Mercenary for Justice

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"It's time to fight again!"

Release: 2006

Steven Seagal ist John Seeger, der höchstdekoriertester Ex-Soldat aus dem ersten Golfkrieg und jetzt freischaffender Söldner, der vornehmlich, wenn auch manchmal unwissender Weise Aufträge für die CIA annimmt. Als ein Auftrag auf einem kleinen Inselstaat in Afrika schiefgeht und sein alter Kumpel tödlich verwundet wird, ist Seeger entschlossen, sich an seinem Auftraggeber, einem zwielichtigen Mistkerl von der CIA zu rächen. Doch man kommt ihm zuvor und entführt kurzer Hand Mutter und Sohn des gefallenen Kameraden, um Seeger für einen weiteren Auftrag zu „gewinnen“. Zähneknirschend willigt er ein und schon startet der Flieger nach Kapstadt, wo der Sohn eines schwerreichen Waffenschiebers aus einem Hochsicherheitsgefähngnis befreit werden soll. Aber so einfach droht man einem Mann wie Seeger nicht. Bei der ersten Gelegenheit die sich ihm bietet, dreht er den Spieß kurzerhand um, verarscht mit Hilfe eines befreudeten Computerhackers das Angriffsteam auf das Gefängnis und bricht nebenbei auch noch in die bestbewachteste Bank von Kapstadt ein. Selbstredend führt er den erwähnten CIA-Mistkerl und Enführer am Ende noch seiner gerechten Strafe zu.

Jaja, das Drehbuch… die alte Schwäche fast eines jeden Seagalstreifens. Wild zusammengewürftelte Storybröckchen ergeben am ende einen halbwegs verständlichen Plot, bei dem man sich aber das ein oder andere trotzdem noch selber zusammenreimen muss. Ein paar Hintergrundinfos ab und zu wären wirklich nicht schlecht gewesen, um ein wenig mehr Fluss in die Handlung zu bringen, die so leider gerne mal vor sich hin stottert. Und damit hätte ich dann auch schon meinen einzigen Kritikpunkt an dem Film losgelassen! Wem das als Entscheidung gegen den Film reicht, der kann getrost eine Rauchen gehen oder so. Was jetzt folgt, ist sowie nur noch Seagal-Beweihräucherung.


Lord Steven ist nach den mehr schlecht als rechten Produktionen „Today you Die“ und „Black Dawn“ endlich wieder auf einem aufsteigendem Ast. Das erfreulichste Zuerst: Keine Stuntdouble, keine Typen, die Moves ausführen, zu denen Seagal nicht in der Lage ist oder mal war, und auch keine wüsten Schnittgewitter, die dies verstecken sollen. Kampfszenen sind dafür dann auch eher seltener zu sehen und er bewegt sich entsprechend seiner Körperfülle (die in den letzte Jahren auch nicht weniger geworden ist). Egal, hauptsache der Lord legt mal wieder selbst Hand an. Um noch mal schnell auf die Körperfülle zu sprechen zu kommen: Im Designer-Anzug sieht Seagal ein bisschen aus, wie ein großer Teddibär. ^^

Erfreulicher Aspekt Nummer zwei: Motivation! Vielleicht lag es am Regisseur, vielleicht an den Drehorten, die nicht irgendwo im Ostblock lagen, vielleicht auch nur am Gratisbuffet am Set – Fakt ist, Seagal ist sichtlich motiviert bei der Sache. Zwischendurch kann er sich sogar ein Lächeln abringen. Nicht zu letzt wegen den guten Leistung der restlichen Cast, wirkt er diesmal nicht so deplaziert, wie in vorangegangenen Produktionen – im Gegenteil sogar! Übertrieben Gelassen, gerade zu Macho-like, über alle Zweifel erhaben, wie ein (dicker) Fels in der Brandung, verkörpert er einen Söldner, den nichts mehr Schocken kann – klare Standartrolle für Herrn Seagal, aber wie gesagt, es passt einfach.

