Platoon Leader

(für mehr cannon-ige Infos klicke aufs Cover)

Release: 1988

Dudikoff in der grünen Hölle!


Jeff Knight hat kein Plan von nichts, soll aber als frisch gebackener Lt. das Kommando über einen Außenposten übernehmen und ein nicht kommunistisches Dorf beschützen. Überall um ihn herum lauert der Feind und die Männer nehmen ihn nur bedingt ernst. Zwar respektieren Sie seinen militärischen Rang, ihn als Person deswegen aber noch lange nicht. Mit anfänglicher Unsicherheit stolpert er dann auch gleich von einer Falle in die Nächste und versteht sich erst nach einem Lazarettaufenthalt mit seinen Untergegeben ein wenig besser. Naja, irgendwie jedenfalls, denn Dudikoff ist nicht gerade als Spitzenschauspieler bekannt und auf ausschweifende Charakterzeichnungen wird sowieso komplett verzichtet.
Da wir es zusätzlich noch mit einem Cannon-Vehikel zu tun haben, ist es nicht verwunderlich, dass bei allen Rollen traditionsreiche Klischeeverwurstung betrieben wird. Alle Typen, die man irgendwann mal in einem Vietnamfilm gesehen hat, wird man auch hier wiederfinden. Dabei ist der Vietcong selbstredend ein gesichtsloser, kaltblütiger Teufel und die US Soldaten allesamt Gutmenschen. Schwarzweißmalerei, wie man sie gerade bei Cannon häufig findet und sich somit nicht daran reiben sollte. Dazu gibt es quasi gratis ein paar patriotisch triefende Szenen und dazu passende Mukke, wobei solche (bis auf das Ende) dann Gott sei dank nicht unnötig auswalzt werden.
Der restliche Streifen gestaltet sich als äußerst simpel und gradlinig. Vielleicht etwas zu gradlinig und somit - rein von der Handlung her - vielleicht etwas langweilig. Die Soldaten machen nämlich nichts anderes, als in den Dschungel zu ziehen, einen Rundgang zu machen, sich mit Vietcong ein paar Schusswechsel zu liefern und ins Lager zurückzukehren. Am nächsten Tag geht das ganze von vorne los. Ziellos und ohne Struktur könnte man sagen. Verwunderlich ist dagegen ein ab und zu kritischer Ton, der allerdings nur in Ansätzen angespielt wird. Schade eigentlich, da hier vielleicht noch etwas mehr drin gewesen wäre.
Zum Glück weiß Aaron Norris (Chucks großer Bruder, der bekanntlich mit „Missing in Action 3“ und „Delta Force 2“ seine besten Werke ablieferte) aber die positiven Eigenschaften eines Cannonfilm in den Vordergrund zu stellen: Die Action! Die ist nämlich so gut, dass sie sich teilweise auch vor großen Hollywoodfilmen nicht zu verstecken braucht. Feuergefechte sind lang und ausufernd. Die Pyrotechniker dürfen nach Herzenslust zündeln und gestorben wird zahlreich, auf Seiten des Feindes natürlich wesentlich zahlreicher. Vor allem der nächtliche Überraschungsangriff auf das Lager samt Kampfhubschrauber macht richtig Laune, aber auch alle anderen Auseinandersetzungen mit dem Vietcong können überzeugen.
Was die Actionszenen aber erst richtig schick aussehen lässt und was auch Norris für sich zu nutzen weiß ist die Kulisse. Verdammt schick fotografiert er den Dschungel um die Soldaten herum und schafft damit mächtig viel Atmosphäre. Es ist stickig, es ist heiß, überall kann der Feind lauern, überall können die Männer in einen Hinterhalt geraten. Das kann man auch als Zuschauer spüren. Hinzu kommen zahlreiche Helikopteraufnahmen und viele nette Kameraeinstellungen. Auch wenn Norris gerne bei Oliver Stone’s „Platoon“ abkupfert, hat er sich mit der Optik und der Action verdammt viel Mühe gegeben.


Fazit:
Die Story von „Platoon Leader“ ist klar was für die Tonne. Dazu kommt, dass nur Klischees bedient werden, mächtig viel Schwarzweißmalerei betrieben wird und dem Patriotismus keine Grenzen gesetzt werden. Dank toller Action und dichter, schmuddeliger Dschungelatmosphäre weiß Aaron Norris' Werk dann aber doch noch zu überzeugen (auf B-Movie-Cannon-Niveau natürlich!) und es wird hier wieder einmal klar, dass handgemachte Effekte einfach mehr Eier in der Hose haben, als der ganze heutige CGI Rotz. Somit sollte man sich zwischen den dahin plätschernden Handlungsszenen auf die nächste Ballerorgie freuen und nicht versuchen, mehr in den Streifen hinein zu interpretieren, als er selbst sein will. Wo Cannon draufsteht ist eben auch Cannon drin. In diesem Sinne: Solide 3 Logos!



PS: Leider gibt es von "Platoon Leader" noch immer keine DVD-Veröffentlichung - vom Bootleg mal abgesehen, was aber Qualitätsmäßig nur knapp über der VHS liegt. Wenn ihr also nicht warten könnt, empfehle ich euch die VHS. Die einfacher zu kriegen, als man glauben könnte.

PPS: Aufmerksamen Bloglesern - wenn wir die überhaupt haben - ist bestimmt sofort die auffallende Ähnlich zu "Soldier Boyz" aufgefallen. Das war unbeabsichtigt, aber rein von den Kritikpunkten, der Dschungeloptik und der Action kann man schon ein paar Gemeinsamkeiten feststellen... Nur hat "Platoon Leader" kein Mikrofon im Bild, weshalb die Wertung schlechter als bei "Soldier Boyz" ausfällt! ^^°

PPPS: Bei Youtube findet man sogar einen Trailer! Verrückt, oder?!





"So, zeit für Heiabettchen!"

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