PAS DES DEUX - DEMASKIERUNG


Pas des deux:
Die alte Nummer 2 aus „Die Glocken von Big Ben“ ist zurück im Dorf und sieht nur noch eine Möglichkeit an die Geheimnisse von Nummer 6 zu kommen: Ein (Psycho-) Duell auf Leben und Tod. Es kann nur ein Gewinner geben - entweder Nummer 2 bekommt die Informationen oder stirbt bei dem Versuch. Zu diesem Zweck werden beide für 7 Tage im so genannten Embryo-Raum isoliert.
Die vorletzte Episode entstand zu einem Zeitpunkt, in der die abschließende Folge noch nicht einmal in Planung war. MacGoohan, der das Drehbuch verfasste, ließ sich vor allem von den 7 Lebensstadien von Shakespeare inspirieren und inszenierte eine Art Bühnendrama. Schauspielerisch wurde von MacGoohan und LeoMcKern enorm viel abverlangt und McKern versetzte sich so akribisch in seine Rolle, dass er während der Dreharbeiten einen Zusammenbruch erlitt. Außerdem wird auch das einzige Mal direkt von Nummer 6 erwähnt, warum er seinen Rücktritt eingereicht hat. Überhaupt brilliert diese Episode neben dem intensiven Duell mit einer Mischung aus beantworteten und neu aufkommenden Fragen.

Demaskierung:
Nummer 6 hat sich nach dem Duell mit Nummer 2 das Recht erkämpft, als Individuum anerkannt zu werden und muss am Ritual der Amtseinführung teilnehmen. Ihm wird freigestellt zu gehen oder als neue Nummer 2 zu herrschen. Doch vorher muss er eine Gerichtsverhandlung mit ansehen, in der sich verschiedene Personen verantworten müssen, die sich gegen das System gestellt haben. Am ende bekommt Nummer 6 endlich die Chance, das Geheimnis um Nummer 1 zu lüften, doch ihn erwartet eine große Überraschung.
Ein Jahr nach den Dreharbeiten zu „Pas des Deux“ hatte MacGoohan immer noch kein passendes Ende für die Serie gefunden und schrieb das Drehbuch in einem 36stündigen Marathon in seiner Kabine. Heraus kam eine Folge, die sowohl kritisch, angreifend, surreal und vor allem verwirrend ist. Die Aufklärung der Identität von Nummer 1 wirkte auf die damaligen Zuschauer absolut unbefriedigend, da ein Standart Bösewicht a la James Bond erwartet wurde. Die Machart der Folge und die daraus resultierende Unzufriedenheit führten dazu, dass MacGoohan vorübergehend aus England flüchten musste. Fakt ist, dass „Demaskierung“ einer der groteskesten und surrealsten Serienfolgen ist, die jemals produziert wurden. Der Interpretationsspielraum ist riesig und war damit seiner Zeit und dem Horizont des Publikums zu weit voraus. Es ist ratsam gerade die letzten beiden Episoden mehr als einmal zu gucken und sich dann im Kontext der gesamten Serie eine eigene Meinung zu den Geschehnissen um Nummer 6, Nummer 1 und alle anderen ungeklärten Geheimnisse zu bilden!

Wie MacGoohan selber sagte:
„Erklärungen vernebeln das, was die Serie sein sollte: Ein allegorisches Rätsel, das jeder selbst interpretieren sollte. Wenn man ein Rätsel erklärt, ist es kein Rätsel mehr. Wenn man allerdings nach einer Erklärung verwirrter ist als zuvor, geht das Rätsel weiter…“

Be seeing you!

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