Robotjox

(für mehr robotige Infos klicke aufs Cover)

Release: 1990


Jetzt gibbet aufe Blech-Omme!

Die Erde irgendwann in der Zukunft. Uns werden verschneite Roboterfriedhöfe gezeigt und die Szenerie wird von Trauermusik begleitet. Eine Stimme aus dem Off erklärt uns, dass 50 Jahre nach dem nuklearen Krieg die Kämpfe der Menschheit nur noch mit haushohen Robotern ausgetragen werden. Um genau zu sein kämpfen die Amis gegen ihre Erzfeinde, die Russen, und außerdem um einzelne Länder. Während die Stimme noch vor sich hin schwafelt, erinnern wir uns an Filme, in denen uns ebenfalls ein Sprecher in die Handlung einweist und uns fällt auf, dass alle diese Filme gar nicht mal so schlecht waren. Da hätten wir z.B. Mad Max 2 oder … oder… gestern sind mir noch mehr eingefallen, also überlegt mal selber.
Doch just wird der gerade halbwegs aufkommende Ernsthaftigkeit unterbrochen. Denn Alexander – der russische Robojockey, der selbstverständlich mit einem sehr übertriebenen Dialekt spricht – zertritt seinen soeben besiegten Gegner unter Zuhilfenahme unglaublich schlechter Effekte. Kabauz, die Realität empfängt uns mit einem Schlag ins Gesicht und wir wissen wieder, womit wir es zu tun haben: Mit Trash! Gottverdammter Robotrash!
Mit übertrieben gerollten ‚R’s’ verkündet Alexander, dass als nächstes Achilles, der Strahlende Ami-Held, bei der Schlacht um Alaska dran glauben soll. Der ist allerdings sehr siegessicher. Schließlich hat er schon 9 Kämpfe gewonnen und überhaupt ist er ne coole Pocke (denkt er jedenfalls). Außerdem ist sein Kumpel und Trainer ein fetter Texaner mit Cowboyhut (der sich als Spion herausstellt) und sein Chefingenieur ein weiser Japaner (den Fans aus diversen Godzillafilmen kennen), der gerne Papierkraniche faltet und in der Deutschen Synchro die Stimme von Mr. Spock hat. Nicht zu vergessen die neuste Geheimwaffe am Ami-Robi: Der grüne Laser! Was soll denn da bitte schön noch schiefgehen?
Kann ich euch sagen: Indem man eine fliegende Faust mit seinem Stahlkoloss abfängt… die pfeffert Achilles’ Giganten nämlich promt in die Zuschauertribüne. Der Kampf geht unentschieden aus und Achilles beendet seine Laufbahn wegen vorzeitiger Gewissenbisse. zum Glück gibt es ja noch Athena, die geklonte Kampflesbe ohne Brüste, die nun gegen Alexander antreten soll. Das wiederum kann Achilles dann aber auch nicht zulassen und meldet sich zurück. Doch Athena betäubt ihn, steigt in den Robi und klettert dank Stop-Motion-Effekte auf die Kampfarena hinauf. Dort bekommt sie von Alexander ganz gehörig den Hintern versohlt, bevor ihr Achilles zur Hilfe eilen kann. Er drückt ihr einen dicken feuchten Schmatzer ins Gesicht und führt den Kampf mit Alexander weiter. Am Ende… nein, ich will ja jetzt nicht alles verraten. Mit Worten lässt sich das Spektakel sowieso nur bedingt beschreiben. Schaut euch einfach die Bilder (und den Trailer) an! Die lassen den Wahnsinn wenigstens erahnen.

