Mad Max II


(klicke aufs Cover für mehr endzeitliche Infos)

Release: 1981


Es ist mal wieder soweit: Die Welt ist im Arsch! Diesmal jedoch nicht durch einen nuklearen Winter, einen Supervirus oder gar Zombies – diesmal ist es Rohstoffknappheit, durch welche die gesellschaftlichen Strukturen ausgehebelt werden und die Menschheit zu wilden Bestien verkommt. Um genau zu sein gibt’s kein Öl mehr und damit unter anderen kein Benzin und generell nichts mehr, was irgendwie mit dem schwarzen Gold zu tun hat (und ihr glaub gar nicht, wie verdammt viel das ist). Daran können auch die führenden Politiker in einer monatelangen Diskussion nichts ändern und als die mit Reden fertig sind, hat sich die Erde um sie herum dank Krieg längst in eine postapokalyptische Wüste verwandelt – und zwar mit allem was dazu gehört: Terrorisierende Gangs mit Iro-Frisur, Lederklamotten, Armbrüste und selbst zusammengebaute Vehikel.

Ebenfalls mit von der Partie ist Max, der sich mit seinem schwarzen Interceptor in die Einsamkeit der Wüste flüchtet, um vor seiner eigenen schrecklichen Vergangenheit zu flüchten. Und obwohl er durch das Leben in der Wüste zu einem Egoisten geworden ist, der für einen eigenen Vorteil und ein Schluck Benzin über Leichen gehen würde, strahlt er von Anfang an Heldenformat aus. Das kommt allerdings erst relativ spät so richtig zum Vorschein. Vorher trifft Max erstmal auf eine Gruppe Menschen, die mitten in der Wüste eine Ölpumpe errichtet haben und über einen Tank voller Benzin verfügen. Problem an der ganzen Sache ist allerdings auch, dass das Lager der Gruppe permanent von einer Gang umkreist wird, die ebenfalls ans Benzin wollen und vom großen Humungus – einem riesigen Muskelkoloss mit Hockeymaske – angeführt werden. Einer von den Punks hat Max nach einer kurzen Begegnung bereits auf seiner ganz persönlichen Abschussliste. Nach einigen Deals, bei denen Max eigentlich nur einen vollen Benzintank als Bezahlung haben wollte, hilft er dem Grüppchen schlussendlich bei Ihrer Flucht vor Humungus und aus der Wüste – nicht zu letzt weil die fiesen Punks seinen Hund kaltblütig erschossen haben. Es folgt eine spektakuläre Verfolgung - der finale Showdown!

Gegenüber dem ersten Teil, in dem die Gesellschaft immerhin erst am Rande eines Zusammenbruchs stand, geht es im zweiten Teil der Trilogie deutlich spannender und vor allem dreckiger zu Sache. Schon durch die Anfangsszene und dem dazugehörigen Monolog aus dem Off stellt sich sofort Endzeitfeeling ein und die furiose Verfolgungsjagd direkt zu Beginn des Streifens macht klar, dass es sich hier um ein ganz anderes Kaliber als den ersten Teil handelt. Mel Gibson spielt dabei wieder die Rolle von Max, der nach seiner Rache an den Mördern seiner Familie jetzt ausgebrannt und ziellos umherzieht, immer auf der Suche nach einem tropfen Benzin und vor sich selber flüchtend. Zwar vollbringt er keine schauspielerische Höchstleistung, aber so wie er seine Rolle spielt, verkörpert er den desillusionierten Max auch dank seiner Ausstrahlung perfekt.

Der Film lebt insgesamt nicht nur von seiner Story, die ungefähr so gradlinig wie die verballerten Pfeile ist, oder von seinem Hauptdarsteller, sondern vor allem von seiner Atmosphäre. Verlassene Wüstenhighways, auf denen sich selbst gebaute Todesvehikel wilde Verfolgungen liefern, das kleine Fort der friedliebenden Menschen, abgewetzte Klamotten und Lederoutfits der Punks und generell die pessimistische Haltung des Films, ziehen den geneigten Zuschauer schnell in ihren Bann. Zum Filmerlebnis gesellt sich außerdem noch beinharte und für das Entstehungsjahr eindrucksvolle Action in Form von halsbrecherischen Verfolgungsjagden, die von einem treibenden Score begleitet werden, der einem richtig durch die Knochen geht, wenn man mal wieder vergessen hat, seine Anlage vorher leiser zu drehen.


Fazit:
Völlig subjektiv betrachtet, ist „Mad Max 2“ für mich persönlich DER Endzeitfilm der Endzeitfilme! Er stellt alle anderen problemlos in den Schatten und ist zugleich der beste Teil der Trilogie, der alles hat, was die Herzen der Genreanhänger höher schlagen lässt. Das sich für Mel Gibson danach das Tor zu Hollywood öffnete, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Natürlich wäre es quatsch, den Film bis in den Himmel zu loben, denn er weißt innerhalb und auch in Bezug auf den ersten Teil einige fiese Logiklöcher und störende Kleinigkeiten auf, doch insgesamt macht es einfach irre viel Spaß, für 90 Minuten in der heruntergekommen und unwirklichen Welt von Max zu versinken. Ein klarer 5 Äffchen-Kandidat für den Doc. Was sagt ihr dazu?



Kommentare:

tumulder hat gesagt…

Ich sehe ja den ersten Teil mindestens genauso stark wie den Vollstrecker, aaaber Humungus - Der Ajatollah aller Rock'n Roller ist natürlich unglaublich. Oberzimbelaffengeiler Film mit dem besten Opening aller mir bekannten Actionkracher. Teil 3 kann man jedoch total vergessen, naja jedenfalls so ziemlich.;)

Doc Savage hat gesagt…

Der erste Teil ist natürlich stark, aber auf eine andere Weise. Als Actionfreak liegt der zweite Teil für mich jedoch etwas weiter vorne ;)

Ich muss gestehen, dass den dritten Teil noch nie ganz gesehen und bisher genau wegen solcher Aussagen immer gemieden hab... aber ich hol das die Tage wohl mal nach! ^^

tumulder hat gesagt…

Der gute George hat da ja nur noch den Credits nach Regie geführt. Ich meine seine Frau oder ein guter Freund ist während bzw. kurz vor den Dreharbeiten verstorben. Aber nagel mich nicht drauf fest.;)