Cyborg Cop

(klicke aufs Cover für mehr kybernetische Infos)

Release: 1994


Jack und Phillip sind Brüder und Cops - die besten Cops überhaupt - und werden auch gerne das Double-Trouble-Team genannt. Bei einem Auftrag irgendwo in der Karibik verschwindet Phillip jedoch plötzlich und Jack macht sich sofort auf die Suche nach seinem Bruder, nicht jedoch ohne vorher eine Kneipenschlägerei anzuzetteln und seinen Ex-Chef wegen Unfähigkeit ordentich zur Sau zu machen. Was Jack noch nicht weiß: Phillip ist von Mister Kessel (John Rhys-Davies) entführt worden. Durch einen Cyborg, der in nächster Zeit den Präsidenten töten und vorher noch meistbietend versteigert werden soll. Außerdem hat Phillip mittlerweile eine recht bleiche Gesichtsfarbe bekommen, weil ich selbst zum Cyborg umfunktioniert wurde. Jack zieht derweilen in bester Ein-Mann-Armee-Manier durchs Land und darf zwischendurch eine blondie Reporterin durchknattern, bevor er sich zum finalen Endkampf auf ein Motorad schwingt und die Villa von Kessel in Schutt und Asche ballert.



Hui, hier geht die Post ordentlich ab. Sam Firstenberg (American Fighter, Avanging Force), der auf dem Gebiet der B-Action-Unterhaltung alles nur kein unbeschriebenes Blatt ist, darf hier mittlerweile unter der Flagge von Nu-Image (Cannon hatte zu diesem Zeitpunkt schon seine goldenen Pforten geschlossen) richtig schön die Sau raus lassen. Hier gibt es riesige Feuerballexplosionen, ausgelöst von nicht angezündeten Rohrbomben, spannende Fights die manchmal komplizierten Ausdruckstänzen oder Balzritualen gleichen, nicht zu vergessen den Cyborg mit seinen spitzen Fingernägeln und natürlich jede Menge wahnwitzige Dialoge zu unnachahmlicher Gesichtskirmes! Oh, und am Anfang irgendwann wird ein Typ aus Phillips Einheit mit einem Modelflieger in die Luft gesprengt, was man so auch noch nicht sehr oft gesehen hat.Von wegen Gesichtskirmes: Also die ist wirklich klasse! Vor allem in den leider viel zu spärlichen Hand-to-Hand-Combats beweist Bradley ein zweifelhaftes Händchen dafür, aber auch die blonde Reporterperle, welche die ganze Zeit zwischen Overacting und schauspielerischem Totalausfall agiert, zeigt vor allem gerne mal mit Bananen, wo der talentfreie Hammer hängt! Ich glaube, der einzige, der sich ganz gut aus der Affäre ziehen kann, ist der Oberfiesling Gimli...eh... John Rhys-Davies (neben HdR auch bekannt aus Sliders). Jedenfalls gibt er wirklich einen netten Oberbösewicht ab und auch sehr gut oberbösewichtsmäßig lachen kann.

Ach ja, wegen Bradley: warum zu Teufel trägt der Typ die ganze diese alberne Bauchtasche mit sich rum (siehe Bilder oben). Die hat der echt die ganze Zeit dabei, aber geht da kein einziges mal dran. Hätte mich mal interessiert, was da so drin gewesen wäre... vielleicht sein Gameboy? Oder für Mr. Bradley doch eher ein "Guck mal, ich hab sogar ein Farbdisplay"-Sega GameGear?!

Vor allem die Idee des Films und die Umsetzung des ganzen sorgen bei Cyborg Cop für die nötige Abwechselung, bei den vielen doch eher langweiligen Szenen. Das Labor von Doktor Stechmann (!), der Cyborg-Experte-Mechaniker, gleicht einem 70iger Jahre LowBudget Sci-Fi-Set und wenn man genau hinhört, dann erkennt man im Hintergrund ein leisen Pieps-Geräusch, welches der Kenner sofort als das Standart-Gepiepse von der Brücke der alten Enterprise identifizieren wird. Außerdem gibt es noch so grandiose Dialoge, wie z.B. "Hier waren eigentlich Wachposten!" - "Vielleicht haben sie frei." - "Ja, kann sein!" Zusammen mit den talentfreien Darstellern kommt es öfters mal zu unfreiwilliger Komik, was den Film aber gerade in actionärmeren Situationen (und es gibts insgesamt gesehen relativ viel Leerlauf) unterhaltsam macht.

Fazit:
Sam Firstenberg fackelt unter der Flagge von Nu-Image ein ordentliches Feuerwerk ab und zwar mit allem was dazu gehört: Bekloppte Story, dämliche Darsteller, breitbeiniges Ballern, dabei wildes Knarren rumgefuchtel mit zugeniffenen Augen, Kämpfe am Rande eines choreografischen Totalsausfalls, ein paar Splattereinlagen, der fiese Cyborg inklusiver ganz netter MakeUp-Effekte und selbstverständlich möglichst riesige, pompöse Explosionen, um den ganzen Wahnsinn die nötige und abschließende Würze zu verleihen. Insgesamt ist dabei ne typische 90iger Jahre B-Actiontrash-Gurke... eh... Granate bei rausgekommen, die vom TA-Team mit soliden 3,5 Äffchen bewertet wurde.

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