Last Man Standing

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Release: 1996

Bruce Willis spielt einen Gangster ohne erwähnte Vergangenheit mit dem selbstgewählten Allerweltsnamen John Smith, der irgendwann um 1920 rum auf seinem Weg nach Mexiko in dem kleinen Kaff Jericho anhält. Eigentlich nur ein Ort, um kurz zu tanken oder schlimmstenfalls zu übernachten, doch die Dinge sollen sich für Smith anders entwickeln. Denn schnell erfährt er, dass zwei Banden die Stadt beherrschen uns sich auf den Tot nicht ausstehen können. Außerdem gibt es einen käuflichen Sheriff, redseelige Nutten, geschmierte Mexikaner und jede Menge mieser Schurken. Seiner Intuition folgend, versucht Smith durch ein paar Manöver, die beiden Gangs auszuspielen und so das schnelle Geld zu machen.


Die meisten dürften diese Story noch am ehesten von "Für eine Hand voll Dollar" kennen, denn Walter Hill schuf mit "Last Man Standing" ein brillantes Remake des Klassikers mit Clint Eastwood. Walter Hill, dieser Name war in den 80igern hinter vielen Actionstreifen zu finden. Er selbst führte Regie bei "Nur 48 Stunden", "Ausgelöscht" oder "Red Heat" und schrieb an Drehbüchern von "Gateway" oder "Aliens - Die Rückkehr". Kurz: Ohne Walter Hill wären die 80iger heute nur die Hälfte Wert! Hinzu kommt, dass Hill ein bekennender Westerfan ist und genau das und seine Erfahrungen im Actionsektor merkt man "Last Man Standing" sofort an. Schon mit der ersten Szene fühlt man sich wie in einem modern Western, alles ist nur ein bißchen vergammelter, dreckiger, sandiger, die Sonne ist heißer und der Boder ausgetrockneter. Und mitten drin ist der Monologführende, stets mürrisch guckende Bruce Willis. Zusammen mit einem markigen, dreckigen Score kommt sofort Atmosphäre pur vom ersten Moment an auf.


Klar ist auch, dass Bruce als heruntergekommener Antiheld die Sympathien sofort auf seiner Seite hat. Seine ohnehin schon coole und kaltschnäuzige Art wird mit der Rolle des John Smith auf die Spitze getrieben und gerade die Monologe sind an Coolness fast nicht mehr zu überbieten. Neben den vielen anderen Schauspielern (alle passend besetzt) muss man Christopher Walken als Hicky (mal wieder) besonders erwähnen. Der Kleiderschrank spielt natürlich einen Psychopath wie er im Buche steht und wie immer macht es einfach nur Spaß, dem Mann bei seiner (Drecks-)Arbeit zu zusehen. Schade nur, dass er so wenig Screentime bekommen hat.


Zu guter letzt bleibt neben der Handlung eigentlich nur noch etwas zur Action zu sagen. Die ist, wie zu erwarten, Spitzenklasse! Vor allem gibt es handwerklich genial umgesetzte Shootouts zu bestaunen, bei denen Bruce seine Agilität mit zwei 1911er Colts zeigen darf. Schön altmodisch und trotzdem äußerst erfrischend setzt Hill dabei jeden einzelnen Schusswechsel perfekt in Szene. Dabei legt er jedoch kein Wert auf Spannung, wie es beispielsweise Leone getan hat, sondern lässt Smith meistens in wilder Brutalität wüten. Vor allem das Finale ist dabei so Munitionsverschwendend, das man sich fragt, wo Smith die ganzen Magazine immer hernimmt, hinterlässt dafür aber auch staunende Gesichter.

Fazit:
Walter Hill schuf mit "Last Man Standing" einen Neo-Western der Güteklasse A+! Bruce Willis verkörpert den brutalen Anti- und Revolverheld, der doch irgendwo noch einen Funken Anstand hat, perfekt und Christopher Walken glänzt wie immer der Rolle eines Wahnsinnigen. Die Story ist alt hergebracht, aber dank Hills leichten Variationen kommt auch wegen der Erzählweise nie Langeweile auf. Die ausufernden Actionszenen tun ihr übriges, um diesen Film endgültig auf 5 Köppe zu hieven!!!

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