Screamers

(klicke aufs Cover mehr screamige Infos)

Release: 1995


Jack Logan: Hallo, ich bin Jack Logan und bei mir ist wieder einmal Sam Burton. Schön, dass du Zeit hattest, Sam.

Sam Burton: Die Freude ich ganz auf meiner Seite, Jack.

JL: Wir wollen uns heute ein wenig über einen Film aus dem Sci-Fi- und Endzeitgenre unterhalten. Ein relativ unbekannter, aber definitiv sehenswerter Film, dessen Vorlage aus der berühmtberüchtigten Feder von Philip K. Dick stammt, welcher auch schon die Vorlagen zu „Blade Runner“ und „Total Recall“ lieferte. Es handelt sich um den Film „Screamers“, welcher unter der Regie des talentierten Regisseurs Christian Duguay entstanden ist.

SB: In der Tat. Zusammengefasst geht es um zwei Parteien, die sich auf einem völlig heruntergekommenen Mond einen Krieg um Ressourcen geliefert haben und nun schon seit Monaten von der Außenwelt abgeschnitten sind. Auf der einen Seite stehen die N.E.B’s, eine Art Bergbauggesellschaft, und auf der anderen Seite die Allianz, die sich aus ehemaligen Bergarbeitern zusammensetzt. Als es zu hohen Strahlungsaufkommen in den Minen kam, revoltierten die Bergarbeiter, was schnell zu einer Eskalation führte, worauf das N.E.B.-Oberkommando den kompletten Planeten bombardieren ließ. Die Überlebenden beider Seiten zogen sich in die Bunker zurück. Und jetzt kommt der Clou. Um den Krieg doch noch für sich zu entscheiden, erfanden Allianzwissenschaftler die älteste Waffe der Menschheit neu: Das Schwert – Autonome mobile Sword oder einfach Screamers (wegen der Geräusche) genannt. Die Herstellung der Screamers erfolgte in automatischen Fabriken unter der Erde, ohne Einfluss von der Außenwelt und damit völlig unkontrolliert.

JL: Der Film beginnt damit, dass Colonel Hendriksson eine Einladung seines Feindes zu Friedensverhandlungen bekommt. Alles sieht so aus, als wäre die Nachricht authentisch. Auch eine holografische Nachricht der Allianzführung von der Erde bezüglich eines weltweiten Friedensvertrags bestätigt diese Vermutung. Als jedoch eine Shuttle in Bunkernähe runterkommt und der einzige Überlebende, der Scharfschütze Jefferson – von allen nur Ace genannt - klar macht, dass der Krieg immer noch tobt und die Allianzführung schon lange ersetzt wurde, wird klar, dass die restlichen Überlebenden – sowohl von der Allianz, als auch von den N.E.B’s - auf dem zerbombten Planeten zum trocknen aufgehängt wurden. Sofort macht sich Hendriksoon mit Ace auf den Weg zum N.E.B. Oberkommando, in der Hoffnung eigene Friedensverhandlungen führen zu können.

SB: Doch dieser Plan geht gründlich in die Hose, denn die Wissenschaftler haben die Screamers, die sich Anfangs noch durch die Erde wühlen und nur durch Sensorarmbänder abgehalten werden können, ein wenig zu intelligent entwickelt. Sie können sich selber reproduzieren und ständig verbessern. Sie können sogar Menschliche Gestallt annehmen, was gegen Ende von enormer Bedeutung wird. Hendriksoon und Ace treffen auf ihrem Weg zum Oberkommando auf N.E.B. -Überlebende und schnell wird klar, dass niemand mehr dem anderen vertrauen kann. Es ist nicht mehr sicher, wer Mensch und wer Screamer ist und eine Flucht wird unausweichlich, wobei die Gruppe ständig dezimiert wird. Während des großen Finales wird schlussendlich klar, dass die Screamers wesentlich mehr wollen, als nur diesen einen unbedeutsamen Mond auszurotten, aber wir wollen hier ja nicht all zu sehr spoilern, nicht war?!

JL: Auf keinen Fall und eigentlich haben wir schon genug verraten. Neben seiner einfallsreichen Story gibt es einen entscheidenden Faktor, welcher den Film so sehenswert macht: Die Optik. Denn mit einem Budget von gerade mal 11 Millionen US-Dollar kann man hier getrost von einer B-Film-Produktion sprechen. Trotzdem wurde viel wert auf besonders hochwertige Kulissen gelegt, was man schon zu Anfang an den atmosphärisch eingerichteten Bunkerinnenräumen erkennen kann. Aber auch die Außenwelt strotzt vor jeder Menge Endzeit-Charm. Ständig sind im Hintergrund verfallene Ruinen ehemaliger Mega-Metropolen zu sehen. Der Planet selber scheint dabei nur noch aus Wüste und Schrott zu bestehen. Gedreht wurden die Außenaufnahmen übrigens vorwiegend im Winter in einem alten Steinbruch, so dass durch die Schneebedeckten Sandhügel sehr stimmungsvolle und zugleich passend triste Atmosphäre geschaffen wird. Man kann die endzeitliche Stimmung der Hauptcharaktere förmlich spüren, wenn sie durch den Schnee stampfen und sich wie die letzten Menschen des Planeten fühlen.