Regisseur Don E. FauntLeRoy zeigt mit „Mercenary for Justice“, was er aus einem höheren Budget alles rausholen kann. Gerade die überlange Einführung auf dem fiktiven afrikanischen Inselstaat, wo Seeger und sein Trupp gegen schwerbewaffnete französiche Soldaten und Panzer (!) kämpfen, ist für B-Film-Verhältnisse wirklich klasse geworden. Überall Kracht und Scheppert es, Panzer rollen durchs Bild, Soldaten gehen im Kugelhagel zu Boden, Granaten werden geworfen und Helikopter kreisen über den umkämpften Trümmern des einstigen Ortsteils. Zwar gönnt sich der Streifen danach erstmal wieder eine Ruhepause, doch auch später kann das Niveau der anfänglichen Actionsszene gehalten werden. Dabei machen Schießereien einen Großteil der Action aus. Wie oben erwähnt, greift auch der Lord lieber zu etwas Großkalibrigen, als das er die Fäuste tanzen lässt. Mir solls wurscht sein, ist doch sämlichtes Kugelgehagel immer in soliden Bildern festgehalten.


Bei den Hand-to-Hand-Combats legt Don E. FauntLeRoy statt blutiger Einschüsse (geht ja auch gar nicht) auf besonders laut brechende Knochen und Genicke wert. Längere Kämpfe gibt es leider nicht und der Lord selber darf eigentlich nur bei einer Klopperei auf einer Toilette sein Gegenüber so richtig schön zu Brei schlagen, wobei man als Fan sogar ein wenig an die guten alten Tage erinnert wird, auch wenn sich unsere Kampfsau nicht mehr ganz so agil bewegen kann.

Die Nebendarsteller sind mit mäßigen bis soliden schauspielerischem Talent gesegnet und die, die es nicht sind, sterben im laufe des Films meist an einer Überdosis Blei im Körper. Okay, der angesprochene CIA-Fiesling wirkt durch seine Sprechweise und sein Verhalten wie ein notgeiler Idiot vom anderen Ufer, insgesamt werden aber ordentliche Leistungen präsentiert. Gestört haben dagegen die teilweise ziemlich in den Mund gelegten Dialoge. Als würde man auf einem Reisbrett ein paar Zeilen zusammenzimmern, die dann auch genau so doof klingen.

Fazit:
„Mercenary for Justice“ ist mit Sicherheit kein Meisterwerk, aber nur auf den B-Movie-Sektor bezogen und in anbetracht der letzten Seagal-Produktion auf jedenfall über dem restlichen DTV-Durchschnitt. Das ist mit Sicherheit auch Regisseur Don E. FauntLeRoy (Today you Die, Into the Sun) zu verdanken, der hier wirklich alles aus den gegebenen Mitteln rausholt und den Rest durch seine angearbeitete Erfahrung wett macht. Sogar unser beliebtes, aber in der Vergangenheit desöfteren mal völlig unmotiviertes Stoneface konnte er dazu überreden, mal wieder seine eigenen Fäustchen zu heben. Die actionlastige Inszenierung tut ihr übriges, um den Genrefan über eine Laufzeit von rund 90min. gut zu unterhalten. Okay, das Drehbuch kränkelt sichtlich, ist verwirrend, manchmal nicht nachvollziehbar und die dazugehörigen Dialoge teilweise echt scheiße, aber sowas muss man nunmal einkalkulieren, wenn man einen Seagal-Streifen in den Player schiebt. Und, womit ich mich zum X-mal wiederhole, wegen der Handlungstiefe guckt man sich den Lord sowieso nicht an. B-Film-Action- und besonders Seagalfans können jedenfalls zugreifen! Alle anderen dürften für meine Lobesreden sowieso kein Verständnis gehabt haben… ich sach ma erfreuliche 3 Affenköppe!





Das Lexikon des internationalen Films meint dazu: „Wirre Actiongeschichte voller Explosionen und flott gemeinter Sprüche als triviales Vehikel für Prügelheld Steven Seagal.“ WUHUU, YEAH, NICE! :-D

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