuppen prasseln auf Tokio nieder. Gleichzeitig wird ein Polizist beauftrag, den Schutz der Prinzessin von Sergina zu übernehmen, da in dem fiktiven Staat ein Putsch droht. Nur wird die Dame auf dem Weg nach Japan von Außenirdischen entführt und ist erst mal spurlos verschwunden. Ebenfalls zur selben Zeit macht sich ein Wissenschaftlicher auf den Weg in die Berge, um einen abgestürzten Meteoriten zu erforschen. Dieser scheint selbstständig zu wachsen und ist mal mehr, mal weniger stark magnetisch.
Wenig später taucht die Prinzessin wieder auf, in der Rolle einer Prophetin von der Venus. Dort löschte einst ein riesiger Drache die Zivilisation aus. Gleiches droht offenbar der Erde, so die Prophezeiung. Ein paar mal versuchen die Schergen aus Sergina die Prinzessin zu töten, doch die Anschläge können vereitelt werden. Während sich die ersten Prophezeiungen erfüllen - Godzilla und Rodan tauchen auf - eilt den Menschen eine der Mothra-Larven zu Hilfe. Sie will sich der Vernichtung der Menschheit entgegenstellen.
Als alle glauben, es könne nicht mehr schlimmer werden, entsteigt dem abgestürzten Meteoriten der Drei-Köpfige Drache Ghidorah und legt Tokio binnen kürzester Zeit in Schutt und Asche. Mothra kann daraufhin Godzilla und Rhodan zu einem gemeinsamen Kampf gegen das Teufelsmonster überreden und so zieht die Gruppe in den Krieg, die Menschheit zu Retten.

Yeah, eine Godzilla-Premiere!
Nummer 5 der Godzilla-Filme gelangte erst 2011 zu einer deutschen Synchronisation. Damit war dieser Film lange Zeit einer von zwei Godzilla-Streifen, die es in der Vergangenheit nicht zu einer deutschen Veröffentlichung brachten. Der Titel, der dem Streifen auch erst 2011 gegeben wurde, ist natürlich als Hommage zu verstehen, jedoch streng genommen nicht ganz okay. Bekanntlich wurden in Deutschland viele Godzilla-Filme aus der Showa-Reihe gerne mal mit dem Namen "Frankenstein" verfeinert. Das passierte vor allem auf Grund der finanziell erfolgreichen Veröffentlichungen der Toho-Klassiker "Frankenstein - Der Schrecken mit dem Affengesicht" (1965) und "Frankenstein - Zweikampf der Giganten" (1966). Im vorliegenden Film vom 1964 hatte sich die Werbetrommel in Form von immer neuen Frankenstein-Titeln aber noch gar nicht zu drehen begonnen.
Sonst gibt es - was die VÖ angeht - allerdings nichts mehr zu meckern. 8Films, welche für die Silberscheibe verantwortlichen waren, haben nämlich hervorragende Arbeit geleistet. Die Farben sind sehr gut aufgearbeitet und die BluRay besticht durch gutes Bild, wenn man bedenkt, dass das Original zum Zeitpunkt der VÖ bereits 47 Jahre auf den Buckel hatte. Sehr gute Arbeit wurde auch bei Synchronisation geleistet, die sich perfekt in die Reihe der weiteren Godzilla-Streifen einreiht. Hätte ich nicht gewusst, dass dieser Film erst seit ein paar Jahren in deutscher Sprache vorliegt, es wäre mir nicht aufgefallen. Ebenfalls beeindruckend fand ich das Zusatzmaterial auf der Scheibe. Dort gibt's nämlich etliche Hinter-den-Kulissen-Aufnahmen zu sehen, die ich in dieser Form und Länge noch nicht zu Gesicht bekommen habe. Top!
Jedenfalls mutiert Godzilla mit diesem Streifen knappe 10 Jahre nach seinem Debüt zum Retter der Menschheit, zum personifizierten Beschützer, zum väterlichen Wächter... Eine Rolle, die er noch für zehn weitere Filme bis 1975 übernehmen sollte. Damit das überhaupt einen Sinn ergab - ich war schon überrascht, dass man sich überhaupt über diese Sinnhaftigkeit Gedanken gemacht hatte - erfanden die Verantwortlichen (Toho-Stammpersonal) das fieseste aller Kaiju-Monster: GHIDORAH! Dieses drei-köpfige Vieh ist die Ausgeburt der Hölle, der Inbegriff des Bösen und einer der beliebtesten Kaijus (nach Godzilla). Letzteres gilt auch für mich: Wann immer King Ghidorah auftaucht, da ist Zerstörung und Action und Party angesagt.
Von wegen Sinnhaftigkeit: die Story ist wirklich mehr als Gaga... ist natürlich in späteren Godzilla-Kloppern auch der Fall. Hier habe ich diese Tatsache allerdings ziemlich extrem wahrgenommen, wahrscheinlich auf Grund der Erstsichtung. Allerdings ist die Ausstattung im Gegensatz zu den Vorgängerfilmen exzellent und auf einem noch höheren Niveau. Die Monster-Kloppereien machen Spaß, auch wenn die "Unterhaltung" von Godzilla, Rodan und Mothra etwas befremdlich wirkt. Jun Fukuda nahm diese Idee in "Frankensteins Höllenbrut" nochmals auf, wo das Gespräch zwischen Godzilla und Angilas in der japanischen Fassung in Form von Sprechblasen gezeigt wurde. So ein Unsinn bleibt dem Zuschauer hier zum Glück erspart. Auch legen nun mehr die Monster, als die Menschen Slapstick-ähnliches Verhalten an den Tag, was die zunehmende Vermenschlichung der Kaiju's unterstreicht.

