James Bond - Quantum of Solace

(klicke aufs Cover für ein Quantum an Informationen)

Release: 2008


Freitag Abend war es soweit. Doc Savage und ich, beide große Bond-Jünger, machten uns auf den Weg ins nächst beste Kino.
Von einigen schlechten Kritiken vorgeschädigt, erwarteten wir mit ein wenig Unbehagen das nun kommende. Und es kam......

Oder sollte ich besser sagen, es wackelte an. James Bond (Daniel Craig) auf der Flucht. Nur wie, wo, was, wann? Es wackelt viel, man verliert teilweise die räumliche Orientierung und die Perpektivenwechsel geben einem den Rest. So entsteht der Eindruck als hätten Kameramann und Cutter Parkinson. Die Wackelkamera in den Verfolgungsjagden der ersten 10 Minuten nimmt einem ein wenig den Spaß, aber wer die einmal überstanden hat, der wird mit einem durchaus soliden Film belohnt.
Um Quantum of Solace (QoS) zu gänze verstehen zu können, sollte man vorher auf jeden Fall Casino Royal (CR) gesehen haben, da nicht nur einige Charaktere daraus wieder auftauchen, sondern die beiden Filme als eine Einheit konzipiert sind.
Auch wenn Moneypenny und Q respektive R in diesem Film fehlen, so enthält die Story doch typische Bond-Motive, spielt genau wie "Goldfinger" und "Der Morgen stirbt nie" mit aktuellen Ängsten der Welt und zeigt humoristischen Zeitgeist - Bestechungsgelder werden in Euro gezahlt, nicht mehr in Dollar.
Camille (Olga Kurylenko, Hitman), das neue Bond-Girl, bleibt über den gesamten Film ein wenig blass, was nicht nur an der unpassenden Synchronisation liegen dürfte. Und wenn ich es recht überlege, bleiben einige Charaktere in diesem Film unter ihren Möglichkeiten.
Oberschurke Dominic Green (Mathieu Amalric) wirkt, dafür das er Mitglied einer Organisation ist, die sogar den MI6 unterwandert hat, ein wenig zu sehr eingeschüchtert von Bond, dessen Charakterbildung, die nun einmal das Hauptaugenmerk von CR und QoS sein sollten, etwas zu dezent abgehandelt wird. Natürlich sind wir im Actiongenre, wo großartiges Liebesgeturtel oder schmalziges Herzausschütten vermieden werden sollte und zum Glück auch nicht Bestandteil ovn QoS ist, allerdings sind für mich einige Reaktionen Bonds vom Himmel gefallen, als dass sie einem erkennbaren psychischem Wandel folgen.
Insgesamt verließen wir das Kino aber mit dem Gefühl einen guten, modernen und actionreichen Bond gesehen zu haben.Der Film hat mir trotz seiner gewissen Blässe gut gefallen und erhält gute 4 Zimbelaffen dafür.

gez.: Lord





Tja, also da hat mein werter Kollege ja eigentlich schon fast alles gesagt. Ein paar Dinge will ich aber noch hinzufügen. Eine kurze Pro- und Contraliste:

Daniel Craig! Er hat ne verdammt gute Figur als rachsüchtiger, erbarmungsloser und skrupelloser Bond gemacht und damit seine Sympathien nach CR weiter ausgebaut. Er war allerdings so rachsüchtig, dass die Arschlochart zwar wunderbar passte, die (zwar nur kurz angerissene) Liebesszene mit Bondgirl Nr. 1 (Gemma Arterton) aber fast unpassend wirkte. Dafür gabs dann daraus resultierend eine herrliche Hommage an "Goldfinger" und die vergoldete Frau!
Ein weiterer Bonuspunkt sind die Locations des Films. Über Italien, Österreich, Chile, London, Bolivien geht die Hetzjagd und das bittet viel Platz für schicke Kulissen.
Als Actionfan kam ich ebenfalls auf meine Kosten. Bei der kurzen Laufzeit von knapp 100 Minuten (kürzester Bond aller Zeiten) traten quasi keine Längen auf. Dauernd Krachte und Knallte es. Faustkämpfe kamen mit einer brutalen Härte daher, was wunderbar mit der erbarmungslosen Art von Craig harmonisierte.

Die ganze Actionpracht überschattet allerdings diese verdammte Wackelkamera! Es ist doch wirklich ein absolutes Unding, ein derartiges Schnittstakato abzufackeln, dass man als Zuschauer kein Plan mehr hat, was da eigentlich ab geht! Was zum Teufel soll das?? Mehr Spannung, Intensität und Realismus etwa??? Ne, totaler Bullshit, mehr nicht! Ruhige Kamerafahrten während Actionszenen waren immer Markenzeichen von Bondfilmen, schon alleine aus dem Grund, dass man diese immer besonders spektakulär auslegte und die Zuschauer besonders viel davon haben sollten. Dieser Stilbruch fällt bei QoS wirklich unglaublich störend auf und da ich nicht der einzige bin - das ist quasi in jeder halbwegs objektiven Bewertung kritisiert worden - hoffe ich, dass sich das beim nächsten mal wieder ändert!
Ansonsten muss man aber wirklich sagen, dass das QoS ein toller neuer Bond geworden ist, der nach CR allerdings ein wenig hinter den Erwartungen zurückbleibt. Doch gerade im Zusammenhang mit CR gesehen bilden diese beiden neuen Bond-Werke einen gelungenen Neuanfang der Reihe und mit Daniel Craig an Bord, den man hoffentlich noch ein wenig behält, können sich Fans schon jetzt auf die nächste Mission des Agenten im Auftrag Ihrer Majestät freuen! Ebenfalls solide 4 Köppe!

gez. Doc Savage



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