Punisher vs. Punisher vs. Punisher


Es gibt eine Menge Filme, die sich um Rache drehen. Schon ziemlich oft in der Filmgeschichte haben unschuldige Menschen eine geliebte Person verloren und es bleibt ihnen nicht anderes, als bittere Selbstjustiz zu üben. Aber es gibt nur wenige Rächer, die ihre Rache bereits bekommen haben. Rächer, die darüber hinaus der gesamten Unterwelt an den Kragen wollen. Sie wollen Bestrafung! Sie sind die Punisher!

Ingesamt wanderten bereits drei Herren unter diesem Namen durch die Filmgeschichte: Dolph Lundgren, Thomas Jane und vor nicht all zu langer Zeit Ray Stevenson! Doch wer konnte seine Feinde am eindrucksvollsten ins Jenseits befördern? Wer hat die wenigste Gnade gezeigt? Wer hat am besten auf die Kacke gehauen? Wer war der beste Punisher?!

Diese Frage haben wir uns gestellt und wollen das Ergebnis anhand von ein paar Rubriken vorstellen, die da wären: Story, Atmosphäre, Hauptdarsteller, Action. Ob die Filme irgendwie mit den Comics übereinstimmen, müssen wir leider außer Acht lassen, da einfach keiner von uns davon einen Plan hat. Aber wenn ihr wollt, dann könnt ihr uns gerne was dazu in die Kommentare schreiben. Wer weiß, vielleicht könnt ihr nachträglich ja noch Einfluss auf unsere Entscheidung nehmen (was ich nicht glaube ;).



Release: 1989
Darsteller: Dolph Lundgren, Louis Gossett Jr.
Regie: Mark Goldblatt
(ofdb-Link)


Story: Frank Castle’s Frau und Kinder wurden per Autobombe ins Jenseits befördert und seitdem lebt er in der Kanalisation, um nachts böse Buben zu meucheln. Im zur Seite hat einen alten Säufer, der nur in Versen spricht und ihm gegen ein bisschen Schnaps wertvolle Infos zukommen lässt. Als die lebenden Zielscheiben langsam knapp werden, kommt zum Glück eine Yakuzabraut aus Übersee in die Stadt, murkst die führenden Köpfe der großen Mafiaclans ab und nimmt die Kinder gefangen. Klar, dass der Punisher das nicht zulassen kann. Kurzerhand muss er sich mit einem Erzfeind verbünden und zieht mit ihm in den finalen Kampf.

3/5
Atmosphäre: Düster, aber auf eine matte und farblose Art und Weise. Die Handlung soll in New York spielen, gedreht wurde allerdings in Sydney. Natürlich gibt’s dort auch Hochhäuser und viel Verkehr, aber Sydney kann zu keiner Zeit den Charme einer Metropole wie New York erzeugen. Dafür gibt’s allerdings auch keine Längen und der Film schreitet sehr fix voran. Leider gibt es im gesamten Film kein Totenkopf zu sehen, obwohl der Streifen ganz offiziell von Marvel ist. Wahrscheinlich scheute man eine direkte Comicverfilmung... keine Ahnung

3/5
Hauptdarsteller: Wenn man die Karriere von Dolph aus den Augen eines Genrefan betrachtet, dann kann man durchaus sagen, dass dies einer seiner besten Rollen war. Er hat den Punisher nicht nur gespielt, er WAR der Punisher! Die eingefallenen Augen, der abwesende Blick, die deutliche Zerfressenheit und gleichzeitige Erbarmungslosigkeit. Außerdem hat Dolph eines seinen Nachfolgern voraus: Wenige Worte, mehr Taten, keine Gnade + coole 80iger Jahre Oneliner! Und einen Dreitagebart bis auf die Ohrläppchen!

5/5
Action: Es rumst und kracht eigentlich ununterbrochen und zwar mit einer Härte, die man auch im 80iger Jahre Actionfilm nicht ganz so oft zu sehen bekommt. Ein Typ wird aus nächster Nähe per Shotgun durch die Luft gewirbelt. Ein anderer wird per Armbrust an einen Lieferwagen genagelt und überhaupt wird der Streifen von einer ziemlichen Zerstörungswut beherrscht. Das Finale ist die Krönung des ganzen und man kommt ordentlich auf seine Kosten. Zwar ist die Action auf Grund ihres Alters etwas angestaubt, überholt aber noch lange nicht!

5/5





Release: 2004
Darsteller: Thomas Jane, John Travolter
Regie: Jonathan Hensleigh
(ofdb-Link)


Story: Gerade von einer erfolgreichen Undercovermission zurück, verbringt Frank Castle ein paar ruhige Tage mit seiner gesamten Familie, die dann aber gleich komplett hingerichtet werden. Frank überlebt schwer verletzt und schwört Rache, ist allerdings auch ein totales Frack geworden. Er spürt den Mörder seiner Familie auf, schnappt sich das letzte Geschenk seines Sohnes (das Totenkopf T-Shirt) und zieht los, um John Travolter auf die Nase zu hauen.

3/5
Atmosphäre: Schon allein die unterschiedlichen Handlungsorte sind recht sehenswert. Anfangs bunter am Anfang und immer düsterer gegen Ende. Die meist gezeigten Villengegenden oder Vororte versprühen ebenfalls ein ganz passendes Flair.

4/5
Hauptdarsteller: Thomas Jane gibt insgesamt einen passenden Antihelden hab, allerdings ist er einfach nicht kantig genug, um restlos überzeugen zu können… hin und her gerissen zwischen Sunnyboy und Mistkerl. Natürlich ist das das Resultat aus der Metamorphose von Frank Castle zum Punisher, die hier chronologisch erzählt wird. Leider führt das zu sehr vielen Längen und zwischendurch verkommt der Jane Punisher sogar zu einer betrunkenen Heulsuse, die von ihren schrägen Nachbarn erstmal wieder aufgepäppelt werden muss. Am Ende isser dann aber wieder ne coole Pocke.

