The Marine

(klick aufs Cover für mehr infos)

Release: 2006

John Cena, WWE-Wrestler (ein ziemlich hochgepushter *räusper*), spielt John Triton, einen Marine, der direkt zum Anfang des Film Befehlsverweigerung begeht und, obwohl er der Beste der Besten ist, nach Hause geschickt wird. Aus seinem neuen Job als Securityguard in einem Hochhaus fliegt er am ersten Tag raus, weil er einen Besucher duch eine Glasscheibe wirft und so fahren er und eine Frau erstmal für ein paar Tage aufs Land. In der Zwischenzeit zieht eine Gruppe von Ganoven einen großen Diamantenraub durch. Angeführt vom leicht wahnsinnigen Rome (Mr. Flüssigmetall Robert Patrick - Terminator 2) geht die Gang dabei über Leichen, jagt Polizeiautos in die Luft und irgendwann landen alle zusammen an einer Tanke mitten im Nirgendwo. Bullen tauchen auf, einer der Gangster kriegt ein Jucken im Zeigefinger und schon endet alles in der Entführung von Tritons Frau. Was macht man also als (Ex-)Marine? Die Verfolgung aufnehmen und die verdammten Mistkerle einen nach dem anderen kaputthauen!

"Hab ich das Bügeleisen ausgemacht?" *grübel*

Holy Crap! The Marine kann echt einiges und ich hätte echt nicht gedacht, dass sich heutzusage überhaupt noch jemand finden würde, ein solches Konzept umzusetzen. Eine Story ist quasi nicht vorhanden: Böse Buben klauen die Freundin und der aufgepumpte Macker rettet am Ende den Tag. Da Vince McMahon, Unternehmensleiter der WWE, aber scheinbar eine große Vorliebe für die 80iger Jahre hat, wird die Story eh zweitranging. Denn bei einer solchen Produktion dient eine Story nur als Aufhänger, um jede Menge Blei zu verschießen, alles in die Luft zu jagen, was man an Kulissen so aufgebaut hat, lockere Oneliner rauszuhauen und natürlich ordentlich die Muskeln spielen zu lassen. Und genau deshalb hat The Marine so verdammt viel Spaß gemacht. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal solch riesige, zum überwiegenden Großteil nicht CGI-Verfeinerte Explosionen gesehen habe. Die ein oder andere Actionszene ist außerdem noch ziemlich erfrischend durchdacht und choreographiert (z.B. die Verfolgungsjagt mit dem Camaro, die ordentlich gerockt hat!).
Einziger Negativpunkt ist die FSK16 Freigabe. Natürlich kann man nachvollziehen, dass mit der Hoffnung auf mehr Publikum auf einen höheren Gewaltgrad verzichtet wurde, aber ein paar blutige Einschüsse hätte auch nicht geschadet. So wurde immer kurz vorher ausgeblendet und das nervt auf Dauer auch ein bißchen.

John Cenas Hobbies: Verkniffen gucken und vor Explosionen wegrennen!

Anders siehts da schon bei den Darstellern aus, denn John Cena hat quasi kein schauspielerisches Talent. Zum Glück wussten das wohl auch die Verantwortlichen und die meisten Szenen verlangten ihm dieses gar nicht erst ab. Auch fehlt Cena die nötige Ausstrahlung. Er hat bei weitem nicht so viel Charisma wie z.B. Dwayne "The Rock " Johnson, den ich gerne mal wieder in einem ordentlich Klopperfilm sehen würde. Zumal The Rock auch mit der nötigen Selbstironie an seine Rollen geht, was ihn wesentlich sympatischer und menschlischer wirken lässt. Der verkrampft ernsthafte Cena hätte sich davon mal ne Scheibe abschneiden können! So bleibt seine Figur im Großen und Ganzen ziemlich blass und wirkt mehr oder weniger ausstauschbar. Grimmig gucken, Muskeln aufblasen, da hätte man auch jemand anderen nehmen können. Zu Gute muss man ihm allerdings halten, dass er alle Stunts selber gemacht hat und dabei seine Arbeit sehr solide ausgefallen ist.

Mit Robert Patrick dagegen hat man einen wahren Glücksgriff gemacht. Der Kerl passt fantastisch in die Rolle des wahnsinnigen Rome und man merkt sofort, dass er verdammt viel Spaß beim Dreh hatte. Immer wieder haut er lockere Sprüche raus, zeigt die nötige Kaltblütigkeit und stellt im Showdown einen ehrenvollen Gegner für Cena da. An Screentime, würde ich schätzen, hatte Patrick fast so viel wie Cena und kann so dem Hauptdarsteller das ein oder andere Mal locker die Show stehlen. Die anderen Badguys sind dann alle nur noch Durchschnitt und bis auf Anthony Ray Parker, als zurückgebliebener und schießwütiger Handlanger, schafft es niemand aus seiner Rolle herauszustechen. Egal, werden sowieso alle umgeholzt.

KRAWUMM!!! Das muss Fetzen muss das!

Fazit:
Sieht (fast) aus, wie aus den 80igern und fühlt sich an, wie aus den 80igern. The Marine fackelt ein ordentliches Feuerwerk für alle Actionfans ab und bietet zu dem noch einen ausgezeichnet aufgelegten Robert Patrick. John Cena hat zwar kein Talent oder Charisma, passt am Ende aber irgendwie doch in die Rolle und kann seine Muskeln spielen lassen. Die Story ist zu vernachlässigen, aber dass die Stärken eines solchen Films in der Action und nicht in der Story liegen, muss ich wohl keinem Genrefan erzählen! GUCKT EUCH DEN STREIFEN AN!

Keine Kommentare: