Die erste Fahrt zum Mond

(klicke aufs Cover für mehr phantastische Infos)

Release: 1964

Harryhausen-Fans aufgepasst: Hier kommt „The first Man in the Moon“, wobei der deutsche Titel wohl verständlicher ist, denn es geht um „Die erste Fahrt zum Mond“. Im Deutschen Titel ist auch nicht von einem Kerl die Rede, was ebenfalls falsch ist. Es begeben sich nämlich Professor Cavor, sein Nachbar Arnold Bedford und dessen Verlobte Kate Callender auf die abenteuerliche Reise zu unserem Erdtrabanten.
Doch vorher (oder eigentlich eher nachher) beobachten wir, wie irgendwann in den 60igern die erste (haha, denkste!) Mondlandung stattfindet. Während die Astronauten fröhlich über die Mondoberfläche hüpfen, findet einer von Ihnen plötzlich eine britische Flagge und ein Schriftstück, mit welchem der Mond in Besitz für Königin Victoria genommen wird. Auch ein Name ist zu finden und so stöbern die Verantwortlichen der Weltraumbehörde den alten Arnold Bedford in einem Altersheim auf. Von ihm erfahren sie eine gar abenteuerliche Geschichte.
Danke einer Paste, welche die Schwerkraft aufhebt und die Prof. Cavor auf eine selbstgebaute Kugel aufgestrichen hat, sind er, Arnold und Kate im Jahre 1899 kurzerhand zum Mond geflogen. In alte Taucheranzüge verpackt fanden sie eine Mondzivilisation vor – Ameisen ähnliche Wesen, die riesige Raupen wie Kühe hielten und ganz normalen Sauerstoff atmeten. Während Cavor an Verständigung interessiert war und Kate samt Kugel entführt wurde, interessierte sich Arnold vor allem dafür, die Ameisenviecher besser schnell als langsam aus dem Weg zu räumen. Am Ende blieb Cavor auf dem Mond und Arnold und Kate sausten zurück gen Erde.
Der Film ist – um es mit einem Wort zu sagen – wahnsinnig charmant! Schon allein dank der liebevollen Ausstattung macht mir eine erneute Sichtung immer wieder großen Spaß (vor allem seit ich die DVD mit qualitativ sehr gutem Bild besitze). Die Mischung aus Sci-Fi, Abenteuer und Komödie gelingt hier überraschend gut, was auch an den gut aufgelegten Schauspielern liegt. Vielleicht ist der Professor ein bisschen zu überdreht, aber allen beteiligten merkt man den großen Spaß an der Sache deutlich an.
Die ziemlich naive Geschichte sollte man am besten so hinnehmen wie sie ist und auch über manch undurchdachte Aussage sollte man hinwegblicken. Dann bleiben neben den bereits erwähnten tollen Kulissen vor allem die grandiosen Effekte von Altmeister Ray Harryhausen im Kopf, die mich schon als Kind begeistern und das auch bis heute noch schaffen. Harryhausen, berühmt für seine detailverliebte Stop-Motion-Technik (ich möchte gerne an die Skelettkampfszenen aus „Jason und das goldene Fließ“ erinnern) flößt hier den Mondwesen und Monstern das nötige Leben ein. Neben dem Kampf gegen die riesige Mondraupe kann man auch anderen nette Effekte und Einfälle bestaunen, wie z.B. den „Röntgenkasten“ (oder wie auch immer ich das nennen soll). Bei all der Effekteflut werden die Darsteller aber nicht vernachlässigt. Sie sind immer noch die Hauptverantwortlichen für das vorankommen der Handlung. Am Ende gelingt den Filmverantwortlichen sogar noch der Transport einer mahnenden Botschaft und einer witzigen, wenn auch gemeinen Pointe.
Fazit:
„Die erste Fahrt zum Mond“ ist verspielte, naive und charmante Unterhaltung aus den Tagen, als dieses Genre eigentlich nicht mehr angesagt war. Macht aber nichts, denn Spaß macht dieses phantastische Trickkino trotzdem noch – nicht nur Genrefans, sondern auch Menschen, die sich gerne begeistern lassen und über so manchen Storyunfug hinwegsehen können. Ich mag den Film vor allem wegen seiner Effekte und dem persönlichen Nostalgiewert, deswegen auch extrem subjektive 5 Köppe! Harryhausen for the win!!!


1 Kommentar:

Harry hat gesagt…

Da hast Du meiner Erinnerung wieder auf die Sprünge geholfen. Den hatte ich vollkommen vergessen. Wird nun beim Händler geordert. Übrigens hat sich Shane nun zum weiteren Verlauf auf seinem Blog geäußert, um Missverständnisse zu vermeiden. ER bleibt erhalten (ich zum Leidwesen aller auch).