Unternehmen Feuergürtel

(klicke aufs Cover für mehr feurige Infos)

Release: 1961

Originaltitel: Voyage to the bottom of the sea


Das ultramoderne U-Boot "Seaview" - in der deutschen Übersetzung schnöderweise "Seemöve" genannt - ist in der Arktis auf Forschungsreise unterwegs. Als Gäste hat man kurz zuvor noch eine Seelenklemptnerin an Bord genommen und schon gehts ab unters Eis. Doch was ist das?! Plötzlich regnet es Eisbrocken auf das U-Boot hinab. Sofort schießt man an die Wasseroberfläche und muss bestürtzt feststellen, dass sich der VanHarpen(?)-Gürtel um die Erde entzündet hat. Für Admiral Nelson - Erbauer der Seaview - ist die Sache glasklar: Von einem ganz bestimmten Punkt auf der Erde, um eine ganz bestimmte Uhrzeit muss eine Atomrakete in den Ring geschossen werden, damit sich dieser von selbst ins All hinaus katapultiert. Dafür hetzt er seinen Kollegen und Captain Crane durch die Gegend, die Mannschaft findet es auch nicht toll und zu allem Überfluss tauchen auch noch Riesentintenfische und Minenfelder auf...
Also erstmal muss man feststellen, dass der deutsche Titel tatsächlich mal passender ist, als der Originaltitel. Das ist doch wirklich mal ein seltener Zufall, da ja sonst immer ganz gerne tief in die Unsinns-Kiste auf der Suche nach einem deutschen Titel gegriffen wird. Hier hat man somit alles richtig gemacht und genau das wiedergegeben, was der Film beinhaltet: Ein Unternehmen um den Feuergürtel von der Erde weg zu sprengen.

Irwin Allan beweißt dabei eine Menge Phantasie. Der Mann, der im Laufe seiner Karriere solche Klassiker wie "Lost in Space", "Time Tunnel", "Flammendes Inferno" oder "Jagd auf die Poseidon" kreierte, zeigt auch hier seinen Einfallsreichtum, der natürlich aus heutiger Sicht etwas putzig wirkt. Aber gerade das ist ja der Charme dieser alten Sci-Fi-Schinken. Irwin Allen wurde übrigens "Master of Disaster" genannt, wegen seiter Vorliebe für Katastrophenfilme. Man muss den Kerl also einfach mögen, oder nicht?!
So gestaltet sich auch "Unternehmen Feuergürtel" als kunterbunte Ozeanreise, die man schon allein auf Grund des Alters mit einem Augenzwinkern abtun sollte. Einfach drauf einlassen und genießen, dann wirds auch nicht langweilig. Man kann die liebvoll gestalteten Kulissen bewundern oder ein paar putzige Unterwasseraufnahmen mit riesigen Plastikkraken. Auffällig ist, dass viel Wert auf nachvollziehbare Technik gelegt wurde. Das U-Boot taucht also nicht einfach auf kommentarlosen Knopfdruck, sondern die Crew vollzieht vorher ein komplette Checkliste. Keine Ahnung, warum ich das jetzt extra erwähne, aber weil der Film eben über 40 Jahre ist, viel mir das positiv auf bzw. hatte ich in dieser Form nicht mit gerechnet. Ein weiteres kleines Highlight ist Barbara Eden, die die meisten wohl eher aus der Serie "Bezaubernde Jeannie" kennen.
Die Abenteuer der Seaview und die Action stehen natürlich konstant im Fordergrund. So kommen die einzelenen Charaktere eindeutig zu kurz und bleiben ziemlich blass. Es wird zwar versucht, das ganze etwas aufzulockern, indem die ständige Gefahr einer Meuterei aufgebaut wird, allerdings schmeißt sich der Film dann wieder selbst Stöcker zwischen die Beine und dank einiger anderer Logiklöcher baut sich beim Zuschauer nur langsam Spannung in dieser Hinsicht auf. Gott sei dank gibt es noch die erwähnten Plastikkraken, Minenfelder, feindliche Jagd-u-Boote und Saboteure. Irgendwas wird immer geboten und egal wie billig die Effekte auf den heutigen Zuschauer wirken, dieser Film weiß zu unterhalten.


Fazit:
Man muss schon eine spezielle Vorliebe für diese alten Science-Fiction-Katastrophenfilme haben, sonst wird man mit "Unternehmen Feuergürtel" nicht viel anfangen können. Als Kind habe ich Time Tunnel und all die anderen Schöpfungen von Irwin Allan geliebt. Sie haben mich geprägt und auch mit diesem Film verbinde ich einige nostalgische Erinnerungen. Aus diese Grund bezeichne ich diesen Film nicht als TRASH, auch wenn man ihm so mange trashige Szene weiß Gott nicht absprechen kann. "Unternehmen Feuergürtel" wird daher wegen seiner eher ernst gemeinsten Grundstory ein klarer Kanditat für unser Enzeit-Special!
Ich kann mich nur wiederholen: Zurücklehnen, sich drauf einlassen und genießen. Der Film bietet auch für 1961 genügend Schauwerte und weiß vorzüglich zu unterhalten. Da kann man auch Problemlos über die ein oder andere Länge hinweg lächeln. 3,5 Zimbeln

,5

TRÄILOOOR



PS: Aus dem Film ist die Serie "Mission Seaview" entstanden. Vielleicht kennt die ja noch einer von euch von Kabel1 ;)

PPS: Irwin Allen produzierte 1971 den Film "Um 9 Uhr geht die Erde unter". Demjenigen von euch, der mir eine Quelle für diesen Film benennt, werde ich zu ewigem Dank verpflichtet sein!

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