Mutant Chronicles

(klicke aufs Cover für mehr mutierte Infos)

Release: 2008

Spontankauf Nummer 2
(siehe auch Spontankauf No.1 und No.3)

Zu Spontankauf Nummer 2 kam ich, weil ich den Namen irgendwo mal gelesen und das Poster dazu gesehen hatte. Bilder vom Film waren mir bis dato völlig unbekannt. Ich blickte auf die Rückseite der DVD und sah den Butten „SPIO – JK geprüft“ und dachte mir: „Nimmste einfach mit, wird schon uncut sein und der rest scheint ja auch nett zu werden.“ Beim nächsten Trash-Abend musste die neu erstandene DVD dann natürlich geguckt werden.

Auf der Erde im Jahre 2707 herrscht mal wieder Krieg. Vier große Konzerne kämpfen um die letzten Ressourcen des Planeten. Die Technik der alten Zeit ist schon lange verloren gegangen und man beschränkt sich auf Waffentechnologie, die von ihrer Funktionsweise her etwa aus dem ersten oder zweiten Weltkrieg stammen könnten. Was aber niemand mehr weiß (bis auf einen kleinen Orden), vor tausenden Jahren wurde ein Maschine auf der Erde versiegelt. Eine außerirdische Maschine, die Menschen in brutale Mutanten verwandelt. Durch eine große Schlacht wird die Maschine wieder reaktiviert und die Mutanten fallen über die Menschheit her. Stadt um Stadt fällt und nur der kleine Orden besitzt noch das Wissen, die Maschine zu zerstören. Also zieht der oberste Priester zusammen mit einer wild durcheinander gewürfelten kleinen Truppe los, um durch in den Untergrund zu der Maschine vorzudringen und die Menschheit zu retten. Dass diese Mission einem Himmelfahrtskommando gleichkommt, muss wohl nicht extra erwähnt werden.
„Mutant Chronicles“ kann wohl am ehesten als Endzeit-Sci-Fi-Fantasy bezeichnet werden. Düstere Zukunftsvisionen, nix mit Mikroprozessortechnik, sondern dampfbetriebene Flugschiffe, alles im Flair des zweiten Weltkrieges gehalten (Kleidung und Waffen z.B.)… das schafft eine ganz eigene, ungewöhnliche Atmosphäre. Hinzu kommt der Umstand, dass der Film quasi komplett vor einem Green-Screen entstanden ist, wie z.B. auch 300 oder SinCity. Die endzeitliche Stimmung, die zerstörten Städte, Kampfgebiete oder versunkene Städte im Untergrund können dadurch unglaublich stimmungsvoll in Szene gesetzt werden. Verschieden Farbfilter und das im krassen Gegensatz dazu immer quietschrote CGI-Blut tun ihr übriges, um dem Film einen Comichaften Charakter zu verleihen, was allerdings absolut passend ist! Hinzu gesellen sich wirklich gut aufgelegte Schauspieler – allen voran natürlich Alt-Punisher Thomas Jane, der den typischen rebellischen und zynischen Soldaten mimt. Schade, dass ihm immer noch nicht die Ehre zu Teil geworden ist, die er verdient hat. Aber vielleicht ist auch gerade das sein Ziel – nämlich in solchen Randerscheinungen mitzuspielen, weit ab der Mainstreamunterhaltung?! Wer weiß… Fakt ist, er ist einfach ne arschcoole Pocke in diesem Film!
Negativ fallen dagegen einige Längen auf. Nach der bombastischen Schlacht direkt zu Beginn, findet der Streifen erst mit den letzten Szenen zu dieser anfänglichen Dynamik zurück. Dazwischen hat man als Zuschauer bei einer Laufzeit von knapp 100 Minuten mit einigen Längen zu kämpfen. Kleine Atempausen um die apokalyptischen Bilder zu bestaunen, sind ja prinzipiell nicht schlecht, aber meisten werden diese Szenen von schweren bis langweiligen Dialogen überschattet. Umso mehr freut man sich allerdings dann auf die regelmäßigen Scharmützel mit Mutanten oder kleine Actioneinlagen. Was außerdem noch bemängelt werden könnte, ist der Umstand, dass man dem Film sein Budget ansieht. Zu keiner Zeit ist so edel, dass er ins Kino gepasst hätte. Dafür sind die CGI Effekte eben doch noch ein wenig zu billig. Allerdings handelt es sich hier eindeutig um einen B-Film (wenn auch gehobenerer Klasse) und dadurch relativiert sich das ganze wieder, denn was aus den gegebenen Mitteln gemacht wurde, spricht eigentlich für sich! Die immer gleich aussehenden Mutanten, die von anderen oft bemängelt wurden, sind für mich kein Negativaspekt. Sie sind ein zweckdienlicher Gegner und dienen eh nur als Kanonen-/ Schwertfutter (Masse statt Klasse)!

Fazit:
„Mutant Chronicles“ wird mit Sicherheit nicht jedem gefallen (das war auch am Trash-Abend der Fall... 2 gegen 2 war das Resultat am Ende)! Man muss schon ein Faible für dieses CGI-Gewitter haben, aus dem der Streifen besteht und erst recht muss man ein gewisses Interesse am Genre mitbringen, um sich in der unwirklichen und unrealistischen Szenerie zu Recht zu finden. Wer diese Kriterien aber erfüllt und dazu auch noch B-Filme mag, der sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren. Ungewöhnlich, faszinierend, lebendig, trostlos, gewalttätig, blutig… erstaunlich und erfreulich zugleich, dass ein Film mit solchen Effekten weit ab von Hollywood auf die Beine gestellt werden konnte! Schade nur, dass das Drehbuch einige schwächen aufweist und der Film dadurch einige Längen hat bzw. die ein oder andere Chance ungenutzt lässt. Für die insgesamt solide Unterhaltung und den paar Negativpunkten verteile ich deswegen drei Affeköppe!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Also ich bin ja großer Fan von Filmen mit Endzeitstimmung und die war hier meiner Meinung nach auch super rübergebracht!
Ja, teilweise zu lang, das kann ich bestätigen. Und die Story nicht immer logisch.
Auf unserer Seite gibt es auch eine Rezi zum Film:
www.resurrection-dead.de/dailydead/Mutant-Chronicles-Hunter-Simon-1894

arrgh hat gesagt…

Was verlangen wir von einem Film, der auf einem Rollenspiel und einem Zinnminiaturenschiebespiel basiert...