Mad Max III

(klicke aufs Cover für mehr endzeitliche Infos)

Release: 1985


Mel Gibson ist zum dritten Mal als wütender Max im Niemandsland unterwegs. Diesmal allerdings nicht mehr mit schwarzer Superkarre und düsterem Blick, sondern mit einer Kutsche und Kamelen. Alles zusammen wird ihm allerdings unwissenderweise von seinem Pilotenkumpel geklaut (der übrigens irgendwo im Ödland ein hervorragenden Zahnarzt gefunden haben muss) und er muss sich auf einen Deal mit Tina Turner in der Bartertown einlassen, was schließlich mit einem Kampf in der Donnerkuppel endet. Seinen Gegner kann Max dann jedoch nicht umkloppen, weil dieser den Verstand eines Kindes hat, worauf hin Max aus der Stadt in die Wüste gejagt wird. In letzter Sekunde wird aber von ein paar Blagen gerettet, die in einer Oase hausen und ihn für den großen Captain Morgan…eh… Walker halten, der sie der Legende nach ins Überübermorgenland führen wird. Max gefällt das ganze natürlich nicht sonderlich, spielt jedoch sogleich den Retter in der Not, als ein paar der Bälger in die endlose Wüste hinausziehen, um ihr eigenes Glück zu finden. Zurück in Bartertown klauen sie einen großen Zug und werden dann von Tina Turner und ihrem Doppelkopfkampfzwerg in selbstgebauten Schrottkarren verfolgt.
Bor ne, ich stelle eine einfache kleine Frage: Warum? „Mad Max 3“ ist ein undankbarer und jämmerlicher Abschluss einer sonst großartigen Trilogie. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, da es so viel gibt, über das ich meckern könnte. Alles, was in den ersten beiden Teilen richtig gemacht wurde, wurde hier völlig falsch angepackt.

Die Story ist gegenüber der simplen Gradlinigkeit der Vorgänger ziemlich komplex und unnötig ausgeschmückt geraten. Nix mehr mit einer Minimalstory, die nur dazu diente, die vielen exzellenten Actionszenen mit einander zu verbinden. Außerdem gibt es ebenfalls zu viele Darsteller, die sich in die Handlung einmischen und mit denen es Max zu tun bekommt. Und was soll das mit den Kindern, um die sich Max ab der Mitte des Films kümmern muss? Hat man sich vor Drehbeginn noch mal Peter Pan angeschaut, oder wie kam man auf diese absolut langweilende Idee? Hinzukommen Charaktere, die einfach nur schwachsinnig sind, wie z.B. dieser Kampfzwerg von Tina Turner, die übrigens auch nicht gerade ne gute Figur macht. Es ist schon extrem lächerlich, wenn dieser Knirps nach einer Explosion erst verkohlt vorne am Zug hängt, dann vom Zug in eine Schlucht fällt und schließlich nach einem Autocrash (Frontalzusammenprall) immer noch nicht kaputt ist.
Womit wir bei der Action wären. „Mad Max 3“ ist der einzige Teil der Trilogie mit einer FSK 16 Einstufung, was so viel bedeutet wie: keine einziger Blutspritzer, kaum (sichtbare) Tote, keine ausufernde Gewaltanwendung. Immer wenn man denkt, jetzt wird’s gleich fies, entgeht der bereits Todgeglaubte seinem Schicksal. Da haut Max jemanden (ich glaube es war auch wieder der Kampfzwerg) von einem Turm runter und man wartet gespannt auf den dumpfen Aufprall, aber stattdessen hängt der Penner noch draußen rum und zieht sich anschließend hoch. So was passiert andauernd. Halsbrecherische Verfolgungsjagden werden auf ein Minimum reduziert – eigentlich gibt es nur eine große im finalen Showdown, die immerhin nett anzusehen, aber eigentlich nur eine Kopie vom zweiten Teil ist. Ich kann ja verstehen, dass zugunsten eines größeren Publikums ein niedriges Rating angestrebt wurde, aber so was ist doch Kindergarten und passt rein gar nicht mehr zu unserem geliebten Antihelden.
Von wegen Anitheld: Was da mit dem Charakter von Max gemacht wurde, kann man nur noch als pure Demontierung bezeichnen. Zum einen ist er unglaublich redselig geworden, zum anderen mutiert er innerhalb kürzester Zeit zu einem netten, Kinderliebenden Onkel. Mel Gibson agiert dabei auf Grund mehr Erfahrung natürlich wesentlich sicherer als in Teil 1 und 2, kommt insgesamt aber viel zu cool rüber und erinnert stark an Riggs aus „Leathal Weapon“. Vom alten, desillusionierten, abgewrackten Max ist hier rein gar nichts mehr übriggeblieben.
Als letztes Ärgernis noch was zur Musik: Einen Score, der Gut und Böse klar definiert, der einem die Gänsehaut auf die Arme treibt und der maßgeblich zur Atmosphäre und Spannung betragen kann, sucht man im dritten Teil vergebens. Seichte Klänge rieseln aus den Lautsprechern, die - mal verspielt, mal humorvoll, mal zirkusmusikartig und insgesamt sehr unspannend - kaum erwähnenswert sind.


Fazit:
„Mad Max 3“ ist ein furchtbar unbefriedigender Abschluss einer großartigen Trilogie, denn die Faszination seiner Vorgänger kann er zu keiner Zeit wirklich erreichen. Endzeitliche Stimmung kommt zwar dank toller Kulissen und Kostüme auf, aber das allein macht noch längst keinen guten Film. Zu viel Blabla, zu viele Kinder, zu viel Tina Turner, zu viel langweilige Szenen, zu viel Humor, zu wenig wütender Maximilian
und somit einfach viel zu viel auf Hochglanz polierter Mainstream. Auch ohne den Streifen mit Teil 1 und 2 zu vergleichen, kann ich dem Ganzen nicht mehr als 2 Köppe geben… sry, Max…


Keine Kommentare: