Attack Force

(für mehr dolle Infos klicke aufs Cover)

Release: 2006

"Humanity's greatest hope... Faces his greatest battle."


Steven Seagal ist Marshall Lawson, arbeitet für das Militär und leitet ein Spezialteam im Kampf gegen den Drogenschmuggel und wogegen man noch so alles kämpfen muss. Genau damit fängt der eigentliche Ärger dann auch schon an. Die neuste Droge – CTX – macht aus den Menschen nämlich ziemlich angepisste und aggressive Typen, verändert nebenbei auch noch ihre DNA, wodurch sie übermenschliche Kräfte bekommen. Im weitesten Sinne könnte man die Drogenjunkies auch als Vampire/Aliens bezeichnen, dazu aber später.

Nachdem Lawson einen Drogenschmuggel nicht verhindern konnte, bekommt er ein neues Team von jungen Soldaten zugewiesen. Zusammen mit seinem langjährigen Kumpel hockt dann in irgendeinem bulgarischem Kleinkaff, dass dem Zuschauer tatsächlich als Paris verkauft werden soll und guckt seinen blutjungen Teammitgliedern beim Besäufnis zu. Irgendwann schleppen die Kerle dann eine Nutte aus einer Bar mit aufs Zimmer, die allerdings unter dem Einfluss von CTX steht und Lawson’s Team nach nur 10 min. Screentime blutig über den Jordan schickt. Tolles Team...
Klar sind der Marshall und sein Kumpel deswegen ziemlich angefressen und versuchen der Sache auf den Grund zu gehen. In einem zum Abriss freigegebenen Plattenbau in Bulga… ehm… Frankreich, dass dem Zuschauer dreister weise als Außenstelle des Militärs verkauft wird und in dem die Droge auch noch entwickelt wurde, um damit Supersoldaten zu züchten, hofft Lawson auf Antworten – zumal er scheinbar mal ne Affäre mit der leitenden Wissenschaftlerin hatte, die auch noch die Droge mitentwickelt hat. Doch durch Machtstreitigkeiten in der Chefetage bleibt ihm der Eintritt verwährt – mehr noch, er wird kurzerhand auf die „Halt dich bloß da raus, sonst bist du dran" – Liste gesetzt, was ihn aber nicht die Bohne juckt.

Schließlich findet Lawson, nachdem sein Double ein paar Knochen gebrochen hat, heraus, dass ein Wissenschaftler mit allen Unterlagen abgehauen ist und sich seine eigene kleine CTX Armee aufbauen will – mehr noch, er will das Trinkwasser der Stadt mit der Droge versetzen! Zu geil auch: Der Typ ist Besitzer eines Nachtclubs und hat sein Labor in einer herunter gekommenen Kirche. Nach ein paar Scharmützeln bekommt Lawson total krasse Plastik-Nanoklingen, die er sich an den Unterarmen festmachen kann und durch die er den Junkies ebenbürtig wird. Damit er endgültig auf Alien.. nein.. Junkiejagd gehen kann, muss er seinem neuen Team aber noch beibringen, woran man einen CTX-Abhängigen erkennt.
Er behauptet, dieses Erkennungstraining in anstrengender Kleinstarbeit erledigt zu haben, was ich für totalen Unfug halte, denn die Typen sind wirklich sehr leicht zu erkennen: Sie klimpern komisch mit den Augen, haben übermenschliche Kräfte, sind zu 80% weiblich und immer sehr attraktiv, tragen schwarzes Leder, sind meist sehr knapp bekleidet, sind ausschließlich Nachtaktiv und haben eine Vorliebe dafür, ihre Opfer durch Wände zu schleudern, weil das eben cool aussieht. Oh, und wenn man gegen sie kämpf, werden weiße CGI-Blitze eingeblendet!

Ganz ehrlich, wer diese fiesen Möppen nicht erkennt, gehört nicht ein Spezialeinsatztrupp, ja nicht mal ins Militär geschweige denn sonst wo hin! Zum Glück hat Lawson ja seine Plastikklingen und ist damit in der Lage, die Junkies ebenfalls durch Wände zu pfeffern und natürlich sein Team zu rächen. Nachdem sein neues Team während des Showdown in der alten Kirche fast komplett hops geht, Lawson alle Vampire… eh… Junkies schnell und ziemlich uninteressant aus dem Leben geklatscht hat, schnappt er sich den letzten noch lebenden Soldaten und fährt mit ihm durch die Nacht hinfort und zwar in einer Szene, die genau so in der Mitte des Films schon mal zu sehen war.


