Futureworld

(klicke aufs Cover für mehr Infos)

Release: 1976

Das Land von Übermorgen!

Es ist bestimmt schon 8 oder 9 Jahre her, seit ich Futureworld das letzte mal im Vormittagsprogramm vom Kabel 1 gesehen habe. Wie man sieht läuft der Film immer noch auf K1, nur um eine extrem unchristliche Zeit: 3:35h... Wie kann man ein solch solides Werk auf so eine Sendezeit verbannen? Haben "Futureworld" und Peter Fonda, der alte Easyrider, das verdient? Nachdem ich tatsächlich meinen alten VHS-Rekorder wieder angeschlossen bekommen habe und mit freude feststellte, dass er sogar noch funktionstätig ist, nahm ich den Film kurzerhand auf, um ihn mir endlich mal wieder an einem dreckigkalten Sonntagnachmittag reinzuziehen. Futureworld ist übrigens die Fortsetzung von "Westworld", bezieht sich aber nur selten auf den Vorläufer, womit Futureworld getrost auch ohne Vorwissen geguckt werden kann.

Futureworld - Modernste Technik für das Land von Übermorgen!

Delos ist back in Action. Der Multikonzern, der auch schon für Westworld zuständig war, hat sich von der schlechte Publicity erholt und die Roboter, die damals in Westworld Amok gelaufen sind und über 50 Menschen getötet haben, gründlich überholt. Nach Milliardenteuren Investitionen öffnet Futureworld seine Tore. Insgesamt steht eine antike, eine mittelalterliche und eine futuristische Welt zur Verfügung, in die der Gast eintauchen kann. Umgeben von Robotern kann er das Leben der einzelnen Welten genießen und aktiv daran teilnehmen (z.B. Schwertkämpfe oder Skifahren auf dem Mars). Erlebnisurlaub vom feinsten! Um bessere Presse zu erzielen und die Vorurteile gegenüber Robotern zu zerstreuen, werden die Reporter Chuck Browning (Peter Fonda) und Tracy Ballert (Blythe Danner) eingeladen, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Doch Browning traut dem Braten nicht und schnell wird klar, dass Delos ziemlich größenwahnsinnige Ziele verfolgt: Den Austausch großer Persönlichkeiten (Staatsmänner, Wissenschaftler, Millionäre etc.) durch die eigenen, entwickelten Roboter. Als auch Chuck und Tracy ersetzt werden sollen, kommt es zu einem Kampf gegen ihre eigenen Ebenbilder und niemand kann mehr sagen, wer Mensch und wer Maschine ist.

Futureworld - Entertainment pur!


Besonders imposant geraten sind bei Futureworld vor allem die Kulissen, die für damalige Verhältnisse wirklich ziemlich futuristisch aussehen. Kilometerlange Rohrleitungen ziehen sich durch die unterirdischen Tunnelsysteme, überall gibt es Kontrollpulte mit Millionen blickender Knöpfe und Schalter, kleine Personenbahnen fahren die Besucher direkt zu ihren gewünschten Zielen, alles ist überwacht, alles wird kontrolliert. Und überall ist der allgegenwürtige Charme der 70iger Jahre zu spüren, den man entweder hasst oder liebt. Besonders mit der futuristischen Welt hat man sich viel Mühe gegeben. Dort gibt es zum Beispiel ein holografisches Schachspiel oder das oben gezeigte Boxkampfsystem. In Futureworld ist alles möglich, wird immer wieder gesagt und wenn man sich das Ganze so anschaut, wird es dank der extremen Detailverliebtheit fast schon glaubhaft. Natürlich ist die Technik entsprechend veraltet, insgesamt aber passend. Bei Futureworld kamen übrigens die ersten Computeranimationen der Filmgeschichte zum Einsatz: Eine Drahtgitterhand und der digitalisierte Kopf von Peter Fonda.

Futureworld - wir hauen ihnen die Falten aus dem Gesicht!

Der Spannungsbogen ist bei Futureworld ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite kann die als Thriller konzipierte Story auch in ruhigen Momenten entweder durch die zänkerischen und gut aufgelegten Schauspieler Fonda und Danner, durch die großzügigen Kulissen oder durch die treibende, im Ohr hängen bleibene Filmmusik überzeugen. Insgesamt plätschert die Handlung aber ohne viel Tiefgang dahin, was den Film trotz interessantem Plot zu einer leichten Kost verkommen lässt. Man hätte insgesamt einfach viel mehr aus der Roboter-Verschwörung machen können! In einer Traumsequenz, die mit der eigentlichen Story nichts zu tun hat, ist übrigens Yul Brunner in seiner letzten Rolle vor seinem Tod zu sehen. Sieht nett aus, ist aber völlig überflüssig und sinnlos.


Fazit:
"Futureworld" kann sich von den typischen 70iger Jahre Sci-Fi-Filmen abheben und ist auf einer Stufe mit seinem Vorgänger "Westworld". Gute Schauspieler, tolle Kulisse, interessante Story und typischer 70iger Jahre Charme tragen den Sci-Fi-Thriller lockerflockig über eine Laufzeit von knapp 100 Minuten. Die Spannung ist zwar konstant vorhanden, insgesamt aber auf einem niedrigen Niveau, da auch aus dem Thema mehr hätte gemacht werden könnten. Trotzdem ein toller Film, dem ich Fans von älterer Science-Fiction-Kost gerne ans Herz legen möchte. Ich persönlich würde dem Film locker 5 Köppe vergeben, realistisch betrachtet werden's aber nur drei... ha, ne vier! So! Guckt euch "Westworld" aber auch noch an, der ist nämlich auch klasse und Yul Brunner spielt den amoklaufenden Bösewicht! ;)

In diesem Sinne:



1 Kommentar:

tumulder hat gesagt…

Ein Herz für den 70th Science Fiction Film. Hier bin ich richtig.:D