Fazit:
Das Genre des Kaiju-Eiga hat mit diesem Film seinen Zenit erreicht und viele, viele Elemente aus nachfolgenden Filmen beruhen auf diesem Werk. Godzilla, der Retter, kämpf mit anderen Monstern zusammen gegen die Gegner der freien Welt. Außerirdische mischen sich ein. Meteore fallen vom Himmel. Godzilla hält ein Plausch mit gleichgesinnten Monstern. Ghidorah kommt und legt alles in Schutt und Asche...
Alle anderen Streifen sollten fortan nur noch ein Aufguss dieses Höhepunktes sein. Keine Frage - manche davon waren deutlich besser und unterhaltsamer, als der vorliegende Film - aber "Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah" legte unstreitig den Grundstein für alle weiteren Teile bis 1975.
Ich persönlich empfand den Kampf gegen Ghidorah, mein Lieblings-Bösewicht-Monster, als großen Spaß. Gerade die völlig bekloppte Story und die albernen Monster waren äußerst unterhaltsam und als Kaiju-Fan bin ich auf meine Kosten gekommen. Wenn es doch immer so einfach wäre... 4 Köppe

Die Rückkehr des King Kong

http://www.ofdb.de/film/3415,&partner=39210
(klicke aufs Cover für mehr monströse Infos)

Release: 1962

Anders als der Titel vielleicht vermuten lässt, beginnt "Die Rückkehr des King Kong" mit der Rückkehr Godzillas. Der war ja bekanntlich sieben Jahr zuvor auf Eis gelegt worden und wird nun von einem U-Boot gefunden. Kaum erwacht, macht sich das Monster auf den Weg an die japanischen Küste. Gleichzeitig hat ein Wissenschaftler auf einer entlegenen Insel spezielle Beeren entdeckt, aus denen sich ein hocheffektives Schlafmittel herstellen lässt. Auf der Insel soll es außerdem einen Riesenaffen geben. Grund: Natürlich Atomtests. Angefixt von der Idee eines eigenen Riesenaffen's schickt der Chef eines Pharmakonzern zwei seiner Mitarbeiter los, Beeren und Monster sicherzustellen.
Und das tatsächlich - das Vieh exisitert. Und ist außerdem extrem scharf auf den Beerensaft. Zu den rythmischen Trommelklängeln der Eingeborenen fällt King Kong in Tiefschlaf und wird von den japanischen Forschern promt per Floß verschifft. Natürlich wird Kong während der langen Überfahrt wach und beschließt, den restlichen Weg bis ans Festland alleine zurück zu legen.
Währenddessen tut Godzilla das, was in seinen letzten zwei Auftritten bereits erfolgreich gemacht hat: Er legt Häuserzeile um Häuserzeile in Schutt und Asche. Als die Monster das erste mal aufeinander treffen, endet das Gerangel noch mit einem Unentschieden, doch die zweite Runde wird folgen. Nachdem noch einmal der Urplot des Riesenaffen aufgegriffen wurde - er schnappt sich eine Frau und klettert ein Gebäude hoch (was gerade mal so groß ist, wie er selbst) - wird King Kong mit Beerensaft eingeschläfert und direkt zu Godzilla geflogen (an Ballons hängend). Die Menschen hoffen, dass sich die beiden Monster gegenseitig vernichten. Tatsächlich endet der Fight damit, dass Godzilla in den Fluten verschwindet und Kong nach Hause schwimmt.
Es war ruhig geworden um Godzilla - nicht zu letzt, weil der Vorgänger "Godzilla kehrt zurück" beim Publikum durchgefallen war. Die Toho-Studios drehten noch ein paar Kaiju-Streifen, aber der große Erfolg wollte sich einfach nicht mehr einstellen. Da kam den Verantwortlichen der amerikanische Produzent John Beck gerade recht. Der suchte nämlich für den Meister des Stop-Motion und Special-Effect Techniker Willis O'Brien ein Studio, welches O'Brien's Idee "King Kong vs. Frankenstein" produzierte. Die Toho-Studios, die zu dieser Zeit eine Finanzspritze gut gebrauchen konnten, griffen natürlich sofort zu und ersetzen Frankenstein (oder Prometheus in Beck's überarbeiteten Version) durch Godzilla. King Kong und Godzilla... das müsste doch  Kohle bringen.

