American Fighter

(klicke aufs Cover für mehr Ninjamäßige Infos)

Release: 1985

NINJAAAS!!!

Wenn die Cannon-Group billige aber schicke Drehorte auf den Philippinen für sich entdeckt und Michael Dudikoff für seinen ersten Actionklopper und Ninja-Experte Sam Fristenberg als Regisseur des Ganzen verpflichtet, dann kann man davon ausgehen, dass man in den nächsten 90 Minuten mit 80iger Actionkino vom feinsten unterhalten wird.

Alles beginnt damit, dass Joe Armstrong als Fahrer bei US-Army anfängt und man seine Fahrzeugkolonne direkt an seinem ersten Arbeitstag angreift und plündern will. Ebenfalls in der Kolonne ist auch die Tochter des Generals der US-Streitkräfte. Dann tauchen plötzlich Ninjas auf und nur Joe stellt sich ihnen in den Weg, wobei er natürlich über die nötige Kampferfahrung verfügt, um sich gegen die schwarzen Schergen behaupten zu können. Joe wurde nämlich als Kind von einem Ninjameister im Dschungel großgezogen und beherrscht die hohe Kunst des Hokuspokus… Scherz! Aber ist dann eben auch ein Ninja – der amerikanische Ninja! Zurück im Lager – die Tochter hat er zu Hause abgeliefert – misstraut man ihm zunächst, aber nachdem er dem Sergeant (Steve James) ordentlich eins auf die Mütze gegeben hat, werden die beiden dicksten Kumpel. Leider steckt Joe’s Vorgesetzter, der General, ziemlich tief in einem Komplott mit dem lokalen Waffenschieber Mister Ortega, der militärische Waffen von Ninjas klauen lässt, die dann über Mr. Ortega weiterverkauft werden. Klar, dass Joe weder die Entführung seiner Schnitte, noch die Waffenschieberei und natürlich die vielen Angriffe auf sein Leben gutheißen kann. Er stellt alle Fieslinge auf einem großen Villengelände und der finale Kampf gegen eine Horde Badguys und natürlich gegen den Oberninja und Helfershelfer von Mr. Ortega kann beginnen. Natürlich darf auch sein Kollege von Army ordentlich mitmischen und in einer schmerzhaften Szene die Kronjuwelen eines Angreifers zu Brei schlagen... wirklich sehr schmerzvoll…

"You see this guy? He's super serious!"

Sam Fristenberg, der schon so manchen Klopperactionstreifen vorzugsweise mit Ninjas inszenierte, zeigt auch mit „American Fighter“ wieder, wozu er in der Lage ist. Oder wozu nicht, nämlich solide Drehbücher verfassen! Wer kommt den bitte auf die Idee, sich eine private Ninjaarmee zu halten, die Waffen von der Army klauen sollen, die dann wiederrum an irgendwelche zweitklassigen Schmalspurganoven weiter verkauft werden? Eigentlich ist die Story so extrem blöde, dass sie schon wieder genial ist. Überhaupt kann man „American Fighter“ einen gewissen Trashfaktor nicht absprechen. Es fällt jedenfalls schwer, beim Anblick der watschelnden Ninjas ernst zu bleiben, oder bei den Szenen aus dem Ninja-Trainingslager, wo die Deppen in Bunten Kampfanzügen über Gerüste klettern und danach vom Oberninja zwecks Machtdemonstration kaputt gekloppt werden. Oder allein der Anblick von Mr. Ortega, der irgendwie so gar nicht nach einem oberfiesen Waffenschieber aussieht, sondern eher wie ein prolliger Zuhälter. Es ließen sich noch mehr solcher Momente aufzählen, aber insgeheim macht das ja den Reiz des Streifens aus oder es liegt an mir, dass ich all die Ninjastreifen seit „Das Todesschwert der Ninja“ und "Ninja - In geheimer Mission einfach nicht mehr ernst nehmen kann.
"BANZAI! Das heißt auf japanisch BAHNFREI!"

Neben diesen ungewollt trashigen Szenen versteht sich Fristenberg aber vor allem auf eins: Action am laufenden Band. Eigentlich gibt es keine Szene, in der irgendjemand mal nicht eins über die Rübe kriegt, wobei so etwas natürlich entweder von maskierten Ninjakämpfern oder von Dudikoff ausgeführt wird, der mit „American Fighter“ nebenbei bemerkt sein Actiondebüt feierte. Entsprechend zurückhaltend agiert er hier und wirkt schon fast ein wenig verschüchtert. Zum Glück ist sein Charakter nicht sehr redselig und so wird Dudikoff kein schauspielerisches Talent abverlangt, auch wenn sein Charakter dadurch etwas blass wirkt. Bei Kämpfen kann er dann allerdings wieder zeigen, was er so drauf hat. Obwohl Dudikoff zu diesem Zeitpunkt keinerlei Kampfsporterfahrung hatte, macht er seine Sache nämlich ziemlich gut und gerade Schwertkämpfe bestreitet er recht elegant.

Faustkampfchoreografien hingegen entsprechen leider absolut nicht mehr den heutigen Standards. Sie wirken zu langsam, klobig und unbeholfen. Zum Glück haben die Ninjas meistens viel mehr Freude an Wurfsternen, Rauchbomben, irgendwelchen kleinen Pfeilschleudern und Schwertern, als am harten Faustkampf. Aus dem restlichen Budget bastelt Fristenberg ein paar nette Explosionen und Shootouts, die zwar billig aussehen, damit aber gut zur restlichen Machart passen. Besonders bei dem Angriff der Army auf die Villa von Mr. Ortega (siehe Bild) kommt dank totaler over-the-top-Inszenierung noch einmal so richtig schönes 80iger B-Action-Feeling auf, was die Herzen von Genrefans höher schlagen lassen sollte.


Fazit:
„American Ninja“ prägte nicht nur vier Folgefilme, sondern der Streifen machte Michael Dudikoff auch zum Aushängeschild von Cannon und brachte ihn endgültig groß raus. Themen, wie die Ninjaarmee samt Trainingslager und Trainingsmontage oder Oberninja als Helfershelfer wurden zum Pflichtprogramm in vielen anderen Ninjastreifen. 80iger Actionkino vom feinsten aus dem Hause Cannon wird hier präsentiert und macht, so blöde das ganze auch ist, einfach Spaß – immer unter der Voraussetzung, dass man sich als Genrefan bezeichnen und sein Hirn für sowas abschalten kann. All zu ernst darf man den Streifen nämlich wirklich nicht nehmen! Ganz lockere 4 Logos!


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