Chain of Command

(Klicke aufs Cover für mehr Infos)

Release: 1994

Und wieder einmal schlägt der Cannon-Faktor zu. Und wieder gebührt Michael Dudikoff die (zweifelhafte) Ehre. Diesmal ist der Gute als Merrill Ross in irgendeiner kleinen Bananen-Republik unterwegs und arbeitet bei einer riesigen, wenn nicht sogar DER riesigsten Öl-Gesellschaft. Natürlich war er früher mal Agent oder so... auf jeden fall hat er eine dunkle Vergangenheit. Jedenfalls wird eines Nachts die Öl-Gesellschaft von vermeintlichen Terroristen angegriffen und Geiseln genommen. Ross entkommt, wird aber darauf hin direkt zu Zielscheibe diverser Organisationen. Vom CIA, FBI, Mossat, eine kleine Terroristen-Gruppe und dem Bananen-Republik-Militär ist alles dabei. Es kommt zu zahlreichen Wendungen, in denen er mal dabei hilft die Geiseln zu befreien und mal seine eigene Haut vor einem wahnsinnigen Helfershelfer retten muss. Alles in allem beginnt ab dem Überfall auf die Öl-Gesellschaft ein großes Katz-und-Maus Spiel, indem Ross oft nicht weiß, auf welcher Seite er steht oder wem er trauen kann.

Waren das nicht wunderbare Zeiten, als noch echte Platzpatronen benutzt wurden?!

Die Handlung ist für einen Cannon-Film ziemlich komplex geraten und mit vielen Wendungen versehen. Das mag auf den ersten Blick interessant erscheinen, die Umsetzung ist allerdings sehr unübersichtlich geworden. Wer ist denn jetzt wer? Gehört die Perle jetzt zu den Terroristen oder doch eher zum CIA oder zum Mossat und warum spielt die anfang die abgebrühte Unnahbare und dann eine Weichgewordene Schickimicki-Tussi? Warum wurde die Öl-Gesellschaft überhaupt überfallen??? Das alles wäre ja halb so wild, nur schienen den Autoren gegen Ende die Ideen ausgegangen zu sein. Denn wenn sich schlussendlich alles aufklärt, packt man sich an den Kopf und denkt sich "Wie jetzt? Dafür der ganze Trubel? Was soll denn der Scheiß???"

Die einzigen Faktoren, die der Zuschauer klar definieren kann, sind Michael Dudikoff und der komische Wolle Petri/ Thomas Anders Verschnitt, als klar abgesteckte Gegenspieler. Während Dudikoff seine Rolle jedoch souverän abspielt und wie immer Sympathieträger ist, fällt es schwer Todd Curtis (Bösewicht) mit der komischen Matte aufm Kopp ernst zu nehmen. Zwar spielt Curtis schön überdreht und wahnsinnig, aber mal ehrlich, wer so bescheuert rumläuft kann doch nur für Gelächter sorgen! Schon die erste Szene (siehe Bild) von Mr. Curtis ist klasse. Im ersten Moment noch eine Mütze auf, im nächsten wird die Haarpracht präsentiert... echt zum brüllen!

Mr. Badguy: Eine Mischung aus Thomas Anders und Wolle Petri...

Da es sich außerdem um eine sehr späte Cannon-Produktion handelt, krankt der Streifen zusätzlich noch am Budget. Okay, das wäre nicht weiter tragisch, wenn es irgendwann nicht so drastisch auffallen würde. Bei den (leider zu wenigen) Actionszenen hat man sich anfangs noch sichtliche Mühe gegeben. Auch was den Spannungsbogen dabei angeht wurde hier solide Arbeit geleistet. Die Geiselbefreiung ist relativ real gehalten und das kleine Scharmüzel zwischen Dudikoff und Curtis inklusive später folgendem Mann-gegen-Mann-Kampf kann sich durchaus noch blicken lassen. Dann schien die Knete aber futsch gewesen zu sein... Am Ende werden die Gegnerhorden nämlich nur noch im Dutzend mit locker aus der Hüfte abgefeuerten AK47-Salven umgeholzt. Schade eigentlich...

Fazit:
Wieder mal ein mit ach und krach durchschnittlicher Streifen von Dudikoff und dann noch unter der Cannon-Flagge. Die Autoren wollten mehr Handlung, als sie selber im Standen waren sich aus den Finger zu ziehen. Dabei ist die Action nicht zahlreich genug vertreten und gegen Ende fast schon lächerlich... jedenfalls im Gegensatz zum restlichen Film. Wenigstens gibt es keine großartigen Längen und so plätschert der Streifen so vor sich, vergeht ohne anzuecken oder später schwer im Magen zu liegen und sorgt mit seinem Bösewicht immer mal wieder für ein paar Lacher. Wirklich schade, dass Dudikoff irgendwann einfach nur noch verheizt wurde, denn eigentlich fand ich den Kerl als "Schauspieler" immer sehr sympathisch. Noch drei Logos!



Keine Kommentare: