Avanging Force

(klicke aufs Cover für mehr Infos)

Release: 1986
deutscher Titel: Night Hunter

Tatort: Heimischer DVD-Player, Täter: Ein Cannon Films Produkt aus den guten alten 80igern!

Michael Dudikuff, der American Ninja und lange Zeit eines der großen Aushängeschilder der Globus und Golan Gruppe wird in diesem Streifen unter anderem auf einen Rachefeldzug und auf eine kleine Menschenjagd geschickt. Aber fangen wir besser weiter vorne an.

Dudikoff spielt Matt Hunter, einen Superagenten (so wie sich das gehört) im Ruhestand, der auf einer Farm Kälber mit dem Lasso fängt und auf seine kleine Schwester aufpasst. Eine dunkle Vergangenheit und eigene Schuldzuweisung in Form der bei einem Anschlag getöteten Eltern gehört natürlich auch noch dazu. Zusammen mit Großväterchen besuchen die Drei den alten Kollegen von Hunter - Steve James - , der sich in New Orleans (glaub ich) zum Senator aufgestellt hat. Leider ist Steve ein Afroamerikaner (hoffentlich ist das jetzt politisch korrekt…) und wird somit schnell zur Zielscheibe einer rechtsradikalen Gruppierung namens Pentangle. Die Leitsätze dieser Gruppierung bestehen grob zusammengefasst aus Selbstjustiz und Ethnischer Säuberung der USA. Als kleines Schmankerln veranstaltet der harte Kern der Organisation, bestehend aus drei Typen mit lustigen Masken und unterschiedlichen Waffenfavoriten) regelmäßig Menschenjagden durch schlammige Sumpflandschaften auf verschiedene Typen, die sich ihnen in den Weg stellen wollen.

Nach einem missglückten Attentat auf die Familie von Steve treten die beiden zusammen einen kurzen und knackigen Rachefeldzug gegen die Helfershelfer an und im Verlauf der Story wird dann auch noch die kleine Schwester von Hunter entführt. Er schafft es zwar die Göre zu befreien, findet sich aber dann als Verfolgter mitten im Sumpf wieder. Ein Kampf um sein Überleben, um das seiner Schwester und natürlich um Gerechtigkeit beginnt, in dem sich Hunter und die vier Pentangle Badguys nichts schenken.

Dudikoff und Co - Der Rachefeldzug kann beginnen...

Avanging Force gehört zu den klassischen B-Movie Produktion der Cannon-Ära. Mit einem kurzen und straighten Drehbuch, einem prägnanten Gesicht in der Hauptrolle und eigentlich mit viel zu viel Budget ausgestattet, durften Regisseure damals meistens ein ordentliches Feuerwerk abfackeln. Sam Fristenberg (American Ninja, Cyborg Cop), der sich für diesen Streifen verantwortlich zeigt, tut das natürlich auch. Von blutigen Shootouts, hart inszenierten Kämpfen bis hin zu schick in Szene gesetzten Verfolgungsjagden wird einem alles geboten. Der Härtegrad ist dabei stets sehr hoch und es kommt des Öfteren mal vor, dass auch Unschuldige dran glauben müssen. Allerdings sorgt das auch dafür, dass der Film nicht zu einem reinen Action-Spaß-Produkt verkommt, sondern meistens einen ernsthaften Unterton behält.

Die Hauptakteure Dudikoff und Larry Richards passen gut in ihre Rollen und ziehen ihr Ding ohne großartig vorhandenes Talent durch, doch gerade Dudikoff kann wie immer mit seinem Charisma punkten. Richards hält eigentlich nur mit seinen Muskeln dagegen, aber ein bisschen Machodasein gehört eben auch dazu. Beide können ihre Kampferfahrung sehr schick zu schau stellen, auch wenn sich die meisten Kämpfe nur auf Faustkämpfe beschränken. Gerade jedoch bei der Jagd auf Dudikoff im Sumpf sorgen diese sehr groben Schlägereien für die nötige Realität.

Ganz anders die Badguys. Von der ersten filmischen Begegnung an sind diese sofort unsympathisch. Durch ihr fieses Auftreten, ihre Darstellung und nicht zu letzt durch ihre Sichtweisen werden hier die Rollen von Gut und Böse klar abgesteckt, was nicht nur ein Pluspunkt für Dudikoff bedeutet, sondern auch der Story den nötigen Antrieb verpasst.

...jedenfalls wenn die Badguys nicht so dämlich aussehen würden!

Den größten Negativpunkt kriegt Avanging Force für die Atmosphäre in Form der Filmmusik. So hart und dreckig die Shootouts oder die Kämpfe bei strömenden Regen im Sumpf auch inszeniert sein mögen, die Musik macht einiges kaputt. Zu größten Teilen ist sie einfach nur zäh und schleichend, manchmal so überzogen, dass die Kämpfe den Charakter einer Stummfilmproduktion erhalten. Über Logiklöcher in der Story kann man wiederum leicht hinwegsehen, wenngleich sie dem Zuschauer teilweise sehr direkt ins Gesicht springen.

Fazit:
Avanging Force ist ein guter Film, eine gute Cannon-Produktion und einer von Michael Dudikoffs besten Filmen. Das Thema um die Rasitische Gruppierung mit Selbstjustizansichten und ihre makaberen Spielchen kann schon fast als Zeitlos betrachtet werden und gerade die Menschenjagd diente danach für einige andere Filme als Vorlage. Die teilweise ungewöhnlich harte und dreckige Inszenierung tut ihr übriges, um den Film über den Durchschnitt zu heben. Da sich das Geschehen allerdings trotz allem etwas zieht und ich persönlich die Filmmusik als unpassend empfand, kriegt der Streifen NUR drei Logos, auch wenn er locker Vier wert wäre. So was ist aber sicherlich Ansichtssache. Cannon- und Genrefans können auf jeden Fall beherzt zugreifen.


PS: Avanging Force ist in Deutschland unter dem Titel „Night Hunter“ erschienen. Bisher gab es noch keine DVD-Auswertung, allerdings ist auf der US-Fassung von MGM die deutsche Tonspur enthalten!!

1 Kommentar:

Spammasta hat gesagt…

Oha! Den hab ich als kleenes Kind sogar schon gesehn! Müsste so die Zeit gewesen sein wo auch jeden Tag American Fighter im Fernsehen lief! :-D Sehr geiler Film, mal schauen ob ich den nichtmal irgendwo für wenig Geld abgrabbeln kann...