Retroactive

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Release: 1997


Eigentlich wollte Karen (Kylie Travis – Seriendarstellerin aus den 90igern) nur nach Hause, doch eine Panne mitten in der texanischen Wüste zwingt sie, per Anhalterin weiterzufahren. Der nette Herr, der sie mitnimmt, ist niemand anderer, als der fiese Frank (James Belushi – Red Heat, Mein Partner mit der kalten Schnauze 1 bis 100). Nach einer Reihe unglücklicher Ereignisse dreht Frank durch und tötet alles, was ihm vor die Flinte kommt (wenn ich jetzt den Grund verrate würde, müsste ich spoilern). Karen kann dem Psychopathen entkommen und flüchtet zu einer Bunkeranlage, in der ein heruntergekommener Wissenschaftlicher glücklicherweise eine Zeitmaschine erfunden hat. Durch Zufall reist Karen 20 Minuten in der Zeit zurück. Als Zeitreisende kann sie sich an die Geschehnisse erinnern und bekommt erneut die Chance, Frank mit diesem Wissen zu stoppen.
Louis Morneau (Soldier Boyz) bastelte hier einen Roadthriller mit einem Schuss Timetravelstory zusammen. Glücklicherweise funktioniert dieser ungewöhnliche Mix ganz wunderbar, auch wenn der Plot nicht mehr Inhalt als eine „X-Factor“- Episode hat. Doch Morneau achtet weniger auf die dünne Story, sondern mehr auf die Action. Durch den Umstand, dass sich die Geschehnisse, trotz Karen’s Wissens, von Zeitsprung zu Zeitsprung jedes Mal verschlimmern, kann sich Morneau jedes Mal aufs neue Austoben. Er fängt klein an – hier ein kleiner Unfall, dort ein kleiner Schusswechsel – und steigert die Action und die Spannung von Wiederholung zu Wiederholung, bis schlussendlich sogar Unbeteiligte dran glauben müssen, bis sich Autos in Zeitlupe über den Asphalt schrauben und bis eine ganze Tankstelle in die Luft fliegt. Als Genrefan kann man sich an dieser grundsoliden Arbeit so richtig schön satt sehen.
Worauf man allerdings besser nicht achten sollte, sind die vielen Logikfehler, die aus der Zeitreisegeschichte entstehen. Hier wird der dünne Plot ganz besonders spürbar. Nicht nur, dass Karen z.B. kaum überrascht ist, als sie das erste Mal in der Zeit zurück reist – nein, sie begeht auch einen dümmlichen Fehler nach dem anderen. Man merkt förmlich, dass Morneau die Handlung auswalzen musste, denn sonst hätte Karen den fiesen Frank spätestens beim dritten Durchlauf einfach erschießen können. Stattdessen lässt sie die Knarre liegen, die sie ohne Probleme hätte aufheben können und rennt unbewaffnet in die Wüste hinaus. Ist nur ein Beispiel, von denen es noch ein paar weitere gibt, aber an denen man sich wie gesagt nicht reiben sollte!
Schauspielerisch wurde auf ein paar bekannte Namen zurück gegriffen. Besonders erwähnenswert ist hier James Belushi, als schmieriger, fieser, unberechenbarer Psychopath, der von Durchlauf zu Durchlauf immer brutaler und rücksichtsloser wird. Man spürt, wie viel Spaß Belushi an dieser Rolle hatte, denn er lässt den reslichen Cast mühelos in der texanischen Wüste stehen. Auch Kylie Travis fällt es schwer, sich gegen das Schwergewicht Belushi zu behaupten, aber das liegt wohl mehr an ihrer Rolle und dem Drehbuch, als an ihren schauspielerischen Qualitäten.

Fazit:
„Retroactive“ ist eine B-Movie-Perle und vielleicht sogar ein bisschen kultig, vor allem dank dem ungewöhnlichen Genremix und einem richtig gut aufgelegtem John Belushi. Ganz nach dem Motto, es wird immer erst alles schlimmer, bevor es besser werden kann, schraubt sich der Spannungsbogen geradlinig nach oben und lässt keine Langeweile zu. Wenn’s dann Kracht und Rumst, freut sich der Fan, denn Louis Morneau weiß Explosionen oder Schusswechsel eindrucksvoll zu inszenieren. Ne ordentliche, grundsolide Packung – nicht nur für Actionfans. Quasi die bleihaltige Version von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und weil der Film einfach Spaß gemacht hat vergeben wir auch 4 gut gelaunte Zimbelaffen!


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