Submerged

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"He found the enemy... on the wrong side."

Release: 2005


Steven Seagal spielt Chris Cody, den besten Sölder der Welt. Vor ein paar Jahren widersetzte er sich ein paar Befehlen des Militärs, weshalb man ihn und sein Team einbuchtete. Doch jetzt ist er zurück aus dem Knast, um zusammen mit seinem Team einen Auftrag durchzuziehen, der so vom Militär nicht erledigt werden kann. Es geht um die Eliminierung eines verrückten Wissenschaftlers names Adrian Lehder, der eine Gedankenkontrollmaschine entwickelt hat und zusammen mit einem privaten Unternehmen hochrangige Mitglieder in einem Bananenstaat kontrollieren will, um so ein Attentat auf den Präsidenten der USA zu verüben, weil dieser "das große Geschäft" nicht zu schätzen weiß. Jedenfalls lässt sich sowas in der Richtung vermuten...

Ehrlich gesagt hab ich keine Ahnung, worum sich die eigentlich Handlung dreht oder ob es überhaupt eine genaue gab. Fakt ist, dass der Streifen zuerst ganz anders aussehen sollte. Nix mit Gehirnwäsche und bekloppten Wissenschaftlern, nix mit Attentaten und auch nix mit völlig verwirrender Handlung. Alles sollte sich um das U-Boot drehen, mit dem Cody inkl. Team im Endeffekt nur eine kurze, gerade mal 15 minütige Flucht antreten. Grob übersetzt lautete die erste Anpreisung des Films wie folgt: "Ein Action- und Horromix in einem Unterwasser-Thriller, über eine U-Boot-Crew, die gegen furchtbare Mutanten kämpfen muss, nachdem Fässer mit einer gefährlichen Chemikalie ausgelaufen sind. Die Dinge verschlimmern sich zusätzlich, als ein Zerstörer geschickt wird, um das U-Boot zu jagen und zu zerstören und damit auch die Mutantengefahr."

Noch eine andere Quelle berichtete, dass Lord Steven auf einem U-boot gegen Terroristen kämpfen müsste, die Atomwaffen in ihre Gewalt gebracht hätten. Das wäre dann wohl so eine art "Alarmstufe: Rot 3" geworden. Wie auch immer... Seagal gefiel der Gedankt nicht, mit Plastik- und/oder CGI-Spinnen/Mutanten/Schlange/weißderGeier zu kämpfen, warf das gesamt Skript über den Haufen und so wurde aus einem geplanten Mutanten-U-Boot-Film ein (fast) typischer Seagal-DTV-Actioner mit wirrer Story.

Überhaupt ist Seagal hier irgendwie nicht bei der Sache. Nicht nur seine Leibesfülle ist unverändert, das Aikido-Moppelchen ist völlig unmotiviert. Müde dreinblickend stapft er durch die Pampas und wenn er dann doch mal kämpfen muss, dann lieber mit der Bleispritze. Hand-to-Hand dauert höchstens 2, 3 Minuten, dann ist der Gegner niedergestreckt. Das ist wirklich schon ein wenig traurig mit an zusehen und ich frage mich tatsächlich manchmal, ob der Film ohne Seagal nicht sogar besser geworden wäre.

Gott sei dank hatte man dann aber mit Anthony Hickox (Hell Raiser III) einen Regisseur ins Boot geholt, der was von seinem Handwerk versteht. So holt er technisch auch alles raus, was raus zu holen ist und fackelt schon fast ein Feuerwerkt aus "Wusch's" und "Plop's" ab, die bei Schnitten immer wieder zu hören sind. Zwar schießt er damit ab und zu übers Ziel hinaus bzw. es wird sicher den ein oder anderen nerven, aber irgendwie passt es ganz gut zu dem Brainwash-Plot. Dazu gesellen sich jede Menge Farbfilter, Fastmotion oder Slowmotion, die den Bildern den letzten Schliff verpassen.
Neben dieser stylischen Inszenierung weiß Hickox aber auch die Action gut zu gestalten. Nicht nur, dass er er sie mal wieder einen Tick härter in Szene setzt, sie sehen dazu auch immer top aus. Da gibt es blutige Einschüsse, Explosionen, eine größere Verfolgungsjagt und einen abstürzenden Helikopter, der mit viel Krachbumm in ein Gebäude reinbrettert. Klasse gemacht und überaus schick anzusehen!

Außerdem gibt es noch Vinnie Jones (Snatch) zu sehen, der den Sniper des Teams spielt. Zwar steckt er in seiner Standartrolle (großkotzig, immer schlecht gelaunt und rummotzend), aber sie passt einfach zu ihm.

Fazit:
Mal wieder das Drehbuch, immer wieder das verdammte Drehbuch. Die Story ist zwar interessant und kann auch fesseln, aber verstehen tut man die meiste Zeit nix. Motive bleiben ungeklärt und Logiklöcher reihen sich aneinander. Angesichts der Ausgangssituation, nämlich das der Film eigentlich ein ganz anderer werden sollte, und angesichts des wirklich schnieken Looks des Streifens und natürlich wegen der erstklassig inszenierten Action kann man als Zuschauer darüber hinweg sehen. Lord Steven ist zwar unmotivert bei der Sache und mehr als Fäustchen heben kriegt er auch nicht mehr, aber irgendwie schafft man es hier noch, ihm das zu verzeihen. Stellt sich nur noch die Frage, warum der Film nach Fertigstellung immer noch "Submerged" hieß und nicht, wie irgendwann mal angekündigt "The Enemy within". Das hätte doch viel besser gepasst, oder nicht?!
Da der Streifen besser als "Mercenary for Justice", etwa auf einer Stufe mit "Belly of the Beast", jedoch schlechter als "Exit Wounds" ist, vergeb ich 4 Zimbelaffen. Sehr unterhaltsame B-Movie Actionkost für Fans und die, die es werden wollen! ;)



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