Showdown

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Release: 1997

Spontankauf Nummer 3
(siehe auch Spontankauf No.1 und No.2)


Für Spontankauf Nummer 3 war schlicht und ergreifend mal wieder das Cover verantwortlich. An den lächelnden Schauspielergrößen Peter Weller, Dennis Hopper und Tia Carrere konnte ich einfach nicht vorbeigehen, schon gar nicht zu dem Preis (irgendwas um die 2 Euro aus’m Wühltisch).

Ray Mercer (Peter Weller) ist gerade auf Bewährung draußen und schon muss er mit seiner Noch-Ehefrau Rebecca (Tia Carrera) zum Scheidungsanwalt nach Las Vegas. Nach 4 Jahren Knastaufenthalt hat die nämlich keine Lust mehr auf den Ex-Cop und hat sich mit Casinobesitzer Charles Atlas (Dennis Hopper) zusammen getan. Kurze Zeit später findet sich Ray mitten in einem Casino wieder, in dem sich seine Noch-Frau schnell noch etwas Kleingeld besorgen will. Wegen seinen Bewährungsauflagen zur Untätigkeit zwischen all den Automaten verdammt, überredet er Rebecca dazu, mal schnell an einem Hebel zu ziehen und gewinnt gleich den Jackpot. Und als wäre das nicht genug, räumen in der Zwischenzeit ein paar debile Schurken den Casinosafe aus. Ray, der eigentlich nur seinen Gewinn kassieren und die Scheidung über die Bühne bringen will, wird daraufhin kurzerhand von Atlas bei dem anrückenden Cops als Drahtzieher des Raubüberfalls angeschwärzt, was dem natürlich gar nicht gefällt. Es beginnt eine Flucht quer durchs Casino, bei der irgendwann auch noch ein italienischer Mafiosi namens „Der Schlächter“ mitmischt und am ende wird noch ein ein mit Hängen und Würgen zusammengeflickter Storytwist eingebaut.
Her Gott, die Story ist – um es kurz zu machen – einfach durcheinander. Die Räuber kommen, räumen den Safe aus und sind unfähig, wieder aus dem Casino zu finden. Atlas versucht die ganze Zeit irgendwie Ray loszuwerden, nachdem er von Rays Beziehung zu seiner Geliebten Rebecca erfahren hat. Überall wuseln Polizei- und Spezialteams rum. Dazu gesellt sich noch ein wahnsinniger Mafiosi und mitten drin ist Ray, der versucht, irgendwie wieder heil aus der ganzen Sache raus zukommen. Das hört sich erstmal toll an, funktioniert in der Umsetzung nur leider nicht bzw. nicht so richtig. Zu keiner Zeit kommt die Story richtig in Fahrt, wodurch ein ordentlicher Spannungsbogen natürlich nicht aufgebaut werden kann.

Dabei hätte dieser Streifen aus dem B-Studio NuImage so viel mehr werden können. Neben den drei bereits erwähnten Schauspielergrößen tummeln sich noch viele andere bekannte Gesichter im Casino und auch die handwerkliche Arbeit des Regisseurs Sidney J. Furie (Der stählenrne Adler, Direct Action) ist wirklicht nicht von schlechten Eltern. Vor allem wenn es um Actionszenen geht, beweißt er sein Können und zerlegt die Casinokulisse im Laufe des Films permanent in ihre Einzelteile. Die tolle Verfolgungsjagd mit dem Geldtransporter wurde später übrigens für „Today you die“ wiederverwertet, aber auch eine Fahrt in einem Kabrio durch das Casino oder der Showdown auf einem Staudamm bieten dem Actionfreund einige schicke Schauwerte. Dazu gesellt sich die atmosphärenträchtige Kulisse Las Vegas der 90iger, die ebenfalls eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde.Nur leider kann das einen Film nun mal nicht tragen und so plätschert die Handlung von einer Actionszene zur nächsten, die mal mehr, mal weniger ansehnlicher ist. Der eher lustige Unterton kann da ebenfalls nur bedingt Abhilfe schaffen und manchmal kann nur Tia Carrere’s oder Peter Weller’s Charisma die ein oder andere Szene vor dem Totalausfall bewahren. Dennis Hopper hab ich jetzt extra nicht erwähnt, der bleibt nämlich weit hinter seinen Möglichkeiten zurück und wird, wie einige andere bekannte Gesichter, ziemlich verheizt.


Fazit:
„Showdown“ war mit Sicherheit kein Fehlkauf und auch keine sinnlose Zeitverschwendung, er bleibt eben nur meilenweit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Mit Weller, Hopper, Carrere und all den anderen bekannten Gesichtern hatte man jede Menge schauspielerisches Potential und mit Furie einen handwerklich begabten Actionregisseur an der Hand. Nur das Drehbuch war eben einfach Bockmist und verspielt leider jede Menge Chancen. Zumindest Furie kann man handwerklich nichts vorwerfen, der hat nämlich bei den Actionszenen das Beste aus den gegebenen Mitteln gemacht. Ich sag mal, nettes Mittelmaß und damit 2,5 Punkte!

,5

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