Who watches the Watchmen


Natürlich wir!!!

Lords Tagebuch, 08.03.2009. Draußen regnet es zur Zeit mal nicht. Doch beim Blick aus dem Fenster sieht man nur das triste Grau der Stadt. Ich lasse den gestrigen Abend Revue passieren. Watchmen gesehen. Merkwürdiger Film. Bin mir immer noch nicht sicher was mir dieser Film sagen soll.

Falls ihr euch fragt, warum ich diese Review so beginne: Der Storyteil aus der Sicht von Rorschach (Jackie Earle Haley) ist im Tagebuchstil gehalten. Was allerdings nicht bedeutet, dass dieser langweilig ist. Rorschach ist mehr oder weniger die zentrale Figur dieser denkwürdigen Comicverfilmung.
Den Comic kenne ich nicht, aber ich habe mir sagen lassen, dass die Verfilmung sehr nah am Comic sein soll. Allerdings auch, dass Comicfans den Film nicht mögen. Ob dies so ist, lasse ich mal dahingestellt.

Um es für all diejenigen, die, so wie ich, den Comic nicht kennen kurz zusammenzufassen. Die Watchmen sind bzw. waren maskierte Verbrechernsbekämpfer, die aber auf Grund ihrer durchaus derben Selbstjustiz von Richard Nixon verboten wurden. Einige Alteregos werden bereits in der zweiten Generation fortgeführt und einige Originalhelden sind bereits tot. Sei es durch Mord oder durch das Verfangen des Capes in einer Drehtür.
Die Handlung beginnt nun damit, dass der Comedian (Jeffrey Dean Morgan) ermordet wird und Rorschach eine mögliche Attentatserie auf die übrigen versprengten Watchmen ahnt. Er versucht sie zu warnen...

Aber dies ist nicht die einzige Gefahr der kommenden 163 Minuten. Es ist nämlich 1985 und die Welt blickt der Gefahr eines Atomkrieges zwischen den USA und der UdSSR entgegen. Und die Frage ist nicht mehr ob, sondern nur noch wann! Einzig der durch einen missglückten Versuch mit gottähnlichen Fähigkeiten ausgestattete Mr. Manhatten (Billy Crudup) scheint den Frieden waren zu können.

Was auf den ersten Blick nach einer gradlinigen Story aussieht entpuppt sich bereits nach den ersten 10 Minuten als ganz und gar ungewöhnliche Comicverfilmung. Die einzelnen Watchmen, die man nach einander kennenlernt erhalten durch diverse Rückblenden und Erinnerungsschnipsel ihren Charakter - und das den gesamten Film über. Einzig die letzten 15 Minuten sind frei davon, da es sich dort auf den Showdown zuspitzt.
Diese ganzen Zeitsprünge zwischen Gegenwart und Erinnerung schaffen eine gewisse Konfusität - vorallen beim ungeübten Zuschauer - und neigen mit unter zur Langatmigkeit des Films beizutragen. Dem geübten Zuschauer zeigt sich aber ein gut inszeniertes Gesamtkunstwerk, das nur an zwei, drei Stellen zur Langatmigkeit neigt und sonst von seiner Liebe zum Detail lebt. Besonders wenn es um die Darstellung von Einschüssen, Schlägen, Tritten, dem Brechen von Gliedmaßen, dem Spalten des Schädels mit einem Hackbeil oder sonstigen Gewalttaten geht. Aber gerade diese Szenen formen die Charaktere und zeigen Gründe warum einige Watchmen so wurden wie sie sind und warum die Regierung Nixon sie verbieten ließ.

Leider bemerkte ich bereits in der Mitte des Films, wer der ominöse Superschurke ist, der hinter allem steckt, konnte mir aber keinen Reim auf sein Motiv machen, sodass ob von der Regie gewollt oder ungewollt, ich die restliche Zeit voller Spannung auf die Auflösung warten konnte.
Was diese mir aber bot, ließ große Zweifel in mir aufkommen, wie ich den Film finden soll. Einerseits würde ich die Zuspitzung auf den Showdown und diesen als relativ lahm empfinden, wenn nicht der Wahnsinn hinter dem bösen Masterplan und ein unvorhergesehener Tod über dem Showdown ihre schwarzen Schatten ziehen. Und auch wenn der Film für die Romanze des Abends - Nite Owl II und Silk Spectre II - mit einem Happy End ausklingen mag, so tat sich bei mir kein Gefühl des "Friede Freude Eierkuchen" auf.

Tja, was soll ich nun abschließend über diesen Film sagen? Auch wenn es eine Comicverfilmung ist, so ist sie in keinster Weise mit X-Men, Ironman, Batman oder sonstigen Filmen der jüngeren Geschichte vergleichbar. Vom filmischen Stil eine Mischung zwischen Sin City und Sky Captain and the World of Tomorrow findet die Charakterbildung über fast die gesamte Länge des Films statt und erzählt so, eine denkwürdige Geschichte von der man sogar sagen könnte, dass sie die Menschen zum Nachdenken über ihr zerstörerisches Wesen anregen soll.
Und obwohl ich nun schon einige Zeit an dieser Review sitze, vermag ich es nicht eine abschließende Wertung für diesen Film zu finden.
Guckt euch diesen Film an und macht euch selbst ein Bild vom Charme von Nite Owl II, der dem eines Clark Kent im ersten Supermanfilm in nichts nachsteht, oder dem unnatürlichen Verhältnis nackter Darsteller zu Darstellerinnen. Oder bleibt dem Kino fern ohne das Gefühl etwas verpasst zu haben zu verspüren.....

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