Showdown in little Tokyo

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Release: 1991


Oder: Die kunterbunte Welt von Triple-D und Krähen-Mann

Chris Kenner (Dolph Lundgren) ist der härteste Cop in L.A. und kümmert sich zusammen mit seinen alten Freunden Stahlfaust und Todeskick gewissenhaft um seine schwarzen Schäfchen der japanischen Unterwelt. Am liebsten operiert er mit seiner Desert Eagle – kurz Deagle – am offenen Herzen der Kriminalität und wurde deshalb vom TA-Team liebevoll Triple-D getauft. Obwohl er laut seiner Berufsbezeichnung zwar für Recht und Ordnung einsteht, schert er sich einen Dreck um geltende Gesetze und knüppelt lieber alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Daran ändert sich auch nichts, als ihm sein neuer Parter Johnny "Krähen-Mann" Murata (Brandon Lee) zur Seite gestellt wird. Zusammen ziehen die beiden in einen kleinen Rachefeldzug gegen Yoshida (Cary-Hiroyuki Tagawa), der mit einem perfiden, bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Plan das amerikanische Volk per Bierbrauerei mit der neusten Modedroge überschwemmen will. Oh, und Minako (Tia Carrere) darf auch noch abwechselnd gerettet, entführt, gerettet, gebürstet, entführt und wieder gerettet werden.

Es ist ja allseits bekannt, dass man über gute Filme nicht viel schreiben kann (oder braucht), weil es einfach nichts gibt, über das man sich so richtig aufregen kann. Auf der anderen Seite sind Meinungen ganz extrem von den eigenen Vorlieben abhängig! „Showdown in little Tokyo“ ist in meinem Augen genau so ein „guter“ Film. Bei einer Laufzeit von gerade mal ca. 75 Minuten wird dem Actionfan ein Nonstop-Feuerwerk geboten, bei dem er sich die ganze Zeit zurücklehnen und sein Gehirn ausschalten kann. Alle Leser, die mit Nobrainer-B-Action rein gar nichts anfangen können, sollten besser erst gar nicht mehr weiterlesen.
Mark L. Lester, der auch schon für Blaupause des 80iger Jahre Actionfilms „Phantom Commando“ verantwortlich war, schickt diesmal Dolph Lundgren und Brandon Lee ins Rennen, was im Großen und Ganzen auch wunderbar funktioniert. Natürlich können die beiden wegen ihrem sehr geringen schauspielerischen Talent als Buddyduo nur bedingt überzeugen, aber das ist auch nicht die oberste Prämisse des Streifens. Beide dürfen dafür einen Oneliner nach dem anderen zum Besten geben, sich gegenseitig anzicken und dabei als unschlagbare Zwei-Mann-Armee jede Menge Yakuza vermöbeln oder umnieten. Tia Carree gibt es gratis und schick anzusehen dazu, auch wenn Ihre Rolle eigentlich nur dazu dient, noch mehr fiese Möppen ins Jenseits befördern zu können. Oh, und Cary-Hiroyuki Tagawa als Oberboss natürlich nicht zu vergessen. Der Typ passt einfach perfekt in die Rolle eines dämonischen, erbarmungslosen und unberechenbaren Anführers – egal in welchem Film.
Eine wirkliche Handlung oder sogar Tiefgang sucht man natürlich vergebens. Tiple-D und Krähenmann besuchen eine asiatische Nacktbar oder was weiß ich und hauen alles kurz und klein. Danach schickt Yoshida ein paar Gangster bei den Helden vorbei, die wiederrum alles kurz und klein hauen, worauf die beiden wieder bei Yoshida vorbeischauen… und so weiter und so weiter… Auch mit der Logik hat es der Film nicht so wirklich und so scheint es keine Sau zu interessieren, wenn sich ein Verdächtiger während eines Verhöres selber das Genick bricht, oder dass Triple-D und Anhang gegen das halbe Gesetzbuch bei ihrem Kampf gegen Mr. Yoshi verstoßen.
Bei der Action zeigt Mark Lester dann engültig, was er wirklich drauf hat. Erst schießen/schlagen, dann fragen, lautet die Devise und in der Regel wird das ziemlich explizit dargestellt. Blutige Einschüsse in Mengen, ein Handkantenschlag nach dem anderen und schön große Explosionen werden dem Zuschauer im Minutentakt serviert. Dabei kann man der Action, so toll sie auch ist, eine unfreiwillige Komik einfach nicht abstreiten, weil alles unglaublich naiv und gnadenlos over-the-top inszeniert wurde. Spätestens wenn Dolph nur in Boxershorts und Stiefeln über einen Schrottplatz rennt oder im modischen Kimono mit Stirnband und MG in den Endkampf zieht, kann man den Film dann wirklich nicht mehr ernst nehmen. Das dabei auch die Logik eine eher ungeordnete Rolle spielt, ist wohl klar. So springt Dolph zum Beispiel über ein heranrauschendes Auto oder kippt eine andere Karre kurzerhand als Kugelfang auf die Seite.


Fazit:
Alle, die auch nur den geringsten Wert auf Logik, Handlungstiefe, ausgefeilte Charaktere, etc. legen, sollten einen ganz großen Bogen um dieses Actionvehikel machen, denn eigentlich ist „Showdown in little Tokyo“ einfach nur saudoof… wegen der Naivität, wegen der Unlogik, wegen den Schauspielern, wegen der Over-the-Top-Inszenierung… Aber genau deswegen wird er allen Genrefans unglaublich viel Spaß machen, denn er gibt ihnen genau das, was sie sehen wollen: hirnverbrannte und zugleich unglaublich coole Action am Rande eines geistigen Totalausfalls. Und natürlich Triple-D oben drauf! Nicht zu vergessen sau hässliche Zeitgerechte Klamotten und fiese Syntie-Pop-Mukke! Zurücklehnen, nicht nachdenken, genießen, Spaß haben! Dafür gibbet dann auch 5 Zimbelaffen.


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