Surf Nazis must die

(klicke aufs Cover mehr trashige Infos)

(Release 1987)


Ein paar Freunde, viel Bier und ein Film aus dem Hause Troma – das sollten eigentlich genug Gründe für einen vergnüglichen Abend sein. Oder vielleicht doch nicht?

Troma - bei manchen blankes Entsetzen hervorrufend, aus anderen ein fröhliches Jauchzen entlockend – eine New Yorker Produktionsfirma, die einen geradezu legendären Ruf im Bereich des Trash-Genre hat und unter Fans für ihre einzigartigen Filmgranaten bekannt ist, wirft mit „Surf Nazis must die“ ein weiteres Filmprodukt auf den Markt, das sich mit Herz und Seele dem schlechten Geschmack verschreibt.


In verschiedenen Nebensätzen wird klar, dass die Welt nach einem großen Beben zu Grunde gerichtet worden ist. Es herrscht Anarchie und die Strände des einstigen Surferparadieses von Kalifornien sind mit kriminellen Banden verseucht. Eine davon sind die „Surf Nazis“ unter der Führung von Adolf. Zusammen mit seiner Gang will er den Strand beherrschen und die anderen Gruppen ausschalten. Doch als sie den afroamerikanischen Sohn einer im Altersheim lebenden Omi abmurksen, haben sie einen Mord zu viel begangen. Die Omi sinnt auf Rache, besorgt sich eine große Knarre und ein paar Handgranaten und geht auf Nazijagd. Zwischendurch hauen sich die Gangs auch gerne mal die Surfbretter um die Ohren.


Das klingt erstmal total abgedreht und nach einer Menge Spaß, entpuppt sich dann aber als lahm und langweilig. Dauernd werden irgendwelche Szenen von Wellenstürmenden Surfern gezeigt und die Story bleibt völlig auf der Strecke. Das kuriose Einerlei wird weder durch absichtlich oder unabsichtlich dumme Dialoge oder unfreiwillige Komik, noch durch diverse Gore-Szenen, wie sie sonst immer reichlich in größeren Troma-Produktionen vertreten sind, aufgelockert und so verkommen die hohen Wellen, die uns dieser Trashfilm um die Ohren hauen will, zu einer kümmerlichen Brandung, die nicht mal einen hundertjährigen Opa mit Krückstock und Hüftschaden von den Füssen reißen kann.

Auch die Tatsache, dass ausgerechnet Surf Nazis unter der Führung von Adolf, der eine Liebesgespielin namens Eva und einen Kumpel namens Mengele hat, am Strand rumhängen, kann höchstens die ersten 10 Minuten unterhalten und ist danach ausgelutscht. Lacher, oder besser gesagt verhaltenes Auflachen, konnte beim Begutachten an einer Hand abgezählt werden und wenn die Omi mit Knarre und Granate dann endlich in den Krieg zieht, muss man sich ernsthaft zusammenreißen, weil man vorher schon so unglaublich eingelullt wurde.


Bah, ne, ich will nichts mehr zu dem Streifen schreiben. Wenn ich jetzt noch mal genau darüber nachdenke, war er einfach nur scheiße und ich sehe nicht ein, noch mehr Zeit in dieses Review zu stecken!


Fazit:
Wir von der Trash Academy gucken uns ja gerne schlechte Filme an - eigentlich tun wir das dauernd! Und bevor uns jemand etwas vorwerfen will, müssen wir hier in aller Deutlichkeit klarstellen, dass wir das auch gerne tun. Ehrlich, wir lieben Trash und schätzen dieses Genre! Wir haben „Robo Vampire“ überlebt und waren tapfer bei „Supermänner gegen Amazonen“ oder „Roboter der Sterne“, doch was uns „Surf Nazis must die“ lieferte, war schlicht und ergreifend Müll im Müll. Langweilig, unlustig, kein Blut, keine Gedärme, keine bekloppten Dialoge, nur ganz wenige skurrile Einfälle, keine unfreiwillige Komik. Oder anders gesagt: Der Streifen ist so schlecht, dass er schon nicht mehr gut ist, sondern diese Stufe überspringt und dadurch noch schlechter wird, als er eh schon ist. Selbst für Hartgesottene Fans könnte sich diese Trashgranate ganz schnell als herbe Enttäuschung entpuppen und deswegen gibbet auch nur 2 Köppe – einen für den Einfall mit den surfenden Nazis und den anderen irren Gangs und einen für die Amoklaufende Omi! Punkt, Aus, Ende!




PS.: folgende Kritische Kommentare sind bei Wikipedia zu lesen:

"Dilettantisch inszenierter, abstrus-gewalttätiger Actionfilm, der schamlos seine spekulativen Attribute ausschlachtet." - Katholischer Filmdienst

"Nicht einmal die Verwandten der Darsteller werden diesen Film interessant finden." - The New York Times

In einem Artikel in der Chicago Sun-Times schrieb der Filmkritiker Roger Ebert, er habe den Kinosaal nach einer halben Stunde verlassen.

Kommentare:

Wiesenburger hat gesagt…

Also, ich habe den Film auch gesehen und sage Euch- Der Film ist definitiv Kult.
Surfen ist cool, die doofen Nazis killen auch (s."Inglourious Basterds"2009) und Leroy´s Mama ist Blaxploitation pur.
Klar hat der Film seine Längen- wie jeder andere genrezusammengeschusterte Trash-Film auch. Troma eben. Mir hat das Bier zum Film, ordentlich den Sand weggespült, den die Surf-Nazis aufwirbelten. Das Filmteam aus NY hatten bestimmt eine Superzeit in CA. Erst die Pipeline, dann Wipe out!

Doc Savage hat gesagt…

Surfen ist cool, die doofen Nazis killen auch und Leroy's Mama ist Blaxploitation pur.

Da gegen will ich weiß nichts sagen. Die meisten Einfälle in dem Film waren ja auch echt freakig genug.

Von Troma bin ich aber besseres gewöhnt. Und die Sache mit dem Kult trifft ja wohl eher auf den Filmtitel, als auf das filmische Machwerk an sich zu, oder?!

Retro Trasher hat gesagt…

Nicht nur die Band is jut!
Müssten Alle Ü 30'ziger eigentlich kennen dieses Trashjuwel an Film!
Frech,frivoler Freizeitspaß...!