Für das Projekt brachte man alte Bekannte an den Start: Ishiro Honda als Regisseur war genauso dabei, wie Tricktechniker Eiji Tsurubaya. Mögliche Probleme wischten sie gemeinsam mit Standart-Kaiju-Produzuent Tomoyuki Tanaka aus dem Weg. King Kong wurde einfach größer gemacht, um für Godzilla einen würdigen Gegner darzustellen, und aus Kostengründen wurde auf Stop-Motion-Technik verzichtet (wobei in diesem Film durchaus mit dieser Technik experimentiert wurde, siehe Angriff des Riesenoktopus). Wahrscheinlich wurde aus Kostengründen auch auf eine vernünftige Story verzichtet... Oder aber Honda hatte längst erkannt, dass niemand mehr die Gummimonster ernst nahm. So baute er diverse Slapstick-Einlagen in den Film ein. Nicht nur die Darsteller (der Chef des Pharmakonzerns war ein bekannter jap. Komiker) durften rumblödeln bis zum umfallen, auch die Monster ließen sich zur ein oder anderen albernen Szenen hinreißen.

Wobei sich dies auf den Film nicht negativ auswirkt. King Kong vs Godzilla ist ein großer Spaß. All zu große Längen gibt es - abgesehen von den etwas nervenden Szenen auf der Insel (Sing Sang, braun angemalte Japaner, noch mehr Sing Sang, braun angemalte Japaner beim gemeinsamen Schunkeln) - fast keine. Die Zerstörungsorgien von King Kong und Godzilla bestechen wie so oft durch eine wunderbare Detailverliebtheit und der 10 Minütige Endfight gehört zu den Besten in der Showa-Reihe (Godzillafilme bis 1975).

So schön diese Kaiju-Klopper auch ist, so schlimm war das Schicksal des Films in Bezug auf die Veröffentlichung. Produzent Beck nahm Hondas japanische Fassung und kürzte aus dem Gesamtwerk etliche Handlungsszenen heraus, die sich zu sehr mit der japansichen Kultur beschäftigten, weil er dies den Sehgewohnheiten des amerikanischen Publikums nicht zumuten wollte. Dazu fügte er eigene Szene in den Film ein, in denen z.B ein Nachrichtensprecher belangloses Zeugs von sich gibt und die Handlung völlig unnötigerweise zu erklären versucht. Viele andere Szenen, auch die Monsterauftritte, wurden umgeschnitten, entfernt oder durch Eigenproduktionen erweitert. Sogar der geniale Soundtrack von Akira Ifukube wurde vollständig ersetzt. Beck zerschnibbelte Hondas Werk derartig, wie es später nie wieder mit einem Godzilla-Streifen passieren sollte. Leider beruht die Deutsche Fassung auf der US-Fassung, wobei hierzulande offenbar die Sinnlosigkeit vieler ergänzter Szenen erkannt wurde und daraus nochmals 8 Minuten gekürzt wurden. Somit ist die deutsche Fassung zwar erträglich(er), wirklich gut ist aber nur die japanische Fassung. Womit wir beim nächsten Problem wären: Die Veröffentlichungen auf Silberscheibe. Im Grunde kommt für Fans nur die VÖ von Anolis (Kaiju-Classics) in Frage, die allerdings unverschämt teuer ist. In der VÖ von Dynasty gibts zumindest die deutsche Fassung mit Originalmusik und sehr informativen Booklet.


