Into the Sun

(klicke aufs Cover für mehr Infos)

Release: 2005

"Only one man can stop the Yakuza!"


Steven Seagal ist Travis Hunter, ein Ex-CIA Agent im Ruhestand und nebenbei Schwertverkäufen und somit natürlich auch ein Meister des Samuraischwertes. Hunter wohnt und arbeitet in Tokyo, wo nebenbei in der Unterwelt einiges vor sich geht. Ein junges Führungsmitglied der Yakuza schmiedet auf eigene Faust und ohne das Wissen der Ältesten eine Allianz mit den Tongs. Mit Quellen zum goldenen Dreieck wollen sie Japan mit Drogen überschwemmen und vor allem schnell mächtig und schnell reich werden. Das ruft den CIA auf den Plan und kurzerhand wird Hunter reaktiviert, was dieser nicht so prickelnd findet. Zusammen mit einem Frischlingsagenten, der von Hunter die ganze Zeit gepiesackt wird, beginnen die Recherchen. Als er den bösen Buben jedoch zu sehr auf die Pelle rückt, bringen diese kurzerhand seine Verlobte um. And so it’s on! Ab jetzt ist Gnade ausverkauft und Hunter zieht mit Katana und Colt in seinen persönlichen Rachefeldzug!
"I couldn't sleep well knowing I hadn't chopped off your balls yet."

Nach „Attack Force" war es eine wahre Wohltat, sich einen besseren Film aus Seagals DTV-Ära anzuschauen. Überhaupt ist Seagal bei „Into the Sun" nach seiner miesen Vorstellung in „Out of Reach" wesentlich motivierter bei der Sache und übernimmt gleich die Aufgaben eines Drehbuchschreibers, Produzenten und Musikzulieferer (insgesamt 6 eigene Musikstücke). Es ist für den Lord ja auch quasi eine Rückkehr zu seinen Wurzeln, zu seiner Wahlheimat Japan und genau das sieht man Steve auch an. Geradezu fröhlich stapft er durchs Bild, lächelt sogar in einigen Szenen und macht insgesamt einen ziemlich zufriedenen Eindruck. Von der Unlust und Langeweile in seinen späteren Produktionen (zum Beispiel in seinem Tal der Tränen) ist hier nichts zu spüren.

Auch die Kulisse Tokyos macht einiges mehr her, als die immer gleichen schnöden Ostblockbauten und heruntergekommenen Lagerhallen. Sonnige und vor allem Menschenüberfüllte Seitenstraßen in der Riesenmetropole, Zen-Gärten, kleine japanische Tempelanlagen und bunte Neonreklamen sorgen für reichlich Schauwerte und wurden von mink (der Regisseur nennt sich wirklich so) immer schick eingefangen. Das ganze wirkt fast wie eine kleine Verbeugung vor der japanischen Kultur. Hinzu gesellen sich spielfreudige junge japanische Schauspieler, wie z.B. der fiese Yakuza Anführer und seine Handlanger.

Leider handelt es sich immer noch um einen Seagalstreifen aus der DTV-Ära und somit gibt es auch Kritikpunkte. So einfach wie die Story oben beschrieben ist, stellt sie sich im Film leider nicht da. Es gibt viele Handlungen und Geschehnisse, die eigentlich nichts mit dem Hauptplot zu tun haben, was zu Logiklöchern und Verständnisproblemen oder einfach nur Langeweile führt. Ebenfalls gibt e ein paar unglückliche Szenen mit Seagal und seiner Geliebten. So gut man aus dem Mord an der Verlobten eine Rachestory stricken kann, so bescheuert sieht der Lord mit einer gefühlten 40 Jahre jüngeren Frau an seiner Seite aus. Es macht schon einen extrem komischen Eindruck, wenn er ihr eine alte wertvolle Haarbrosche schenkt, die beiden aber gleichzeitig an der Theke in einer Bar hocken, wobei im Hintergrund in einem Glastank nackte Frauen planschen. Vielleicht hat sich mink doch etwas zu sehr auf Drehbuch verlassen...
Zum anderen fehlt es „Into the Sun" vor allem an Action, so dass der Film eigentlich mehr zu einem Actionthriller verkommt. Wenn allerdings die Fäuste fliegen und Schwerter gezückt werden, sind die Schauwerte zwar nicht überragend, aber definitiv solide - in Anbetracht der einiger Längen auf jeden Fall befriedigend. Vor allem der letzte Kampf in einem japanischen Tempel/Dojo… diese japanischen Häuschen mit Pappschiebetüren eben… fällt sehr ergiebig aus, wobei vor allem mit dem Schwert gekämpft und blutig getötet wird. Letzten Endes tötet der Lord einen seiner Gegner sogar mit verdammten Essstäbchen!


Fazit:
Es ist leichter über einen schlechten Film zu reden, als über einen Guten. Vor allem vor dem Hintergrund, dass es sich bei „Into the Sun" über einen Streifen aus Seagals Direct-to-Video-Ära handelt, trifft eindeutig letzteres zu. Schicke Optik, halbwegs gute Story und motivierte Schauspieler wissen für Seagalverhältnisse zu überzeugen. Nur die Action kommt einfach viel kurz, ist dann allerdings umso schicker inszeniert. Auf einige überflüssige Szenen und darauf entstehende Längen hätte mink auch ruhig verzichten können. Nicht so gut, wie „Belly of the Beast", aber immer noch besser als viele andere Gurken. Wenn man vorher „Attack Force" gesehen hat, ist das sowieso ein Unterschied, wie Tag und Nacht! 3 Köppe


Keine Kommentare: