Der Mann von Hongkong

(klicke aufs Cover für mehr KungFu-Infos)

Release: 1975
"Zum Nachtisch eine Handgranate!"

Als in Australien ein Drogenkurier festgenommen wird, sich aber mit seiner Geschwätzigkeit über die Hintermänner sehr zurückhält, wird kurzerhand „DER MANN VON HONGKONG“ nach Sydney geholt. Fang Sing Ling, DER Superbulle einer chinesischen Spezialeinheit, soll anfangs nur als Dollmetcher arbeiten, doch als sich die australischen Cops als totale Flaschen entpuppen, die dazu auch noch einen äußerst schlechten Friseur haben, stellt er eigene Nachforschungen an. Die Spur führt ihn in eine Karateschule und damit zu Mister Wilton, dem Drogenbaron des Inselkontinents und selbst begnadetem Kampfsportler. Doch Fang buddelt zu tief, wird schnell zu Zielscheibe der Unterwelt und letztlich bleibt ihm nur noch die Flucht nach vorn.
Jim-Bob und Bob-Jim, die zwei lustigen Cops von Sydney

Ich sage es gleich vorweg: Dieser Film ist dank seinem trashigen Unterhaltungswert wieder einer unserer ominösen 4-Affenköpfe-Filme. Es geht schon mit der Anfangssequenz los, wo ein schnulzig triefenderer und im Ohr haftenbleibender Song in bester Bondmanier aus den Lautsprechern blubbert (mit dem schönen Namen "Sky high"). Ich meine, der hats hierzulande sogar in die Charts geschafft!
Danach geht alles Schlag auf Schlag, im wahrsten Sinne des Wortes. Quer durch die Stadt nimmt Fang die Spur der Verbrecher auf und quer durch die Stadt wird sich dementsprechend geprügelt, bis auch der letzte Knochen gebrochen und die letzte Karosserie Schrottplatzreif ist. Die Stuntleute und auch Hauptdarsteller Wang Yu himself machen ihre Arbeit dabei hervorragend. Ob es jetzt ein choreographierter Kampf gegen 10 Leute gleichzeitig ist, Fang ohne Sicherung auf einem Hochhaus herum klettern muss oder sich ein Auto bei stark überhöhten Tempo in die Botanik schraubt und im Flug eine Abkürzung durch eine Bretterbude nimmt, die Actionszenen sind allesamt echt nicht von schlechten Eltern und werden dem Martial-Arts- und Actionfan bestimmt viel Spaß bereiten.
Jetzt mach ich chivapchichi aus dir!
Zwischen diesen Höhepunkten wird auf ausschweifende oder lächerlichere Storyparts Gott sei dank verzichtet. Sogar ein paar ziemlich coole Sprüche haben die Drehbuchautoren ebenfalls zu fabrizieren gewusst. Ein bisschen seltsam wirken allerdings die Szenen, in denen Fang etwas mit Frauen anfängt. Plötzlich ist Wang Yu eher peinlich berührt, als ein cooler Agent. Spätestens wenn die heißen Blondinen und Bräunetten dem armen Kerlchen das Hemd von der Hühnerbrust reißen, kann man sich das schmunzeln nicht mehr verkneifen. Und als hätte man zwischendurch die Lust an der Hauptstory verloren, wird sogar noch versucht eine kleine Liebesgeschichte mit einzufädeln. Geht natürlich total in die Hose, eröffnet dafür aber den Weg für eine nette kleine Rachegeschichte und eine ausufernde Verfolgungsjagd, die von einem fetzigen Score begleitet wird (der auch sonst klasse ist).
Sei auch du ein Lümmel im Verkehrsgetümmel
Wang Yu in Hauptrolle ist leider ein Kritikpunkt an der ganzen Kiste (ein ganz, ganz kleiner). Er ist ein klasse Kämpfer und ich will auch gar nicht abstreiten, dass er ne Menge auf dem Kasten hat (was er ja auch eindrucksvoll unter Beweis stellt), aber in der Rolle eines asiatischen James Bond ist dieses schmale Milchbubiegesicht leicht unglaubwürdig. Ihm fehlt einfach das Charisma der anderen großen asiatischen Filmhelden, obwohl er trotz allem zur damaligen Zeit beim Publikum äußerst beliebt war. Wie auch immer… ich hab jedenfalls selten jemanden gesehen, der so schwer verwunden, sich so schnell wieder erholt und die Prügel danach doppelt wieder austeilt, wie Wang Yu!
The famous Mr. Lazenby!
Ach ja, den Oberbösewicht mimt übrigens Ex-Bond George Lazenby. Der Mann, der einmal im Auftrag ihrer Majestät unterwegs war und gerne vergessen wird (obwohl der Film gar nicht mal übel ist), bleibt hier leider etwas farblos und diente wohl eher als werbewirksames Zugpferd. Eigentlich schade, denn trotz Lazenbys vorangegangenen Alkohol- und Drogeneskapaden ist er hier erstaunlich gut in Form und bietet sich Wang Yu schon allein von seiner Statur her als einen ernst zu nehmenden Gegner an.

Fazit:
Schon allein wegen dem netten Genre- und Charaktermix, aber auch wegen den abwechselungsreichen exotischen Schausplätzen, der fixen Story und dem hohen, reißerischen Actionanteil ist der „Mann von Hongkong“ ne trashige Action-Martial-Arts-Granate. Dabei kommt der Film natürlich nie über B-Movie-Niveau hinaus und der letzte Schliff fehlt ebenfalls, aber das ändert nichts an dem kurzweiligen und hohen Unterhaltungswert, den der Streifen besonders gut mit ein paar Kollegen und einem Kasten Bier entfalten kann. Eigentlich hab ich mir die DVD nur wegen zwei Dingen gekauft: 1. ein ziemlich geiles Cover und 2. wegen dem Spruch vorne drauf „Zum Nachtisch eine Handgranate!“ Mal ehrlich, was hätte noch schief gehen sollen???

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

wo kann man die dvd denn kaufen? hab den noch irgendwo auf einer fast 30 jahre alten video2000-kassette und warte schon seit es dvds gibt darauf, dass der mal wieder veröffentlicht wird...

Doc Savage hat gesagt…

Ich selbst hab die DVD auf einer Filmbörse gefunden. Ist auch ne offizielle Sache (also kein Bootlegquatsch).

Also ich würde mal bei
www.cyber-pirates.org
oder
www.filmundo.de
gucken!

Da sollte man eigentlich fündig werden! Qualität der DVD ist übrigens ziemlich gut. Da muss ich sagen, hat Retrofilms ne ordentliche DVD abgeliefert!