Fazit:
"Die Rückkehr des King Kong" ist ein großer Spaß für Groß und Klein. Kaiju-Fans kommen wir hier voll auf Ihre Kosten. Ja, vielleicht sieht der Gummi King Kong ziemlich dämlich aus und ja, die Handlung und etliche damit verbundene Szenen sind total gaga (King Kong an Ballons). Das weiß Ishiro Honda jedoch durch züge Inszenierung zu kompensieren. Ein bißchen Geblödel hier tun das übrige für den nötigen Unterhaltungswert. Das die Kaiju-Eiga Streifen nur noch dafür gedacht sein würden, war eh längst beschlossene Sache. 4 Köppe für die Schlacht der Gummi-Giganten.



Godzilla und die Urweltraupen

http://www.ofdb.de/film/3416,Godzilla-und-die-Urweltraupen
(für mehr monströse Infos klicke aufs Cover)

Release: 1964

Bei einem verheerenden Unwetter wird ein riesiges Ei an der japanischen Küste angespült. Wohl wissend, dass sich damit ein kleines Vermögen machen lässt, kauft ein raffgieriger Geschäftsmann das sog. Urwelt-Ei von den einheimischen Fischern ab, um gemeinsam mit seinem noch raffgierigerem Partner ordentlich Asche zu machen. Gleichzeitig macht sich auch ein Wissenschaftler zusammen mit einem Reporter und seiner Fotografin an die Erforschung des Ei's. Es stellt sich schnell heraus, dass es von der abgelegenen Insel "Infant Island" stammt, die einst für Atomwaffentests herhalten musste und nun von Mothra beschützt wird. Zu eben dieser Riesenmotte gehört auch das Ei und wird vehement von den Mini-Mädchen-Zwillingen zurückgefordert - ihres Zeichen Sprachrohre, Manager und Freunde von Mothra. Natürlich weigern sich die Raffgeier, das Ei herauszugeben. Noch bevor weitere Verhandlungen stattfinden können, taucht am selben Strandabschnitt Godzilla auf. In gewohnter Manier randaliert her herum, ohne dass das Militär ihm ernsthaft etwas entgegen zu setzen hätte. Als letzte Möglichkeit bleibt nur noch Mothra. Dank herzerwärmender Worte lässt die Motte sich zum Kampf gegen Godzilla überreden. Mit letzter Kraft treibt sie Godzilla ins Meer und stirbt neben ihrem Ei, aus dem prompt zwei Larven schlüpfen. Die machen sich sofort auf den Weg, um der schuppigen Riesenechse den Rest zu geben. Gemeinsam stellen Sie Godzilla auf einer nahen Insel, weben ihn in eine Art Kokon ein und lassen ihn ins Meer plumpsen. Happy End!
Zum dritten mal konnte hier Ishiro Honda für den Regieposten eines Godzilla-Streifens gewonnen werden.  Zuvor hatte er für Toho unter anderem die Kaiju-Klopper "Die fliegenden Monster von Osaka" (1956), "Varan - Monster der Urzeit" (1958) und "Mothra bedroth die Welt" (1961) herunter gekurbelt (abseits der Godzilla-Reihe). Damit war Honda für die Toho-Studios längst zum Stammregisseur für Monsterfilme aufgestiegen. Mit an Bord auch wieder der Miniatur- und Effekte-Verantwortliche Eiji Tsuburaya . Die Musik kam ebenfalls wie gehabt von Akira Ifukube. Aus dieser Richtung also alles Standardmäßig. Die Miniumgebung ist schön detailreich, vor allem die Sturmflut zu Beginn kann sich sehen lassen. Abstriche gibt's allerdings für die Monsterkämpfe. Hier wurde teilweise (wie schon bei "Godzilla kehrt zurück") die Geschwindigkeit erhöht, was arg unnatürlich wirkt. Dazu kommen teilweise sehr heftige, fast schon stroboskopartige Schnitte, was beim Zuschauer höchstens Augenzucken verursacht, als aufbrausende Spannung.
