American Eagle

(klicke aufs Cover für mehr zerschnipselte Infos)

Release: 1988


Josepf Lai, Godfrey Ho, Thomas Tang, Philip Ko – das ist doch alles die gleiche Mischpoke. Wenn man also den Namen von einem dieser Drei Fieslinge auf der DVD- oder VHS-Hülle findet, sollte man am besten schon im Vorfeld genaustens wissen, worauf man sich einlässt. Anderenfalls kann eine unüberlegte Konsumierung schwere Schäden zur Folge haben, über die ich im Detail nicht eingehen will. Aber glaubt mir, ein Salzsäurebad ist Scheißendreick gegen Trash-Spätfolgen!
Okay, das ganze klingt jetzt wahrscheinlich dramatischer, als es ist, den „American Eagle“ ist relativ harmlos und daher – leider – auch ziemlich zäh. Was den Film aber wie quasi alle andere Lai-Ho-Tang-Produktionen interessant macht, ist das sog. „CUT-PASTE“ Verfahren, mit dem versucht wurde, den westlichen Markt möglichst billig, möglichst schnell und möglichst gewinnbringend mit zusammen geschnipselten Produktionen zu überschwemmen.

Tjoaaa, womit haben wir es hier wohl zu tun? Ninjas? Nööö… Hoppelvampire? Nööö… Topflappenrobotor? Nööö… Ja verdammt, da bleibt aber nicht mehr viel übrig. Außer vielleicht lispelnde russische Generäle, Unterhemden tragende Einzelkämpfer, dickbäuchige Hobbysoldaten und jede Menge Militärtrupps.Okay, also die Kurzform – sofern das möglich ist: Der fiese General Karpov, welcher lustig vor sich hin lispelt, beliefert den Norden Vietnams permanent mit Waffen (jedenfalls laut Klappentext). Das kann man natürlich nicht gut heißen und der Commander einer Rebellenbewegung beauftragt BrianO’Reilly, superstarker Vietnamexperte und Einzelkämpfer der im Film manchmal auch Ryan heißt, und seinen Kollegen White Tiger mit der Eliminierung von Karpov. Es kommt zu ein paar Auseinandersetzungen, wobei Brian nur stur ohne Ziel durch die Pampas zu streichen scheint. Gleichzeitig gerät der Polizist Domingo langsam auf die schiefe Bahn und schließt sich den Rebellen an (ich nenn die jetzt einfach mal so, weil man sich eh alles selbst zusammenreimen muss).
Kaum ist der alte Commander tot, da wird Domingo der neue und es vergehen mit einem Schnitt vier Jahre. In all den Jahren hat die Gruppe um Domingo rein gar nichts geschafft und nur in Bambushütten rumgegammelt oder sich vor Militärtrupps versteckt. Brian lief die ganze Zeit wahrscheinlich stur durch die Gegend. Plötzlich wird Domingos Grüppchen aber doch noch gestellt. Es kommt zu einem kurzen Häuserkampf, bei dem alle draufgehen. Das freut Karpov und er macht erstmal Urlaub auf seinem Segelboot. Leider hat er die Rechnung ohne Brian und Whitetiger gemacht, die prompt im Hafen auftauchen und wild um sich schießen. Alle Schergen werden beseitigt, aber weil der Zahnspangen tragende Whity leider draufgeht und Brian das wirklich verdammt hart trifft, vergisst der seinen Feind General Karpov völlig. ENDE!
So, es gibt also wie von Lai nicht anders gewohnt zwei Filme. Domingo und Brian . Schnell noch eine kleine Alibi-Story drüber gelegt und feddich. Um die in die Münder gelegte Handlung irgendwie zu verbinden, kommt es zu Gesprächen von Personen aus den zwei Filmen, wobei sie weder in einem Bild zu sehen sind, noch die Hintergründe auch nur ansatzweise zusammenpassen.
Insgesamt entfällt auf den Domingo-Rebellen-Teil leider der Riesenanteil der Laufzeit. Leider deswegen, weil der einfach nur langweilig ist. Erstmal hat man tierische Probleme, die ganzen schmierbäuchigen Laiendarsteller auseinander zu halten und zweitens passiert nie was Spannendes. „Die Unbesiegbaren“, wie sie sich nennen, laufen durch Reisfelder, verstecken sich vorm Militär, dass irgendwann auch mal mit denen befreundet und dann doch wieder verfeindet ist, liefern sich kurze Schießereien und laufen wieder durch Reisfelder. Man freut sich also immer wieder auf Brian und den lispelnden General, aber das macht höchstens 15 Minuten des Streifens aus. Dafür kriegt man da ein paar lustige Martial Arts mit offensichtlichen Stuntdoublen zu sehen und fetzige Synthiemukke zu hören. Auch Qualitativ (Darsteller und Bildtechnisch) ist das Brian -Material wesentlich besser. Also besser, verglichen mit dem Rest von diesem Nonsens. Das alles in allem vorne und hinten nicht zusammenpasst liegt auf der Hand. Macht aber nix, denn wie gesagt sollte man halt im Vorfeld wissen, worauf man sich da einlässt!

Fazit:
Das übliche Cut-Paste-Geschnipsel aus der berüchtigten IFD-Schmiede von Joseph Lai. Es gibt zwar wesentlich Schlimmere Produktionen von Lai oder Godfrey Ho, aber das heißt noch lange nicht, dass „American Eagle“ in irgendeiner Form gut oder sehenswert ist. Fans können ruhig zugreifen, alle Anderen sollten die Finger von diesem Schund lassen. Über die Anzahl der verdienten Köppe kann man sich streiten. Auf der einen Seite hätte der Film nicht mehr als einen verdient, aber auf einer Lai/Ho-Skala könnte man durchaus drei oder vier vergeben, da die Qualität der beiden Produktionen im Gegensatz zu anderen recht hoch ist. Sagen wir 1,5, runden auf und belassen es bei 2 Köppen. ^^


Neugierig geworden?? Dann schaut euch auf den folgenden Seiten um:

Infos über Joseph Lai

Infos über Godfrey Ho

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