Know1ng

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Release: 2009

"Ach scheiße, eigentlich wollte ich doch gar nix zu dem Film schreiben..."


Spontan gings ins Kino und spontan wurde sich für „Knowing“ entschieden. Der Herr Regisseur Alex Proyas hat immerhin schon solche Reißer wie The Crow oder I’Robot abgeliefert und Nici auf der großen Leinwand sieht man ja auch immer mal wieder gerne. Also alle vorher gelesenen schlechten Kritiken über Bord geworfen und ab gings.

Nici spielt den allein erziehenden Vater John, der auf seinen Sohn Caleb aufpasst. Der kriegt ein Blatt mit lauter Zahlen in die Finger, welches vor 50 Jahren im Zuge einer Schuleinweihung in einer Zeitkapsel eingeschlossen wurde. Tjaaa, und damit geht’s los. John kriegt heraus, dass die Zahlen Daten, Todesopferanzahl und Koordination bedeuten, die sich Katastrophen der letzten 50 Jahre zuordnen lassen. 3 Stehen noch aus, zwei erlebt John bei dem Versuch sie zu Verhindern live mit und die letzte… ich will ja nicht spoilern, aber… ne ich sag nix!

Ich will nicht sagen, dass der Film scheiße ist, aber er hat milde ausgedrückt so seine Schwächen. Bei der Spannung muss man diese zum Glück nicht suchen...jedenfalls nicht sofort. Gerade bei den ersten – sagen wir 80 oder 90 Minuten – geht die Spannungskurve geradlinig nach oben. Als Zuschauer kann man ein paar extrem schmackhafte Effekte genießen, muss allerdings auch ein paar Stimmungskiller ausblenden können. Alles noch nichts, was man unbedingt nieder machen müsste. Die Effekte warten zusätzlich mit ungewohnt heftigen Bildern auf. Ob jetzt brennende Menschen, die aus einem Flugzeugwrack stolpern und gleich ganze Menschenmassen, die von einer U-Bahn platt gewalzt werden. In dieser Hinsicht hat Proyas alles richtig gemacht, wenngleich die Story an sich völlig banane ist!

Dann allerdings kommt der Schlag ins Gesicht. Als wären Proyas unterwegs die Ideen ausgegangen, bringt er den Film auf eine Art zu ende, wie sie blöder nicht hätte sein können. Da bastelt der Kerl einen netten Mysterythriller zusammen und dann… dann tauchen Motherfuckin’ Angels, fliegende Tannenzapfen und der verdammte Baum des Lebens auf. Was mir persönlich aber endgültig den Rest gegeben hat, waren die letzten 5 Minuten. Außerirdische, Flüstermenschen und das Buch Genesis schön und gut, aber man hätte wenigstens so konsequent sein sollen und nach der letzten Katastrophe hätte man ausblenden sollen. Oder gar keine Erklärungen mehr liefern sollen. Wenn ich so darüber nach denke, könnte man den Film locker auf 90 Minuten runter schneiden. Im Nachhinein fühle ich mich sogar ein wenig verarscht. Als ob man dem Zuschauer heutzutage nichts mehr zutrauen könnte bzw. alles vorsetzen kann, solange die Effekte geil sind!

Nici Cage ist bei all dem Kuddelmuddel immer mitten im Geschehen. Nach seinen letzten Auftritten in Next oder Bangkok Dangerous ist er hier vorher endlich wieder zum Friseur gegangen. In dem Vogelnest auf seinem Schädel hatten sich wahrscheinlich schon Spatzen oder so eingenistet. Er setzt fast durchgehend sein bewehrtes bedröpeltes Hundeblickgesicht auf, hat die Sympathie aber trotzdem auf seiner Seite. Sein Sohn ist ganz der Papa und wirkt ebenfalls immer etwas weggetreten. Gott sei dank nerven die Blagen hier aber nicht besonders… Insgesamt ne gute Performance, aber Cage kann wesentlich mehr! Zwei Fragen hab ich noch: Wie kann seinen Jungen Caleb nennen (gesprochen: Käileb)? Das klingt eher wie eine neue Gehacktesmischung oder so… „Und geben sie mir noch ein halbes Pfund Caleb bitte. Danke!“


Fazit:
Da ich ja nicht spoilern möchte, kann und will ich gar nicht mehr viele Worte über den Film verlieren. Man sollte sich „Knowing“ möglichst unbelastet anschauen (was jetzt wahrscheinlich nicht mehr möglich ist ;-) und sich ein eigenes Bild davon machen. Ingesamt fand ich ihn eigentlich ganz gut, auch wenn man das jetzt vielleicht nicht glauben mag. Das unbefriedigende letzte Drittel überschattet die restliche gute Inszenierung einfach zu sehr. Wäre Proyas da konsequenter gewesen oder hätte er nicht krampfhaft versucht, eine Erklärung zu liefern und die Hintergründe zu klären, wäre „Knowing“ wesentlich besser geworden - ganz abgesehen von der krampfhaften Korrektheit, die teilweise schon peinlich ist. Gnädige 2 Köppe!

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