Missing in Action

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Release: 1984

Nach Michael Dudikoff, eines der großen Aushängeschilder von Cannon, ist es doch eigentlich nur fair, sich nun dem Vernichter, dem Zerstörer, dem Mann mit dem tödlichen Bart, dem Gott mit dem TexasRanger Stern zu widmen: Chuck Norris!

Er besitzt mehr Führerscheine, Personalausweise und Kreditkarten als Max Mustermann. Er hat bereits bis Unendlich gezählt - zwei mal. Eigentlich ist er schon tot, aber Gott traut sich nicht, es ihm zu sagen.
UND er ist Col. James Braddock - US Army - und gerade frisch aus Vietnam zurück, wo er allerhand fiese Foltermethoden durch den fiesen Vietcong erleiden musste. Um es ganz kurz zu machen: Nach 10 Jahren kehrt er als Gast zu Verhandlungen mit der Vietnamesichen Regierung in das Land zurück und behauptet, dass es immer noch Kriegsgefangene geben würde, was von den Regierungsoberhäuptern natürlich riegeros abgestritten wird. Auf eigene Faust kämpft er sich in den Jungel und findet tatsächlich ein paar Überlebende. Jetzt muss die Gruppe nur noch unter starken Feuergefechten aus dem Jungel zurückkehren. Ein Kampf ums Überleben beginnt.

geile Szene: Chuck taucht mit der M60 aus dem Wasser auf und ballert einfach alles über den Haufen

Jeder (B-Movie)-Action-Schauspieler hatte in seiner Karriere eine Rolle, die ihm wie auf den Leib geschrieben war. Eine Paraderolle, in der er trotz fehlender schauspielerischer Fähigkeiten so glaubwürdig erschien, dass nur noch wenige Zuschauer was zu meckern hatten. Bei Chuck Norris war es ganz klar Colenel James Braddock. Patriotisch durch und durch, auf der Suche nach Kriegsgefangenen, ist er der Saubermann vom Dienst, der - nachdem er auch noch verschiedenen Kriegsverbrechen gegen das vietnamesische Volk bezichtigt wird - loszieht und dem durch und durch fiesem Vietcong ordentlich eins vor die Kauleiste gibt.
Okay, genug Norris-Huldigung. Einigen wir uns einfach darauf, dass er verdammt gut in die Rolle passt. Quasi wie Faust aufs Auge plus das gelbe vom Ei! Feddich!

Wie man oben vielleicht schon gemerkt hat, weißt der Film neben der überzogen amerikanischen Braddock-Figur ganz leicht rassistische Ansichten im Bezug auf Vietnam auf. Aber wirklich nur ganz leicht! ^^° Das Militär lügt entweder oder foltert alles und jeden zu Tode und Bangkok ist sowieso nur ein einziger großer Straßenstrich. Dazu kommt eine Handlung vom Reißbrett. Man packe schön viele Klischees und typische Elemente für einen patriotischen Film in einen Topf und heraus kommt eine 0815-Story, in der es aber dafür...

Die fiesen Möppen sollten besser schonmal in Deckung gehen und nicht so fies lachen!

...ORDENTLICH KRACHT! Denn trotz der vielleicht etwas kritisch zu betrachtenden Story, weiß der Regisseur Joseph Zito (Red Scorpion, Invasion USA) sein B-Movie-Budget ordentlich zu verwenden und lässt es daher an allen Ecken und Kanten so richtig schön fetzen. Dabei entstehen ein paar wirklich coole Szenen (besonders um Braddock noch heldenhafter darstehen zu lassen), die wirklich sehenswert sind. Leider - und das ist die Kehrseite der Budgetmedallie - kommt nach dem lecker anzusehenden Anfang lange Zeit nix mehr. Zwar darf Chucky zwischendurch ein paar fiese Schlitzaugen (darf ich das so Schreiben?) verprügeln und sich eine kleine Autoverfolgung liefern, aber so richtig zur Sache geht es erst wieder in der letzten halben Stunde, wo Braddock endlich die Kriegsgefangenen entdeckt hat und in Sicherheit zu bringen versucht.

Fazit:
Schicker B-Movie-Actioner mit (schon fast Legende) Chuck Norris in seiner Paraderolle, die er erst viel später vor den Texas Ranger ablegte. Zwar ist der Film schon etwas angestaubt und weißt zwischendurch immer wieder ein paar Längen auf, aber gerade Genrefans werden ihre Freude an dem Streifen finden. Denn genau die achten dann auch nicht so sehr auf die klischeeüberladene und platte Handlung, sondern wissen die säuberlich inzenierte Action und die "Ausstrahlung" des Hauptakteurs zu schätzen. Alle anderen werden wahrscheinlich irgendwann ne Hasskappe schieben, aber für die wurde so ein Film sowieso nie produziert. Lockere 4 Logos!




PS: Ach ja, was ich noch bei Wikipedia zu dem Film gefunden hab, war dieser Kommentar aus dem Lexikon des internationalen Films: "Die Story ist gespickt mit rassistischen Durchhalteparolen und von eindeutiger politischer Parteinahme bestimmt, wobei dem Zuschauer suggeriert wird, dass der Zweck die Mittel heilige. Ein menschenverachtendes Machwerk." Na wenn das nicht nach reinsassigem 80iger Jahre Actionkino aus dem Hause Cannon und damit nach ner Menge Spaß klingt!!!



PPS: Wer eine geradezu philosophische Rezension mit viel Hintergrundinformationen lesen will, der sollte sich mal bei den benzinsaufenden Himmelhunden (hier) umschauen. Sehr eindrucksvoll, die beiden Schreiberlinge!

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