Grand Theft Auto

(klicke aufs Cover für mehr crashige Infos)

Release: 1977

deutscher Titel: Gib Gas... und lasst euch nicht erwischen


Kennt ihr noch „Ein Duke kommt selten allein“? Fandet ihr die Stunts, die Verfolgungsjagden mit der Polizei und nicht zu letzt die zahlreichen Blechschäden viel interessanter, als die eher schnöde Handlung? Und seit ihr ebenfalls der Meinung, dass der General Lee (also der 69’ Dodge Charger) einer der coolsten Karren der Fernsehgeschichte war?

Wenn ja, dann seid ihr verdammt richtig bei unserer
„TRASH CRASH COLLECTION“

Es kommt zwar jetzt keine Kritik zu „Ein Duke kommt selten allein“, aber irgendwie musste ich ja den Bogen zum berühmt berüchtigten Chase&Crash-Genre schlagen, welches sich lange zeit in den USA großer Beliebtheit erfreute (ich Fuchs ich). In diesem Zusammenhang bezeichnete die vorgenannte Serie nämlich mein erstes Zusammentreffen damit und prägte unter anderem meinen späteren Film- und Fernsehgeschmack.

Neben den erfolgreichen Vorzeigemodellen (nur ein paar, die mir jetzt spontan einfallen), wie „Auf dem Highway ist die Hölle los“, „Cannonball“, „Death Race 2000“ oder „Ein ausgekochtes Schlitzohr“, gibt es auch zahlreiche unbekanntere Streifen, die – wenn man Glück hat – alle Jubeljahre auf Kabel1 oder Tele5 oder so laufen. Oder eben in einer netten unauffälligen Kollektion auf den dahinscheidenden DVD-Markt geschmissen werden.
Einer davon ist „Grant Theft Auto“ von und mit Ron Howard, produziert von Roger Corman und darum geht’s:

Paula Powers und Sam Freeman (unglaublich passende Namen für die beiden :-) wollen heiraten, wovon Paulas Vater und angehender Gouvaneur Bigby Powers alles andere als begeistert ist. Paula ist nämlich bereits von Elternseite her mit dem zurückgebliebenen, versnobten Weichei Collins Blairgendwas verlobt, was vor allem Mister Powers auf seinem Weg zu Ruhm und Ehre helfen soll. Mit dem familieneigenen Rolls Royce nehmen die beiden Reißaus und düsen 500 Meilen für einen Blitzhochzeit nach Vegas.
Damit beginnen dann auch schon die Probleme. Zum einen nimmt Weichei Collin die Verfolgung auf, zum anderen versucht seine Mutter, eine reiche alte Zicke, ihren Jungen zurück zu holen. Fast gleichzeitig setzt der eine 25.000 Dollar Belohnung für die Ergreifung seiner Verlobten und die andere 25.000 Dollar für die sichere Rückkehr ihres Sohnes aus. Da das ganze über eine erfolgreiche Radiosendung ins Land hinaus getragen wurde, haben alle plötzlich dicke Dollarnoten in den Augen und nehmen die Verfolgung auf. Es beginnt eine wilde Jagd über verstaubte Highways und Wüsten, an der eine Menge seltsamer Vögel teilnehmen und bei der es selbstredend im Minutentakt Blechschäden gibt.