Eigentlich sagt diese „verspielte" Inhaltsangabe schon alles: Der Film ist scheiße! Ich habe glatte drei Anläufe gebraucht, ihn ganz zu gucken, weil ich andauernd eingeschlafen bin. Es ist einer von drei Seagal-Streifen, die unter der Regie von Michael Keusch (Autobahnraser… sagt eigentlich alles), einem ziemlich untalentierten deutschen Regisseur, entstanden sind und die von mit gerne als „Des Lords Tal der Tränen" bezeichnet werden. Zusammen mit „Shadow Man" und „Flight of Fury" bezeichnen diese drei Streifen nämlich den absoluten Tiefpunkt in der Karriere von Lord Steven. Nie zuvor waren die Storys schlechter, nie zuvor war der Lord unmotivierter, nie zuvor klangen Dialoge in den Mund gelegter und nie zuvor wurden Stunt- und sogar Voicedoubles so massiv verwendet, wie in diesen „Werken".
Guckt euch den Film mal im O-Ton an und ihr werdet etliche Szenen finden, in denen ganz eindeutig nicht Seagals Stimme zu hören ist. Die Verantwortlichen haben sich nicht mal ansatzweise die Mühe gemacht, eine ähnliche Stimme zu finden! Nicht zu vergessen war übrigens auch die Regie nie schlechter! Ich beschreibe die Arbeit und Fähigkeit von Michael Keusch mal so: Gegen ihn sieht Uwe Boll aus, wie ein Maestro des Zelluloids!

Seagal selber darf übrigens ein bisschen Autofahren, in Bars rumhängen und mit gezückter Knarre oder Nanoklingen an den Unterarmen durch die Gegend taumeln, bei allem was auch nur Ansatzweise mit Action zu tun hat, müssen allerdings seine Stuntdoubles ran. Aber selbst die Arbeit seiner Doppelgänger hält sich sehr in Grenzen, da es schlichtweg kaum erwähnenswerte Actionszenen gibt, in denen sie sich austoben könnten. Somit kommt der Lord eindeutig zu kurz. Von seiner Präsenz wie in alten Tagen, zur goldenen oder silbernen Ära, ist längst nichts mehr zu spüren. Da spielt es auch keine Rolle mehr, dass er gegenüber seinem letzten Film 2 Pfund abgenommen hat.Ein anderes Problem von „Attack Force" ist die bereits angedeutete Sache mit dem Originaldrehbuch (das zum Teil von Lord Steven geschrieben wurde). Ähnlich wie bei „Submerged" sollte die Story nämlich anfangs eine ganz andere werden. Geplant war eigentlich ein Vampir- oder Alienklopperfilm, in dem Seagal auf Vampir/Alienjagd geht und die Welt vor dem fiesen Abschaum rettet. Das Studio und die Produzenten waren aber plötzlich nicht mehr davon überzeugt, dass sie mit diesem Konzept großen Erfolg haben würden. Nachdem der Film halb im Kasten war, wurde das Drehbuch komplett umgeschrieben und die Crew zu Nachdrehs verdonnert, ohne dass Seagal oder Keusch involviert waren. Zurückbleibt somit ein zusammen geflicktes Machwerk, bei dem sich Langweile, Unlogik, verdammt miese Inszenierung und beknackte Story die Klinke in die Hand geben. Perfekter Mist eben!


Fazit:
„Attack Force" ist einer von drei Filmen, die wirklich in unterste Schublade in der Filmografie von Lord Steven gehören. Nur noch ganz hartgesottene Fans des Aikido-Moppelchens sollten sich mit diesem Werk auseinandersetzen. Ansonsten kann man den Streifen eigentlich nur als 90 minütige Zeitverschwendung bezeichnet werden. Problem für mich ist jetzt nur die Bewertung… welcher Film ist schlechter? Shadow Man, Attack Force oder Flight of Fury? Ich sag mal, ein Affenkopf, womit „Attack Force" bisher die schlechteste Bewertung in der Geschichte der Trash-Academy bekommt… aber die anderen beiden Streifen steht ja bereits in den Startlöchern, womit sich die Bewertung vielleicht noch ändern könnte… ;-)



PS: OMFG! Warum zum Henker schreibe ich überhaupt so viel zu dem Streifen???

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