Die Stiefbrüder

(klicke aufs Cover für mehr Ferrell'schen Blödsinn)

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Will Ferrell hat einen äußerst ausgeprägten Sinn für schrägen und subtilen Humor und wenn dann auch noch sein Kumpel John C. Reilly (Ricky Bobby) dabei ist, kann der Film eigentlich nur eins werden: Total bescheuerter Nonsens! Genau das ist nämlich ihr neustes Machwerk „Die Stiefbrüder“, aber – bevor mich hier jemand falsch versteht – im positiven Sinn. Egal welchen Film ich bereits mit Will gesehen habe, er hat mich immer kräftig zum lachen gebracht, was mit Sicherheit auch daran liegt, dass ich seinen Humor in vielerlei Hinsicht teile. Nachdem er sich jetzt schon Jahrelang durch diverse Sportarten gekämpft hat (Rennfahrer, Eiskunstläufer, Basketballspieler) widmet er sich endlich wieder den wichtigen Dingen des Lebens: Der Familie. Oder um es anders auszudrücken: Er spielt einen vierzigjährigen Nichtsnutz, der immer noch bei seiner Mama wohnt und sich aufführt wie ein Teenager – beschützt, behütet und vor allem verzogen.


Doch die Idylle gerät in Gefahr, als sich seine Mutter in einen reichen Doktor verliebt, der ebenfalls einen Sohn (John C. Reilly) zu Hause hat, der eigentlich das genaue Ebenbild von Will ist. Nach der Heirat ziehen sie zusammen und vom ersten Moment an hassen sich die ungewollten Stiefbrüder und bekriegen sich, wo sie nur können. Das ist jedoch noch nicht die Krönung, dient die ganze Rumzickerei doch eigentlich nur dem Spannungsaufbau (wenn davon bei einer Komödie dieses Kalibers überhaupt sprechen kann). Denn nachdem Reilly den großkotzigen Bruder von Will eins aufs Maul gibt, entdecken die beiden, wie viel sie gemeinsam haben und werden die besten Freunde. Und wieder: Das dicke Ende kommt erst noch, wenn sich die Eltern wieder trennen wollen und Ihre Söhne ins Berufleben zu drängen versuchen. Man könnte es auch so ausdrücken: Von Feinden zu Freunden. Von Freunden zu Feinden und dann wieder zu Freunden. Klingt verwirrender, als es im Film ist, denn wer Ferrell-Filme kennt, weiß genau, dass auf eine komplexe und komplizierte Handlung zu Gunsten von jeder Menge bekloppten Situationen und Sprüchen grundsätzlich verzichtet wird!


Adam McKay, der Will Ferrell für alle seine bisherigen Filme (Anchorman & Ricky Bobby) für sich gewinnen konnte, zieht auch hier wieder seine Nummer durch und beweist zum wiederholten Mal einen ausgeprägten Sinn für eine absurde Story, noch absurdere Szenen und total stumpfen, wie lächerlichen Fäkal- und Furzhumor. Aber genau das wissen Ferrell und Reilly umzusetzen. Sie sind deutlich spürbar voll in ihrem Element und haben sichtlich Spaß an ihren beschränkten Charakteren, die von einer dämlichen Situation in den nächste Stolpern. Ob es die nächtliche Schlafwandelei der beiden ist, der Kampf gegen 10-jährige, die ihnen auf dem nach Hause weg auflauern und gegen die sie keine Chance haben oder der Versuch, eine eigene Marketingfirma zu starten… Ach was sag ich – man kann die viele Situationskomik einfach nicht in Worte fassen (deswegen ist es wohl auch Situationskomik). Man sollte sie gesehen haben! Natürlich beschränkt sich die schauspielerische Leistung auf pures Overacting, das jedoch erschreckend real und aus dem Leben gegriffen wirkt. Echt grandios verrückt eben.


Fazit:
Adam McKay (Filme siehe oben) hat es mal wieder geschafft, mit Will Ferrell und John C. Reilly eine etwas andere Komödie zu produzieren. Natürlich steht und fällt der Film mit Will Ferrel. John C. Reilly ist ohne frage auch super, steht aber immer ein wenig im Schatten seines Kollegen, was auch schon bei „Ricky Bobby“ zu beobachten war. Die Gagdichte, die dem Zuschauer geboten wird, steigt mit fortschreitender Handlung und hat zu Anfang noch so ihre Startschwierigkeit. Je näher jedoch das Ende rückt, umso heftiger werden auch die Darbietungen. Ja, der Humor besteht meist aus kranken Situationen und Abartigkeiten unterhalb der Gürtellinie, und ja, der Humor hat eigentlich nur einen Ausgangsplot – Erwachsene, die sich wie Kinder benehmen – aber trotzdem ist er anders, als z.B. in irgendwelchen dämlichen 0815-Teeniekömdien… irgendwie erfrischender, absurder und schwärzer. Insgesamt für mich jetzt gerade schwer zu beschreiben. Jedenfalls: Wenn man sich tatsächlich auf dieses Niveau herablassen kann – ein Niveau, dass bei vorangegangen Ferrellfilmen nicht viel höher war und damit zumindest den Fans bestens vertraut sein sollte – dann wird man eine Menge Spaß haben. Alle anderen werden meine Aussage wahrscheinlich verfluchen, wenn sie sich „Die Stiefbrüder“ in Erwartung, eine anspruchsvolle Komödie zu sehen, ansehen. Entweder man kommt drauf klar, oder man hält Will Ferrell für den größten Idioten und den unlustigsten Mann der Welt. Ich tue das nicht – im GEGENTEIL – und so ist auch nicht verwunderlich, dass ich über diesen bekloppt guten Film verdammt viel gelacht habe - mal leiser, meist aber lauter – und dafür gibt’s auch 4 grinsende Affenschädel!




Hier gibbet noch den Trailer, allerdings muss man dazu sagen, der Film mit Sicherheit im O-Ton noch viel besser kommt. War bei allen anderen Ferrellfilmen jedensfalls immer so. ;-)


1 Kommentar:

GeneralUnsichtbar hat gesagt…

Ein klasse Streifen, der steht auf jeden Fall in meiner Top 10 der besten Komödien aller Zeiten!^^ Und ja, den kann man nur im Original richtig genießen, die Synchro ist doch etwas zu sehr verunglückt, was die Übersetzung betrifft.