Roger Corman, der 339 Filme produzierte und 54 selbst drehte, gab bereits mehreren „Talenten“ die nötige Starthilfe um in der Filmindustrie Fuß zu fassen. In „Death Race 2000“ war es z.B. Sylvester Stallone, aber auch andere heutige Größen wie James Cameron, Francis Ford Coppola, Dennis Hopper oder Jack Nicholson konnten sich in Cormans Filmschmiede beweisen. Bei GTA setzte er den damals gerade mal 23 jährigen Ron Howard (Apollo 13, Frost/Nixon) auf den Regiestuhl und dieser sich selbst und seine halbe Familie vor die Kamera. Zusammen mit seinem Vater bastelte er Story und Drehbuch zusammen und plante die Stunt-Szenen. Nach drei Wochen war die 600.000 Dollar teure… oder eher billige (?)… Produktion abgeschlossen.
Zur entstandenen Story kann ich dabei nur sagen: totaly crazy, dude, totaly crazy! Ich tippe auf ein herbes Saufgelage von Vater und Sohn, bei dem die beiden auch gleich die vielen skurrilen Charaktere erfunden haben. Die wunderbare Welt der Stereotypen wird hier so richtig schön bedient. Es gibt ein versnobtes Einzelkindweichei, eine weltfremde alte Unke, Dynamitwerfende Hinterwäldler, unfähige Polizisten, cholerische Väter, scheinheilige Möchtegernpriester und einen storygeilen Reporter (den wir übrigens bei Death Race 2000 in fast derselben Rolle wiederfinden). Alle zusammen dürfen selbstverständlich eine Menge dummes Zeug von sich geben und ganz furchtbar hässliche Klamotten tragen, wenngleich die Schauspieler trotz ihrer Rollen jede Menge Spielfreude beweisen. Ich schätze, ihr habt ne ungefähre Ahnung, was ich meine, oder?!
Bei den einzelnen Charakteren muss man das eine Auge zudrücken. Das andere muss man wohl zudrücken, wenn’s um die vielen Actioneinlagen geht. Sie fallen zwar handwerklich solide aus und Howard beweist oft ein gutes Auge für die richtigen Kameraeinstellungen, trotzdem haben sie ein Problem: Es hat den Anschein, als seien zunächst die Crash- und Actionszenen und anschließend die Handlungsparts gedreht worden. Anders kann ich mir persönlich die teilweise auffällige Zusammenhangslosigkeit nicht erklären. Natürlich sind die vielen Karambolagen nett anzusehen, aber meist wollen sie sich einfach nicht in die Geschichte einfügen oder wirken zu künstlich erzwungen bzw. zu vorhersehbar.
Das war’s dann aber auch schon mit den bösen Worten. Wer also beide Augen zudrücken kann oder sich einfach einen Dreck um die genannten Kritikpunkte schert, der erlebt eine zeitgenössische und angenehm kurzweilige Chase&Crash-Actionkomödie. Wenn man drauf steht, sollte man sich GTA ruhig man anschauen. Wer die Kritikpunkte hingegen als untragbar ansieht, der sollte die Finger generell von solchen Streifen lassen. Das Gefühl, meine Zeit verschwendet zu haben, hatte ich jedenfalls nicht, auch wenn es bessere Vertreter in diesem Randgenre gibt. Bin mal gespannt, was mich in den nächsten Filmen erwarten wird.

Ich sag mal 3,5 Köppe.
Steigende Tendenz in geselliger Runder und unter Alkoholeinfluss! ^^

,5


Sooo, nach der Bewertung noch was zur DVD:
Die Scheibe ist die erste der „Car Crash Collection“, wobei von insgesamt 9 Filmen bereits 3 erschienen sind. Außerdem gibt es auf den ersten Drei Scheiben jeweils ein Vorwort von Roger Corman und einen Bonusfilm.
In diesem Fall ist es „Die total verrückte Highwaypolizei“. Genau so dämlich wie der Titel, ist auch der Film. Mal abgesehen von der miesen Qualität, die selbst für eine VHS mittelmäßig ist, ist auch der Rest nicht wirklich erwähnenswert. Es wird ungefähr die gleiche Story erzählt, jedoch unglaublich billig umgesetzt. Die Verfolgungen sind Lachhaft, die Darsteller debil und überhaupt… ach ne, hab jetzt auch keine Lust mehr darüber zu schreiben. Als Bonusmaterial auf einer nicht mal 10 Euro teuren DVD ist so ein Filmchen ne nette Sache, angucken muss man sich den aber weiß Gott nicht!

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