Godzilla selbst tritt hier noch als typisch instinktgetriebene Monster auf - als Plage Japans, so wie er einst von Honda konzipiert war. Jedoch hat er mit einigen Startschwierigkeit zu kämpfen. Zwar sorgt er für Zerstörung aller Art, allerdings eher ungewollt. Den Fernsehturm holzt er um, weil sein Schwanz im Gestänge hängen bleibt. Einen Tempel reißt er ein, weil er etwas ungeschickt einen Graben hinunter rutscht und das Gleichgewicht verliert. Er wirkt fast schlaftrunken, wie er da so durch die Pampas taumelt. Erst als er von der Armee attackiert wird, treibt ihn das zur Weißglut und er macht Rabatz.
Über Mothra als Gegner kann man sich freilich streiten. Für die einen gehört Sie zu den Lieblingen des Kaiju-Universums, für die Anderen ist sie nur eine zottelige Riesenmotte. Ich persönlich gehöre eher zur letzteren Fan-Kategorie, denn mit ein bisschen Flügelgeflatter und Mottenstaub kann das Vieh meiner Meinung nach einem Godzilla nicht wirklich gefährlich werden. Nicht zu letzt wegen der Tricktechnik (ist ja nur ne große Puppe), sehen Mothras frühe Auftritte immer etwas unbeholfen aus. Zumindest war Mothra aber so populär , dass Sie diverse eigene Filme spendiert bekam.
Gleiches gilt übrigens für die "Urweltraupen", die aus dem Ei schlüpfen (uns sich anhören wie Mini-Dampflocks). Knuffig-ekelig, aber ernstzunehmende Gegner? Ach komm, hör auf... die seifen Godzi letztlich nur mit Sprühseide ein und weil der Arme deswegen stolpert und ins Meer fällt, wird das gleich als Sieg verbucht.
Aber das ist nicht das einzige, was den Streifen nur leidlich unterhaltsam macht. "Godzilla und die Urweltraupen" gehört zu den zahlreichen Godzi-Schinken, mit Sing-Sang-Einlage. Hier wird das Mothra-Lied von den Mini-Zwillingen zum Besten gegeben und der sorgt entweder für Ohrenschmerzen oder für fürchterliche Ohrwürmer. Dazu dürfen braun angemalte Japaner als Eingeborene um Pappmaschee-Statuen tanzen und dazwischen stolpern die Darsteller durch eine etwas zu ausgewalzte Handlung, die nicht so recht begeistern will. Im Zusammenhang mit der Handlung ist vielleicht erwähnenswert, dass Honda extra für den westlichen Markt zusätzliche Szenen drehte, in denen das amerikanische Militär einen Angriff auf Godzilla startet. Da die Jungs einen ziemlich jämmerlichen Eindruck machen, stießen diese zusätzlichen Szenen in den USA auf wenig Gegenliebe. Zumindest beugte Honda so dem Phänomen vor, dass die Ami ständig seine Filme umschnitten oder selbstgedrehte Szenen hinzufügten.
Fazit:
Der vierte Godzilla-Streifen, zum dritten mal unter der Regie von Ishiro Honda, ist trotz einiger Schwächen und Langatmigkeiten in der Handlung und den merkwürdig unnatürlich beschleunigten Monsterkämpfen immer noch ein solider Spaß. Deutlich wird bereits die Entscheidung der Toho-Studios, von nun an um die Gunst eines jüngeren Publikums zu buhlen - schön erkennbar in den Mini-Zwillingen, Mothra selbst oder dem Umstand, dass zwei neugeborene Larven den großen, erwachsenen Godzilla besiegen. Hondas versteckten Anspielungen auf Atombombentests, Hiroshima etc. sind höchstens noch Randerscheinungen. Stattdessen bekennt er sich gerne zur Selbstironie und baute zahlreiche humoristische Szenen ein.
Godzilla selbst ist hier übrigens das letzte Mal (jedenfalls bis 1975) in der Rolle des Bösewichtes zu sehen. Seine spitze Schnauze ist bereits runderen Zügen gewichen und die Augenschlitze wurden durch Kulleraugen ersetzt, was ihn wesentlich freundlicher erscheinen lässt. Im nächsten Film wird der Rollenwechsel zum Retter der Menschheit endgültig vollzogen sein. Wohin die Reise gehen wird, ist sowieso schon seit dem Vorgängerfilm "Die Rückkehr des King Kong" klar wie schuppige Kloßbrühe: Hin zum puren Unterhaltungskino.