Stuart Gordon zog bei „Robotjox“ alle Register. Zum einen erzählt er eine strunz einfache Geschichte, die sogar noch ein mit dem Vorschlaghammer zu recht geschustertes Happy End parat hält. Zum anderen verwendet er alle wichtigen Stereotypen und Klischees, die je im undurchschaubaren Klischee-Unkraut-Dschungel entstanden sind. Die Rollen sind dabei mit irgendwelchen Knalltüten besetzt, die sich sehr gerne mal selbst in die Ungläubigkeit ziehen. So kommt zwar zu keiner Zeit Ernsthaftigkeit oder so etwas wie Spannung oder sogar Dramatik auf, dafür können die Typen aber für den ein oder anderen unfreiwillig komischen Moment sorgen. Sei es durch diverse Gesichtsentgleisungen oder ein paar möchtegerncoole Sprüche. Das Finale ist aber ganz große Unterhaltung für Trashomaten. Spätestens wenn sich eine riesige Kettensäge aus dem Schritt des russischen Mechs ausfährt, um kurz darauf das Cockpit von Achilles zu penetrieren, kann man sich ein ungläubiges Lachen nicht mehr verkneifen. Dazu diese miesen Effekte, die durchgehend so aussehen, als würden sie der damals aktuellen Technik immer noch 10 Jahre hinterhinken und fertig ist ordentliche Trash-Unterhaltung auf solidem Niveau!

Eine nette Kleinigkeit am Rande:
Der Film kostete sagenhafte 10 Millionen Dollar! Das schreibt man 10.000.000! Das ist eine gigantische Summe, wenn man bedenkt, dass Ridley Scott nur 3 Jahre zuvor mit 7 Millionen „Alien“ drehte. Der Film sieht erstens weiß Gott nicht nach diesem Budget aus und war zweitens natürlich der totale Flop. Ende vom Lied war, dass die Filmschmiede ging pleite. Komischerweise eröffnete der Regisseur Stuart Gordon kurz darauf seine eigene Produktionsfirma „Full Moon“. Könnte es vielleicht sein, dass ein großer Teil der 10 Mille nicht in diesen Film geflossen ist? Hm? Hmmm? Was haben sie Ihrer Verteidiung zu sagen, Mr. Gordon!?!

Was wir sonst noch so von „Robotjox“ gelernt haben:
- Russen sind wie immer böse, haben mal wieder die cooleren Waffen bzw. Roboter, und rollen das „R“ sehr gern.
- Grüne Laser und Blend-Strahler gelten in der Zukunft als großartige Geheimwaffe.
- Wenn man in der Zukunft aus einem Fenster springt und somit den Freitod gewählt hat, dann schreit man ganz laut „GERONIMOOOOO!“
- In der Zukunft werden Genmanipulierte Robotjockeys von Pustfrauen gezüchtet.
- Geklonte Frauen haben in der Zukunft keine Brüste mehr…
- Sowohl Frisuren, als auch Kleidung werden in der Zukunft gar schröhöcklich werden!
- In der Bar betrinkt man sich von A bis Z - Im wahrsten Sinne des Wortes - kommt meist aber nur bis J.
- Um einen fremden Robotjockey zu entlarven, der sich aber als der echte Robotjockey getarnt hat, muss man ihm in der Zukunft ganz einfach auf den Hintern hauen.
- Kettensägen versteckten sich in der Zukunft gerne im Schritt (Freud hätte seinen Spaß).
Jaja, so ist das. Und weil der Streifen so viel Spaß gemacht und für manche aus dem Team sogar besser als Terminator 4 war (was nicht sehr schwierig ist), vergeben wir trashige 4 Zimbelaffen.


KNACK UND BACK!!!


Kommentare:

tumulder hat gesagt…

Vielen Dank für das Review. Den Titel des Filmes suche ich schon seit Jahren, gesehen habe ich ihn damals nur halb und kann mich kaum noch daran erinnern. Ich hatte ihn aus der Videothek ausgeliehen, angefangen zu gucken, dann kam irgendwas dazwischen u.s.w.. Als Transformers herauskam erinnerte ich mich wieder an ihn, dachte den mußt du auch noch mal sehen, kam aber beim besten Willen nicht mehr auf den Titel. Robot Jox. Und auch noch ganz ordentlich, danke.:)

Doc Savage hat gesagt…

Also ist natürlich purer Trash, is klar ne!?
Aber mit ner Kanne Bier kann der ganz ordentlich für Stimmung sorgen!

Und teuer ist der auch nicht. Gibts seit ja Anfang des Jahres endlich auf Silberscheibe in brauchbarer Qualität. Nur solltest du Finger von den "Fortsetzungen" lassen... ^^°

tumulder hat gesagt…

Ist schon klar. Ich hatte immer die Juggernauten im Kopf, aber den gibt es ja gar nicht.^^