Pistol Whipped

(klicke aufs Cover für mehr Infos)

"They came to collect a debt - He paid in Full"

Deutscher Titel: Deathly Weapon
Release: 2008

Steven Seagal spielt Matt, einfach nur Matt, einen suspendierten, ausgebrannten Cop mit dunkler Vergangenheit und jeder Menge Spielschulden. Als eine geheime Regierungsorganisation seine Schuldscheine aufkauft, soll Matt als kleine Gegenleistung eine Reihe mächtiger Krimineller finden und eliminieren. Das ganze läuft soweit ganz gut, doch dann soll er den Stiefvater seiner Tochter und befreundeten Cop Steve aus dem Verkehr ziehen. Zunächst weigert sich Matt dagegen, doch nach und nach lüftet sich das Geheimnis um seinen vermeintlichen Freund und Matt wird richtig sauer. Am Ende bleibt ihm keine andere Wahl, als sich aus der ganzen Situation freizuschießen und dabei noch irgendwie seine Tochter aus den Klauen der Bösewichter zu befreien.

Einen sogar recht ausführlichen Shootout gibts leider erst am Ende.

Nach dem Seagal mit "Urban Justice" einen, im vergleich zu seinen letzten Jahren, ziemlich brauchbaren B-Actioner ablieferte, verbessert er seine Karriere und angeschlagenen Ruf mit "Pistol Whipped" noch einmal ein wenig. Ich würde sagen, nicht zu letzt wegen der handwerklich guten Arbeit des Regisseurs Roel Reiné. Auf abdunklungen zu gunsten des Hauptakteur wurde verzichtet, den Kulissen sieht man das niedrige Budget nicht an und Seagal darf seine Kampfeinlagen nicht mehr einem Stunddouble überlassen. Außerdem versteht sich Reiné auf dynamische Actionszenen, bei denen er lieber zu Zeitlupensequenzen greift, als alles mit wirren Schnittgewittern kaputt zu machen. Auch unser Kampfklops scheint etwas Motivierter als in seinen vorherigen Werken und scheint sogar wieder etwas abgespeckt zu haben. Wie auch immer: Man sieht dem Film an, dass sich alle Beteiligten endlich mal wieder mehr Mühe gegeben haben.

Klingt ja erstmal nicht schlecht, ne?! Jaaa, leider krankt der Film, wie so viele andere Filme des Lords, an seiner Story. Das Grundgerüst mit dem spielsüchtigen Matt und der Geheimorganisation ist zwar wieder etwas kompliziert aber gerade noch okay. Wenn dazu dann allerdings noch dämliche Familienszenen mit Matts Tochter und ein Tächtelmächtel mit einer ca. 30 Jahre jüngeren Geliebten kommen, und das ganze am Ende alles mit der Hauptstory verknüpft wird, um irgendwie die Familie auch noch mit reinzuziehen, wirds echt zu doof. Darauf hätte man ruhig verzichten können!
Teilweise zieht sich die Grundstory sowieso schon wie Kaugummi, da sind diese Nebenstorys für Geschwindigkeit des Film auch nicht mehr förderlich. Dazu kommt, dass man Seagal den ausgebrannten Cop oder den besorgten Vater nur schwer abnimmt bzw. zeitweise gar nicht abnehmen kann. Immer wieder sticht seine Machoader durch und ihn in 90% aller Szenen lässt sie Ihn wie immer sowieso als unkaputtbar darstehen. Mit einem besseren Drehbuch hätte man diese Hürden sicherlich umschiffen können. So ist man leider voll auf Grund gelaufen.


Brennende Leichenwagen für eine extraschnelle Beerdingung!

Aber was soll, hauptsache der Zuschauer bekommt ab und zu auch mal ein bißchen Action zu sehen. Die ist zwar spärlicher im Film vorhanden, aber wenn dann (wie oben bereits erwähnt) solide bis sehr erfreulich. Zwar fehlt manchmal der letzte Schliff, aber generell wissen alle Shootouts, Kampfeinlagen und Verfolgungsjagten zu überzeugen. Joa, mehr gibts dazu eigentlich nicht zu sagen...

Fazit:
Besser als "Urban Justice" und auf jeden Fall auch besser, als so manch anderer Streifen aus den letzten Seagaljahren, trotzdem immer noch nur Durchschnittsware. Von der wieder einmal ziemlich kränkelnden Story und den zähen Dialogen können die schick inzenierten Actionszenen und ein etwas motivierterer Seagal zum Glück ablenken. Ich bin ja der Meinung, dass sich der Aikidomeister ein letztes mal zusammenreißen und sich mit einem Knall aus dem Filmgeschäft verabschieden sollte. Da das aber nicht passieren wird und er auch dieses Jahr bestimmt noch 2 bis 4 Filme auf dem Markt schmeißen wird, bleibt nur zu hoffen, dass die kommenden Werke wenigstens auf dem selben Niveau bleiben. Oder vielleicht sogar drüber? Nein, die Vorstellung wäre zu wahnwitzig...
3 solide Köppe!


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