Doomsday

(klicke aufs Cover für doomige Infos)

Release: 2008

Yeah, endlich konnten wir "Doomsday" gucken!


Alles beginnt mit dem Reaper-Virus a la „28days later“ an, der plötzlich in Schottland wütet. Kurzerhand wird eine große Mauer mit automatischen Geschützen hochgezogen und der Schlüssel weggeworfen, in der Hoffnung, dass das Virus in Vergessenheit gerät und niemals ein Präsident über Schottland abstürzt. Ein paar Jahre in der Zukunft stürzt dann zum Glück nicht der Präsident ab, allerdings tauchen in London ein paar Reaper-Infizierte auf und versetzen Bevölkerung und Politiker in Angst und Schrecken. Plötzlich kommen Geheimberichte ans Tageslicht, die eindeutig belegen können, dass es in Schottland seit geraumer Zeit doch noch Überlebende gibt. Und wo es Überlebende gibt, gibt es auch einen Impfstoff und genau den soll Major Eden Sinclair mit ihrem Team besorgen und damit London retten. Leider bestehen die Überlebenden zur Hälfte aus ziemlich abgedrehten Kannibalen-Punks und zum anderen aus ebenfalls ziemlich abgedrehten Mittelalterfanatikern und beide Gruppen sind alles andere als erfreut über den Besuch von der Außenwelt. Naja, die Punks mögen die Neuankömmlinge schon irgendwie… zum fressen gern! *haha*… sorry! Jedenfalls erfährt einer nach dem anderem aus dem Team ein mal mehr, mal weniger ekeliges Ableben, nur unsere scharfe Snake-Plisken-Tante nicht und am Ende gibt es noch eine schicke Mad-Max-Verfolgungsjagt und danach ein endzeitliches „Leckt mich doch alle am Arsch“- Ende.


Auch wenn sich das jetzt vielleicht anders anhört, aber – ohne scheiß – der Film hat richtig Spaß gemacht. Neil Marshall hat das Genre mit seinem Machwerk nämlich weiß Gott nicht neu erfunden, aber das wollte er auch gar nicht. Er nahm ein paar erfolgreiche Zutaten, mixte sie wild zusammen und herauskam eine Verbeugung vor diversen Vorbildern. Dass sich, wie die Handlungszusammenfassung schon angedeutet hat, sein Machwerk dabei zu keiner Minute ernst nimmt, Actionszene an Actionszene reiht und die Handlung absolut für den Popo ist, ist wohl selbst redend.
Gepaart mir jeder Menge solide inszenierter Action ohne beschissene fWk (fucking Wackelkamera) hält Marshall das Tempo während des gesamtes Filmes ziemlich hoch, wodurch kaum langweiliger Leerlauf entsteht. Wenn’s doch mal ruhiger (im Sinne von Actionarm) wird, dann kommt Marshall meistens mit skurrilen Ideen um die Ecke (z.B. die Tanzeinlage vom Oberkannibalenpunkboss kurz vor dem Festessen). Ansonsten gibt’s Knochenbrüche, Einschusslöcher, fiese Fleischwunden, gespaltene Schädel und rollende Köpfte in handwerklich traditioneller Arbeit ohne CGI-Nachbearbeitung zu bestaunen – immer wieder abgerundet durch nette Oneliner. Überhaupt wurde größtenteils auf CGI verzichtet - jedenfalls soweit das meine laienhaften Augen beurteilen konnten.


Zu den Darstellern will ich jetzt nicht all zu viel schreiben, außer vielleicht das wir es bei der Hauptrolle mit einem weiblichen Snake Plisken zu tun bekommen, gespielt von Rhona Mitra. Bis auf die Augenklappe (die wurde verbessert) hat nämlich auch Mitra’s Charakter alles was den Flüchtling von N.Y und L.A. ebenfalls ausmachte: Absolute Coolness, immer einen zynischen Spruch auf den Lippen und zielsicheres Fingerchen am Abzug. Der Rest der Bagage tut seine Pflicht, um Maj. Sinclair bei ihrem Feldzug unterstützen und wenn’s auch nur die Pflicht ist, im Kampf drauf zu gehen.


Fazit:
Neil Marshall scheißt auf Gewaltentschärfenden Cuts und dadurch auf ausbleibende Kinoauswertungen und inszeniert stattdessen unmoralisches Splatter-Action-Zombie-Mutanten-Endzeitkino vom feinsten. Er hat keine Lust, dass Genre neu zu erfinden, sondern bedient sich reichlich an vorhandenen Vorlagen und gibt den Fans ein Film, in dem sie sich von der erste Minute an wohl fühlen. Nichts neues, nicht innovatives, aber dafür unglaublich cool in Szene gesetzt. Ohne Durchhänger, dafür aber mit jeder Menge Action voll gepackt, vergingen die knapp 100 Minuten wie im Fluge und am Ende kann ich nur sagen: Wenn ihr zu den endzeitgeilen Freaks gehört, die bereits mehrmals „Escape from NY/LA“, „Mad Max 1 bis 3“, „Aliens“, „28 days later“, etc. etc. etc. verschlungen haben, dann zieht euch verdammt noch mal auch „Doomsday“ rein! Ihr werdet es bestimmt nicht bereuen (naja, einige vielleicht schon ;-D ).

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