3/5
Action: Ist natürlich vorhanden und erfrischend, da handgemacht, unterhaltsam und rau. Leider ist der Actionanteil viel zu gering. Gerade der Mittelteil zieht sich nach ein paar Wiederholungen wie Kaugummi und man sehnt die nächste Klopperei förmlich herbei, die dann aber genau so schnell wieder vorbei ist, wie sie angefangen hat. Das Finale ist zwar cool, hätte aber ebenfalls wesentlich länger sein können. So verkommt der Film eher zu einem guten Actionthriller, aber zu einem schlechten Actioner. Vielleicht wäre der Film ohne den erwartungsträchtigen Namen auch besser dran gewesen.

3/5





Release: 2008
Darsteller: Ray Stevenson, Dominic West
Regie: Lexi Alexander
(ofdb-Link)


Story: Der Punisher wütet bereits seit ein paar Jahren in New York und hat auch schon bereits ganze Arbeit geleistet. Stück für Stück nimmt er die Verbrechersyndikate mit Hilfe aus dem Polizeirevier und anderer Quellen auseinander bis er eines Tages einen Undercover-Cop umnietet. Ihn plagen Gewissensbisse, die sich jedoch erübrigen, als Mutter und Tochter des toten Cops von seinem Erzfeind als Geiseln genommen werden. Der Punisher hat keine Wahl, als alleine in ein Hotel zu marschieren, das bis oben hin voll mit mordlüsternen Verbrechern ist.

3/5
Atmosphäre: Der Film spielt überwiegend Nachts und ist trotzdem ziemlich bunt. Alles wurde in vielen bunten Neonfarben ausgeleuchtet, was sehr passend die Comicherkunft unterstreichen kann. Die dreckigen Nebenstraßen der Metropole sind ebenfalls nett anzusehen und dank des Comiclooks kommt schnell so richtig dreckigschönes Punisherfeeling auf.

4/5
Hauptdarsteller: Stevenson ist nach allen Bildern, die wir gesehen haben, am nächsten an der Comicvorlage und auch als Nichtkenner wird man ihn in der Rolle mögen. Er ist sogar noch ein wenig gnadenloser als der Dolph-Punisher, spart sich jedoch die coolen Sprüche und macht gerne auch mal seinen Gewissensbissen Luft. Von allen Darstellern gibt er den professionellsten ab, was jetzt aber nur auf die Action bezogen sein soll und nicht auf sein schauspielerisches Talent. Mehr als grimmig gucken macht er nämlich auch nicht. Er wirkt außerdem von allen am kantigsten und wenns zur Sache geht, kann von Gnade keine Rede mehr sein.

4/5
Action: Wie bei Dolph wird das Feuerwerk hier eigentlich durchgehend abgefackelt. Es fehlt allerdings der letzte Inszenatorische Schliff. Der letzte Kick, der einen mit offenem Mund zurücklässt, kommt zu selten. Weil aber alles dank der Comicatmosphäre sehr surreal wirkt, machen die Genickbrüche aber trotzdem Spaß. Schon allein weil, der Punisher unglaublich erbarmungslos vorgeht und die Action einer Dampfwalze gleich über den Zuschauer rollt.

4/5



And the winner is:

16 Totenköpfe für Dolph Lundgren

15 Totenköpfe für Ray Stevenson

13 Totenköpfe für Thomas Jane



Fazit:
„hmm… war ja irgendwie klar, dass bei euch Dolph gewinnt.“ Das oder so was Ähnliches werdet ihr uns jetzt sicherlich vorwerfen, aber verdammt noch mal, wir können ja auch nichts dafür, dass Dolph als böser Betrafer so unglaublich rockt. Der Streifen bietet jede Menge Krachbumm und man kann ihn sich einfach immer wieder angucken und auch immer wieder feiern, weil er einfach nicht langweilig wird. Natürlich ist er nichts anderes, als gradliniges 80iger Jahre Actionkino. Wobei… damit ist ja eigentlich schon wieder alles gesagt! ;)

Ray Steveson kann sich über einen verdienten zweiten Platz freuen und wir wünschen uns am ehesten ihn in einer weiteren Verfilmung. Sein Auftreten als Bestrafer ist sehr passend gewesen und er konnte so richtig schön die Sau raus lassen. Auch versprüht der restliche Film nette Comicatmosphäre, kann aber in keiner Weise mit den heutigen Comicverfilmungen mithalten. Von allen drei Teilen kommt hier am ehesten so was wie Punisherfeeling auf. An den schlechten Bewertungen hat mich Sicherheit die dünne Story und die übertriebene Gewalt, die man heute in dieser rohen Form nur noch selten zu sehen bekommt, mitschuld.

Thomas Jane auf Platz drei ist zwar ein netter Kerl und hat auch ne gute Show abgeliefert, aber so richtig überzeugen konnte er als Bestrafer nicht. Auch ist er noch zu weich und hält sich mit der Action zurück, was natürlich auch daran liegt, dass er im laufe des Films ja erst zum Punisher wird. Wie gesagt, vielleicht hätte der Film unter einem anderen Namen in einem besseren Licht dagestanden. Eigenständig betrachtet isser nämlich locker ein 4 Köppe Kandidat. Einem direkten Punisher-Vergleich kann er allerdings nicht standhalten.



Und zum Abschluss gibts noch ein paar nette Videos, die wir in stundenlanger Arbeit bei Youtube NUR FÜR EUCH zusammengesucht haben:





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