SB: Womit sie ja auch gar nicht so unrecht haben. Insgesamt scheint die tolle Umsetzung vor allem auf die ideenreichen Vorlage zurückzuführen sein. Angefangen von verlassenen Fabrikhallen, über die Bunkerinnenräume, die Kleidung, die Waffen und natürlich die Screamers selber, wirkt alles mit viel Liebe und Herzblut in Szene gesetzt worden zu sein. Im Endeffekt ist dem Film eigentlich nur sein Budget zu Opfer geworden, wodurch es leider nur (bis auf wenige Ausnahmen) für ein DTV-Release gereicht hat.

JL: Neben den Kulissen tragen natürlich auch die Schauspieler zur der starken Atomsphäre bei. Peter Weller konnte ins Boot geholt werden, der sich mit „Screamers“ kurzzeitig aus seinem schauspielerischen Loch ziehen konnte. Er mimt den abgebrühten Kommandanten des Allianzbunkers, ist eine Kämpfernatur und hat zu jeder Lage einen passenden coolen Spruch auf Lager.

SB: Ja, die Sprüche waren teilweise wirklich nicht schlecht. Schade, dass im Endeffekt nur Stereotypen bedient werden. Keiner der Charaktere - ob Haupt- oder Nebendarsteller - kann in seiner Rolle wirklich glänzen, auch nicht Weller, obwohl er von allen immer noch die meiste und ordentlichste schauspielerische Arbeit verrichtet.

JL: Das ist leider wahr. Aber man muss auch dazu sagen, dass die dargebotenen Charaktere und die Leistung der Schauspieler sehr gut zum Rest des Films passen. Es ist eben kein großer Kinofilm, sondern nur ein B-Produktion. Dafür aber eine, die in einer gehobenen Liga spielt und sich deutlich von anderen Produktion dieser Zeit absetzen kann. Ich denke, damit hätten wir das wichtigste gesagt, oder nicht?! Noch ein paar abschließende Worte, Sam?

SB: Tja, ich würde „Screamers“ allen empfehlen, die ein Faible für Endzeitfilme oder ganz einfach die Schnauze voll vom derzeitigen Mainstreamkino haben und mal wieder etwas abwechselungsreiches und unverbrauchtes sehen wollen. Den Science-Fiction-Einfluss kann man hier eigentlich außen vor lassen. Die Idee ist klasse und quasi einzigartig und die Umsetzung, im Anbetracht des niedrigen Budgets, wirklich verdammt gut gelungen. Viel Atmosphäre und quasi keine Durchhänger in der Erzählweise lassen „Screamers“ zu keiner Zeit langweilig werden, und das, obwohl sich vor allem die Action sehr zurückhält. Stattdessen gibt es passend gezeichnete Charaktere und sehr schick anzusehende Kulissen. Zusammen mit der Story kann das den Film über die Laufzeit von knapp 90 Minuten mühelos tragen.

JL: Nicht zu vergessen, den Kampf ums nackte Überleben und die Tatsache, dass am Ende nicht mehr sicher ist, wer Screamer und wer Mensch ist! Deswegen und wegen den von Mr. Burton erwähnten positiven Punkten gibt’s für „Sreamers“ auch ganz lockere 4 Köpfe! Danke Sam, für deine Mitarbeit.

SB: Die Freude war ganz auf meiner Seite, Jack. Bis zum nächsten Review.




PS: Auf Wikipedia ist im "Screamers"-Eintrag (LINK) zu lesen:

- "‚Screamers‘ ist feines Genre-Kino: apokalyptischer Science-Fiction-Horror aus der Feder des ‚Blade Runner‘- und ‚Total Recall‘-Autors Philip K. Dick, zum Leben erweckt durch faszinierende Spezialeffekte und ein Feuerwerk an aufwendigen Actionszenen."

- "Ein atmosphärisch relativ düsterer, langatmig und entschlossen inszenierter
Science-Fiction-Thriller [...]"

- "Der Sci-Fi-Thriller (...) glänzt durch packende und furios gestaltete Actionszenen. Düstere Zukunftsvision (...) atmosphärisch starker Film, der belegt, dass man auch mit einem kleinen Budget Großes erreichen kann."

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