Taken

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Release: 2008


Qui-Gon Jinn auf Rambo's Spuren!

Liam Neeson spielt Bryan Mills einen CIA-Agenten, der in Ruhestand gegangen ist, um seiner Tochter Kim nach vielen verpfuschten (Ehe-)Jahren näher zu sein können. Das ist allerdings gar nicht so einfach, denn seine Ex-Frau, die mit einem unglaublichen reichen Macker in einer Elfenbeinturmgleichen Villa wohnt, versucht die Vater-Tochter-Beziehung nach Möglichkeit zu verhindern. Die Sache ändert sich schlagartig, als Kim mit einer Freundin nach Paris fliegt und kurz darauf entführt wird. 96 HOURS (geschickte Einbindung des deutschen Titels ;-) hat Bryan nach Schätzungen seiner CIA Kumpels zeit, bis er seine Tochter auf ewig verlieren wird und so spart er sich viele Worte und lässt lieber Taten sprechen.
Eins vorweg: Mit einem Drama oder dergleichen hat „Taken“ rein gar nichts zu tun. Es ist ein Selbstjustiz-Actiontriller ohne großartigen Tiefgang, auch wenn das dem Zuschauer in der ersten halben Stunde vorgegaukelt werden soll. Die aufgesetzte Dramaturgie am Anfang ist jedoch notwendig, um die passende Stimmung aufzubauen und den Zuschauer an die Hauptpersonen zu gewöhnen bzw. eine Verbindung zu Bryan aufzubauen. Mutter, Tochter, Freundin, quasi alle Nebendarsteller bedienen hingegen die üblichen Klischees, welche die Geschichte ins Rollen bringen bzw. vorantreiben sollen. Kim ist ein verzogenes, naives Mädchen, das so ziemlich alles in den Hals geworfen bekommt, was sie haben will. Genau so ihre Mutter - hier verkörpert durch Famke Janssen.
Aber auch bei der Person Bryan Mills sieht die Sache ähnlich aus, wobei er den Zuschauer (uns jedenfalls) dank Sympathie und Charisma sofort auf seine Seite hat. Zunächst ist er der paranoide Ex-CIA-Agent, der hinter jeder Ecke den Feind vermutet, dann ist der Racheengel in Person, der absolut Schonungslos gegen seine Feinde vorgeht. Dabei ist er quasi unantastbar, unangreifbar und unzerstörbar. Ein Profi, wie er im Buche steht, der auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen kann und bereits die haarsträubendsten Aufträge erledigt hat. Außerdem liefert er ein paar ziemlich coole Sprüche ab und beschert sich selbst ebenfalls ein paar sehr coole Auftritte. Nix mehr mit lieber netter Jedi-Ritter oder anders ausgedrück: Der Film lebt (neben der handgemachten Action) von den schauspielerischen Qualitäten Liam Neeson’s!
Tatsächlich fühlt sich „Taken“ dank dem naiven Over-The-Top-Rachefeldzug von Bryan stellenweise wie ein 80iger Jahre Action-Vehikel ala „Death Wish“ an (nicht Teil 1). „Hallo, ich Bryan Mills, der Beste der Besten der Allerbesten, also macht euch lieber nicht unbeliebt bei mir!“
Und genau aus diesem Grund hat das TA-Team den Film so was von gefeiert! Es gibt wenige Filme, die sich einen Dreck um Moralvorstellungen scheren und gleichzeitig konsequent alle Täter ihrer gerechten Strafe zuführen. Ja, wir haben sogar vor Freude gejauchzt, als Bryan seine kleine Rede gegenüber dem Entführer schwingt oder einen anderen Fiesling recht unkonventionell foltert oder generell den einen oder anderen Mistkerl auf äußerst unangenehme Weise aus dem Leben klatscht. Da konnten wir auch ganz locker über die kleinen Mängel am Anfang und das aufgesetzte Happyend am Ende hinweg sehen.


Fazit:
Lassen wir an dieser Stelle auch mal andere zu Wort kommen, nämlich einen Autor aus der OFDB. Ich hoffe, es stößt User rudi3 nicht über auf, dass ich seinen Meinungserguss hier abdrucke, aber der Text ist einfach zu lustig. Irgendwie wie der Trailer zu „Ninja – In geheimer Mission“ nur eben zu „Taken“ und natürlich in geschriebenen Worten. Vielleicht hat User rudi3 etwas sehr heftig auf die Kacke gehauen, aber im Kern will ich dem ganzen einfach mal zustimmen. ;D

"Endlich mal wieder ein richtig geiler Film. Nicht so ein Sissi-Scheiß wie er heutzutage normal ist. Realistisch, brutal wie das Leben und straight. Das Beste am film (der zugegebenermaßen seine dramaturgischen schwächen am Anfang hat) ist Liam Neeson. Ein gutes Gefühl, ihm zuzuschauen. Das ist mal ein Kerl. Nicht so ein Weichei, wie 95% aller Schauspieler heutzutage. Das ist ein richtiger Mann. Und er handelt in diesem film auch so. ich glaube, jeder in seiner Situation würde so schonungslos und brutal und auch von Rache getrieben handeln. Ich finde es sehr gut, dass der film nicht in Hollywood-Pipifax-Klischees verfällt und ihn (weil das ja moralisch ach so verwerflich ist) irgend o ein mieses Schwein verschonen lässt („Ich glaube dir, aber das rettet dich auch nicht“). Genial. Ich finde es supermutig und passend, die Rolle mit Liam Neeson besetzt zu haben. Er passt einfach perfekt in die rolle. So stelle ich mir einen Typen vor, der so viel Mist durchgemacht hat und nicht wie irgend so einen alternden Hollywood Schönling. Mit diesem Film kommen wir endlich wieder an die Realität ran (was man bei Bourne auch schon sehr gut gemacht hat) – die Realität, die echte Emotionen weckt und nicht nur ein müdes gähnen. Man konnte alles mitfühlen: die angst um die Tochter, den Stress, die Zeitnot, die Wut und vor allem die Befriedigung der Rache. Gut dass hier mit vielen Moralvorstellungen gebrochen wird, die in so einer Situation einfach keinen interessieren würden. 9 von 10 punkten"

Es ist absolut klar, dass ein Film, der die Selbstjustiz derart glorifiziert die Meinungen der Zuschauer spaltet, vor allem wenn näher über das Gesehene nachdenkt. Actionfans werden ihn lieben und Spaßbremsen/Realisten/Menschen mit Anspruch werden ihn hassen. Das TA-Team gehört ganz klar zur ersteren Kategorie und deswegen gibbet 4 Zimbelaffen!




Und zum Nachtisch gibt's noch zwei Videos:




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