Film Noir

(klicke aufs Cover für mehr schwarze Infos)

Release: 2007


Vorab: Was zum Teufel bedeutet Noir… Film Noir? Bei Wikipedia, unser aller Informationsliebling, ist dazu folgendes zu lesen:

„Der Begriff Film Noir (frz. für „schwarzer Film“) bezeichnet ein Filmgenre oder – je nach Sichtweise – eine Stilrichtung des Films. (…) der Film stellt einen Gegensatz zum konventionellen Hollywood-Kino dar. Er ist gekennzeichnet durch eine pessimistische Weltansicht, düstere Bildgestaltung und entfremdete, verbitterte Charaktere. (…)“

Als David nachts in Hollywood neben der Leiche eines Polizisten aufwacht und sich an nichts mehr erinnern kann, muss er sich widerwillig auf die Suche nach seiner eigenen Identität begeben. Er folgt vielen kleinen Spuren, stolpert während seiner Suche von einer unbequemen Situation in die nächste, und findet heraus, dass er scheinbar ein ziemlich bösartiger Mensch gewesen ist – eine gesuchter Schwerverbrecher, ein Mörder und psychopathischer Mistkerl. Ein anderes Problem mit der Amnesie ist auch, dass er ein Haufen Feinde hat, die ihm nach dem Leben trachten und er nicht weiß warum. Nach und nach kann er die Puzzleteile jedoch teilweise zusammensetzen, doch was er am Ende herausfindet, ist dann doch so ganz anders, als das, was er sich selber zusammen gereimt hatte. Hinter der Tür des Sichtbaren gibt es bekanntlich immer noch eine zweite, unsichtbare Wahrheit…

Ja, die Handlung von „Film Noir“ ist schwer zu beschreiben, wenn man nicht zu viel verraten will. Man hat es hier – wie die Bilder zeigen – mit einem Animationsfilm im Stil von z.B. Sin City zu tun. Überwiegend in Schwarz/weiß gehalten, wurden ein paar wenige Punkte im Bild eingefärbt – mal eine glühende Zigarette, mal roter Lippenstift, mal das Orange-Knastoutfit. Das wirkte schon bei Sin City extrem stylisch und das erzielt auch bei „Film Noir“ wieder die erwünschte Wirkung.

Die Story ist dabei am ehesten als Krimi-Actionthriller zu bezeichnen und größtenteils führen Monologe der Hauptfigur durch die komplexe Handlung. Als Zuschauer macht es besonders viel Spaß, mitzuraten, was denn nun eigentlich vor sich geht. Zwar hat man die ganze so eine dunkle Vorahnung, aber immer neue Personen und kleinere Nebenhandlungen sorgen für die nötige Ablenkung von der eigentlichen Lösung. Die dadurch aufgebaute Spannung sorgt auch dafür, dass es zu keiner Zeit langweilig wird. Auch nicht, wenn das Rätsel am Ende mit ein bisschen Denkarbeit frühzeitig durchschaut werden kann.
Was dem Film dann allerdings zum Verhängnis wurde, sind die Animationen. Bei normalen Bewegungen stellt das noch kein Problem da, aber gerade bei der Action machen die animierten Personen keine sehr gute Figur mehr. Bewegungen wirken bei zunehmender Geschwindigkeit sehr hölzern, etwa wie Rendersequenzen von PC-Spielen aus den 90igern. Dieses Manko hätte man leicht mit ein wenig Zurückhaltung umgehen können, aber stattdessen wurde Wert auf sehr ausufernde Actionszenen gelegt. So gut das alles auch in der eigenen Fantasie aussieht, so schlecht können es die Animationen umsetzen, worunter vor allem die bis dato aufgebaute Spannung extrem leidet. So wirken die teils extrem übertriebenen Shootouts im Gegensatz zu der fesselnden Erzählweise fast schon lächerlich. Man könnte es mit dem Hinweis auf ein knappes Budget entschuldigen, aber generell wäre hier weniger mehr gewesen!


Fazit:
„Film Noir“, dass ist ein actiongeladener Krimi, der in eine mitreißende Handlung verpackt ist und sich vor allem durch seine Bildgestaltung ausdrückt. Sympathische Figuren, der ungewöhnliche und unverbrauchte Stil, atmosphärische Filmmusik und viele kleinere Details tragen den Film problemlos über die gesamte Zeit hinweg. Was das Filmerlebnis dann allerdings doch noch schmälert, sind die überzogenen Actioneinlagen, die mehr sein wollen, als sie es wegen fehlender Möglichkeiten sein können und im Gegensatz zu der restlichen Stimmung des Streifens fehl am Platz wirken. Wer sich davon nicht abschrecken lässt sollte ruhig mal einen Blick riskieren, denn sehenswert bleibt „Film Noir“ trotz allem immer noch. Insgesamt würde ich mal sagen 3,5 Köppe!

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PS: Das ist übrigens der erste Beitrag mit einer neuen Tastatur. Jaja, ich weiß, das interessiert keine Sau, aber was kümmert mich das! ;D

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