Godzilla kehrt zurück


http://www.ofdb.de/film/3448,Godzilla-kehrt-zur%C3%BCck
 (für mehr monströse Infos klicke aufs Cover)

Release: 1955

Alternativtitel: Gigantis - The Firemonster

Zwei Wasserflugzeugpiloten beobachten, wie sich auf einer einsamen Insel Godzilla mit einem anderen Monster prügelt. Beide Monster fallen ins Meer und verschwinden. Zurück in der Heimat unterrichten Sie die Behörden und es stellt sich heraus, dass es sich bei dem anderen Monster um Angilas handelte. Offenbar sind beide Monster durch weitere Atombombentests aus Ihrem Tiefschlaf geweckt worden und so ist die Bedrohung für Japan wieder groß. In einer eiligst einberufenen Sitzung guckt man sich die Zerstörungsorgie des ersten Godzillas an und kommt zu dem Schluss, dass es eigentlich keine Verteidigungsmaßnahmen gibt... Außer lustigen Leuchkugeln, die Godzilla weglocken sollen. Das klappt tatsächlich, lockt allerdings Angilas an. Es folgt ein langer Kampf, in dem Angilas unterliegt und von Godzilla gegrillt wird. Die Gummiechse zieht sich daraufhin auf eine eisige Insel zurück. Und weil ja eigentlich keine menschlichen Waffen helfen, greift ihn dort die Airforce an... Ausgerechnet einer der Wasserflugzeugpiloten (der KEINE Waffen an Bord seines Flugzeugs hat), fliegt einen Angriff auf Godzilla, verfehlt ihn und klatscht in den Berg. Die runterrauschende Lawine hält das Monster auf und so wirft die Airforce sämtliche Bomben über den Berggipfeln ab und begräbt Big-G unter Tonnen von Schnee und Eis.
 
Die Kassen der Toho-Studios klingelten und klingelten. Der damals teuerste Film Japans wurde gleichzeitig auch der erfolgreichste. Das hieß für die Verantwortlichen vor allem eines: Eine Fortsetzung musste her und zwar schnell. Lieber hätte sich das Studio noch etwas Zeit nehmen sollen, denn das zweite Spektakel mit Big-G wurde mit der heißen Nadel gestrickt. Eigentlich war Godzilla ja tot... das wird im Film jedoch  kurzerhand ignoriert. Neue Atombomben, neues Monster und das nennt man dann halt auch Godzilla. Honda hatte keine Zeit oder keine Lust, also übernahm ein gewisser Motoyoshi Oda den Regieposten. Eiligst kurbelte er den Monsterstreifen herunter, ohne auch nur Ansatzweise die Qualität von Honda zu erreichen.
Die Handlung in Godzilla-Streifen war ja noch nie wirklich erwähnenswert, aber hier gehts wirklich krude zu. Wissenschaftler debatieren wissenschaftliches Zeugs, das sie offenbar selbst nicht verstehen. Angilus wird mit einem  Kinderbuch über Dinosaurier identifiziert, Piloten ohne Waffen an Bord fliegen todesmutige Angriffe auf Hochhausgroße Monster und am Ende wird Godzilla, der Wolkenkratzer mit der kleinen Kralle umhaut, von der Airforce und Eis - das aussieht wie Kandiszucker - besiegt. Als Zuschauer kann man schwer folgen. Vor allem, weil die Handlung meistens unglaublich zäh und langatmig inszeniert wurde...
Wirklich schlimm wiegt allerdings die Tatsache, dass auch die Monsterkämpfe nicht überzeugen können. Zwar wurden die Miniaturen wieder mit großer Liebe zum Detail erstellt, aber offenbar hatte Regisseur Oda keine Ahnung, wie er mit dem Effekt der Suitmotion umzugehen hatte. Viel zu schnell bewegen sich die Monster. Teilweise ensteht sogar der Eindruck einer gewollten Beschleunigung. Das führt unweigerlich dazu, dass diese Szenen ziemlich albern aussehen... alberner als sowieso schon ;-) Jedenfalls kann man als Zuschauer den Geschehnissen kaum folgen... Zumal Godzilla und Angilas bei Nacht kämpfen und somit noch weniger erkennbar ist... wirklich schlimm...

Kritische Momente, wie sie Honda in seinen Ur-Godzilla-Film eingeflochten hatte, sucht man hier vergebens. Als Zuschauer runzelt man wohl eher die Stirn und fragt sich, was sich Toho bei diesem Schnellschuss gedacht hat. "Godzilla kehrt zurück" war dann auch nicht der erhoffte Kassenschlager - weder in Japan, noch in Ami-Land. Dort wollte man übrigens kein Geld für die Namensrechte ausgeben und benannte Godzilla  kurzerhand in "Gigantis" um.
So hat die Fortsetzung des Gummimonsters letztlich nur zwei positive Eigenschaften zu vermerken: 1. Mit dem auf Eis liegenden Godzilla waren die Türen für eine weitere Monsterschlacht offen. 2. Angilas inspirierte Jahre später die Spieledesigner von Nintendo und so entstand Marios Erzfeind Bowser... true Story!