Double Force

(klicke aufs Cover für mehr Infos)

Originaltitel: Fifty/Fifty
Alternativer Deutscher Titel: Sondereinsatz in der Schlangenbucht
Release: 1993

Es gibt Filme, die schon während ihres Vorspann's (also da wo die Logos und so vorbeifliegen) dem geneigten Actiongenrefan ein fettes Grinsen aufs Gesicht zaubern können. Jedenfalls ging es mir bei "Double Force" so. Scheibe in den Player gelegt, gestartet, geguckt und dann kam dieses Logo...

...und ich dachte mir "Cannon? Alles klar, der Film kann nur geil werden!" Vielleicht waren meine Erwartungen etwas zu hoch, aber alles in allem... aber vielleicht sollte ich bei der Story anfangen!

Alles beginnt mit Ted Striker, der seine gesamte Staffel bei einem Einsatz über Macho Grande verlor und seitdem unter starker Flugangst leidet... NEIN, natürlich nicht, aber der Film geginnt mit Robert Hays. Weil ich jetzt gerade den Namen seines Charakters vergessen habe, werde ich ihn einfach weiterhin Ted Striker nennen, okay?!

Ted Striker führt eine kleine Gruppe von Söldnern auf Gummibooten an, denn sie wollen zusammen den fiesen Diktator von Tengara, ein kleiner Staat in Südostasien, stürzen. Der versklavt nämlich sein Volk und tut generell alles das, was böse Diktatoren in Filmen so machen. Direkt nach der Landung in der Schlangenbucht (haha, da kommt der andere deutsche Titel her) wird der ganze Söldnerhaufen zusammengeschossen. Nur Ted wird am Leben gelassen, denn der Kommandant der gegnerischen Streitkräfte, Jake Wyer (Peter Weller), ist ein alter Söldnerkumpel von Ted. Als sich Jake weigert, seinen alten Freund vor den Augen des Diktators zu erschiessen, raufen sich beide wieder zusammen und flüchten. Fast direkt im Anschluss daran werden die beiden von der CIA auf den Diktator angesetzt. Auf dem Weg zu ihrem Ziel müssen sich die beiden noch mit Rebellen rumschlagen, richten kurzerhand ein Bootcamp für die Leute ein, erfahren dann auch noch, dass der Diktator gemeinsame Sache mit der CIA machen will und am Ende endet alles in einem großen Showdown.

Das Buddydou-Söldner-Dreamteam Weller und Hays... schade, dass die nicht mehr Filme zusammen gedreht haben!

Zum Enstehungszeitpunkt des Films lag die Cannon Group bereits im Sterben und das Studio, dass einst ein garant für action- und pyrotechnische Höchstleistungen war, musste sich in diesen letzten Zügen leider mit weniger Budget begnügen. Das sieht man auch "Double Force", eines der letzten Werke aus dem Hause Cannon, an. Die gerade erwähnten Höchstleistungen sind nämlich nur noch von mittelmäßiger Pracht, von den kostengünstigen indonesischen Kulissen mal abgesehen. Bis auf ein paar kleine Scharmützel wurden alle größeren Knalleffekte in das hintere Drittel geschoben und so muss sich der Zuschauer anfangs mit vermehrten Dialogszenen begnügen.

Ich sage bewusst "begnügen", denn Peter Weller und Robert Hays funktionieren als Buddyduo wirklich großartig. Der eine immer etwas schlauer und spitzfindiger, der andere permanent angepisst und mit zahlreichen zynischen Bemerkungen ausgestattet, können sie einfach keine Situation unkommentiert lassen. Sogar in den brenzlichsten Lagen hauen sie sich noch absolut trockene Sprüche um die Ohren. Das ganze wirkt dermaßen unverfangen und die Schauspieler sind auch generell sehr gut aufgelegt, dass keine Langeweile aufkommen kann und der Film auch bei actionarmen Szenen nicht an Fahrt verliert.

"Jetzt gibbet ordentlich auf die Mütze, du böser Diktator!"

Hätte man jetzt noch ein besseres Drehbuch zur Verfügung gehabt, hätte sich der Film vielleicht sogar über den Durchschnitt erheben können. Denn leider krankt die Story nicht nur an der Actionarmut sondern auch extrem an der stupiden Bedienung ausgelutschter Klischees. Böser Dikator, ein paar Rebellen, alles scheiße, also müssen die Söldner ran. Die Charaktere passen zwar gut zusammen, entsprechen aber auch dem 0815-Strickmuster. Hätten weniger talentierte Schauspieler in den Rollen gesteckt... naja, es wäre bestimmt ziemlich schief gelaufen! Jedenfalls handelt es sich alles in allem um eine simpel gestrickte 0815 Geschichte, in der ganz einfach alle Klischees eingebaut wurden, die in der Schreiberstube so rumlagen. Da man sich aber scheinbar krampfhaft an die Erzählweise und den den damit verbundenen Charme der 80iger-Jahre-Produktionen klammerte, ist das ganze fast schon wieder mit einem Augenzwinkern zu beurteilen.

Fazit:
Schnell vorbei, bisschen wenig Geballer, aber lustig wars. So könnte man "Double Force" am schnellsten beschreiben. Cannon versucht noch einmal eine ordentliche Actionshow zu präsentieren, scheitert jedoch am Budget und liefert somit nur Durchschnittsware. Dafür gibt es zwei geniale Schauspieler zu bestaunen, die richtig gut drauf sind, überraschenderweise verdammt gut zusammenspielen und sich alle Nase lang coole Sprüche um die Ohren hauen. Die Story ist zwar nur eine Zusammenreihung von altbekannten Elementen, allerdings fühlt sich der Film klar den 80igern verbunden und gerade deshalb ist der Streifen eine absolute Empfehlung für alle Genrefans!!! 4 Cannonlogos!




Keine Kommentare: