The Defender

(klicke aufs Cover für mehr Dolphige Infos)

Release: 2004 (Direct-to-video)


Dolph Lundgren spielt den Ex-Soldaten Lance Rockford, der nach seinen tragischen Erlebnissen im Golfkrieg (Gefangenname, Folter) als Hochdekorierter Bodyguard für die Nationale Friedensbeauftragte der USA arbeitet. Alles beginnt mit einem Treffen mit einem Terroristenführer in Rumänien, welches von der NFB (Nationale Friedensbeauftragte ;-) unter strengster Geheimhaltung geplant wurde. Während des Treffens in einem abgelegenen Hotel wird die Gruppe plötzlich angegriffen. Es entbrennt ein erbitterte Kampf, bei dem die kleine Gruppe im Kugelhagel stetig dezimiert wird. Als Rockford den Grund für das Treffen erfährt, erkennt er, dass er nur als Lockvogel zur Zerschlagung einer Verschwörung benutzt wurde – einer Verschwörung mitten in den höchsten Rängen der Regierung mit dem Ziel, den Präsidenten wegen seinen groß angelegten Friedensbemühungen zu stürzen. Das kann Rockford natürlich nicht zulassen und ist es sein einziges Ziel, das Leben der NFB zu schützen und zwar um jeden Preis.
Das ist er also, der erste eigene Film von Herrn Dolph. Endlich darf der blonde Hüne selber vor und hinter der Kamera stehen und seine eigenen Vorstellungen eines Actionfilms verwirklichen. Und – Hut ab – das hat er auch geschafft. Mit seinem Regiedebüt zieht sich Lundgren nämlich ganz locker aus dem tiefen Loch, in das er mit den bescheidenen Filmen der Jahre davor gefallen war. Sogar das Drehbuch ist von solider Machart und beschäftigt sich mit Themen, die nicht völlig aus der Luft gegriffen sind und durchaus realitätsnah daherkommen. Natürlich ist die Story bei einem B-Actioner zweitrangig, aber es ist schon eine nette Sache, wenn man sich als Zuschauer mal nicht durch eine platte, ausgelutschte oder total übertriebene und komplizierte Lord-Steven-The-Foreigner-Story total verarscht vorkommt. Ingesamt vergehen etwa 30 Minuten, in denen der Zuschauer alles Wissenswerte rund um die verschiedenen Charaktere und die Hintergrundgeschichte erfährt. Auch wenn hier nichts los ist, versteht sich Lundgren auf eine schnelle, unkomplizierte und dadurch vor allem nicht allzu langweilige Inszenierung.
Sind die 30 Minuten dann überstanden, wird das Actionfeuerwerk aber so was von abgefackelt. Auf dem DVD-Cover steht der aussageträchtige Slogan „Ein einziger Showdown“ und das trifft absolut zu, denn bis zum ende des knapp 80 Minuten langen Streifens sprechen jetzt nur noch die Knarren und Handkanten! Herumfliegende Granaten und durch Raketenbeschuss explodierende Vehikel sorgen dabei für den nötigen Wumms. Für seine erste Regiearbeit beweißt Herr Dolph ein gutes Auge für schicke Faustkämpfe und harte Shootouts – manchmal vielleicht noch etwas holprig, aber insgesamt schon sehr sicher.
Schauspielerisch sind dabei alle Anwesende gut bei der Sache, denn auch bei der Wahl seiner Mitstreiter hat Lundgren ein geschicktes Händchen bewiesen. Totalausfälle sind hier Fehlanzeige. So verrichten die Jungs und Mädel rund um den Hauptdarsteller souverän Ihre Arbeit und mähen die Gesichts- und Namenlosen Angreifer Reihenweise nieder. Dolph selbst wirkt insgesamt leider etwas unterkühlt, was wahrscheinlich an der großen Verantwortung liegt, die auf seine Hauptrolle und die gleichzeitige Regie zurückzuführen ist. Ein paar mehr coole Oneliner hätten sicherlich nicht geschadet. Nichts desto trotz präsentiert er sich in Topform, was allerdings bei ihm im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen noch nie das Problem war.


Fazit:
Dolph Lundgrens „The Defender“ haftet zwar noch eine gewisse Unsicherheit an und ab und zu begeht der Streifen ein paar Inszenatorische Fehltritte, z.B. bleibt die Action durchgängig auf einem gleich bleibenden, wenn auch guten Niveau, wodurch es leider keinen echten Höhenpunkte gibt. In Anbetracht der Tatsache, dass es Herr Dolph’s Regiedebüt ist, wird hier jedoch B-Action-Unterhaltung der gehobenen Klasse präsentiert. Der Genrefan sollte also am Besten über die paar Fehler hinwegsehen und diesen Streifen einfach genießen. Es ist hier bereits zu erahnen, wie viel Potential in Lundgren steckt und das er noch lange nicht an seine kreativen Grenzen gestoßen ist, was er dann ja auch mit seinen späteren eigenen Filmen „The Mechanik“ und „Missionary Man“ unter Beweis gestellt hat.
Dolph Lundgren ist nach langer Durststrecke back in Action und hat das ausschließlich sich selbst zu verdanken. Darüber freut sich Herr Dolph und der Fan erst recht. Von so viel Motivation und Ehrgzeiz könnten sich seine Kollegen jedenfalls ruhig mal ne Scheibe abscheiden. Oder anders: Vielleicht sollte Lundgren mal die Regie vom nächsten Seagalstreifen übernehmen! Hahaha, mein Gott, was red ich da schon wieder…

3,5 Zimbelaffen!
,5


PS.: Hey! Erste Lundgren-Streifen, zu dem hier was geschrieben wurde. Premiere!

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