Agenten sterben einsam

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Release: 1968

Warum „Agenten sterben einsam“ zu meinen All-Time-Favorites gehört - ein ganz persönlicher Beitrag von Doc Savage


Punkt 1 – Die Handlung
Erdacht und zu Papier gebracht von Erfolgsautor Alistair MacLean, der hier ein sein Können unter Beweis stellte und eine Geschichte um eine britische Spezialeinheit in nur 6 Wochen konstruierte, welche mit jeder Menge Action und Spannung überzeugt.
Die Einheit unter dem Kommando von Maj. Jonathan Smith (Richard Burton) und unterstützt vom Amerikaner Lt. Morris Schaffer (Clint Eastwood) wird in die Alpen geschickt, um einen amerikanischen General aus einer Burg zu befreien. Diese ist allerdings nur per Seilbahn erreichen, doch das ist noch nicht alles. Nach mysteriösen Todesfällen in der Einheit dämmert es Smith und Schaffer, dass sie den Feind erstmal in den eigenen Reihen suchen müssen, bevor sie ihr Hauptziel in Angriff nehmen können. Es beginnt ein überzeugendes Katz- und Mausspiel mit vielen Wendungen und einem zusätzlichen Doppelten Boden. Trotz der Komplexität der Handlung wird sie zu keiner Zeit unlogisch. Langweilig schon gar nicht! Nach kurzer Lagebesprechung springt man auch schon aus dem Flugzeug und wenig später fliegen die ersten Autos in Luft. Durchatmen fällt da schwer, aber gerade das genießt man ja bei einem guten Film, nicht wahr?! Von Alistair MacLean wurden übrigens noch weitere Bücher verfilmt (z.B. Die Kanonen von Navarone, Eisstation Zebra oder Nevada Pass).
Das gesamte Szenario wurde von Regisseur Brian Hutton, der hier auf der Höhe seiner Schaffenskraft war und später mit „Stoßtrupp Gold“ einen ähnlich unterhaltsamen Film wieder mit Eastwood ablieferte, in tollen und eindrucksvollen Panoramaaufnahmen, dynamische Kamerafahrten und ungewöhnliche Blickwinkel eingefangen.
Punkt 2 – Die Schauspieler
Richard Burton und Clint Eastwood, das sagt eigentlich alles. Zwar bleiben beide vor dem Hintergrund der treibenden Geschichte etwas farblos und scheinen auf den ersten Blick nicht recht zusammen zu passen, trotzdem stellen beide für mich die Idealbesetzung da, weil sie gerade wegen ihrer Unterschiede harmonisieren. Eastwood mal nicht Hauptrolle zu sehen, ist etwas ungewöhnlich, passt hier aber wunderbar. Zumal er sich gewohnt wortkarg und zynisch gibt – also so, wie wir ihn lieben - und meist für's Grobe zuständig ist (höchster Bodycount in Eastwoods Filmografie!). Burten hingegen treibt eher den Plot voran. Der restliche Cast gewinnt sicherlich keine Preise für die erbrachten Leistungen, insgesamt muss man aber sagen, dass das absolut nicht ins Gewicht fällt. Was bleibt sind zwei Hauptdarsteller aus einer Zeit, in der Männer noch Männer waren und keine Aufgepumpten Hollywoodsofties ohne Eier in der Hose. Diese Typen waren noch… wie sagt man so schön… absolut true! Und natürlich spielen auch Frauen eine wichtige Rolle in diesem Film. Das vermeintlich schwache Geschlecht sieht hier nicht nur gut aus (manchmal vielleicht etwas überschminkt), die Mädels können hier vor allem Stärke und Raffinesse beweisen.
Punkt 3 – Die Action
Wir haben es hier natürlich nicht nur mit einem Spionagethriller zu tun! Wir sind mitten im zweiten Weltkrieg in den Alpen, weit hinter feindlichen Linien. Nur wegen der Handlung würden wir einen Film über 150 Minuten Laufzeit wohl kaum ertragen. Außerdem haben wir Burton und Eastwood an Bord. Ist doch klar, dass da ein riesiges Feuerwerk abgefackelt werden muss! Das tut Hutton dann auch und zwar mächtig. Eigentlich wird der Zuschauer etwa nach einem Drittel permanent von einer Actionszene zur nächsten gehetzt. Lagerhütten fliegen in die Luft, Autos gehen in riesigen Feuerbällen auf, das Schloss wird seine Einzelteile zerlegt und die halbe Wehrmacht vor Ort wird von Eastwood und Burton umgepustet. Zum großen Showdown gehört unter anderem ein Kampf auf einer Seilbahn. Hier wurde Inspiration für viele nachfolgende Generationen geschaffen, sowohl im Film- als auch im Computerspielebereich. Tricktechnisch hat der Film über die Jahre natürlich ziemlich Staub angesetzt. Die Möglichkeiten waren damals begrenzt und die Explosionen rütteln gerne mal an den physikalischen Gesetzen oder sind jenseits aller Realität. Generell ist sowieso alles ordentlich Over-the-Top, aber sind wir mal ehrlich: Der Unterhaltungswert fetzt gewaltig und es wird uns mal wieder sehr eindrucksvoll gezeigt, dass handgemachte Action die größeren Cojones in der Buchse hat, als dieser ganze heutige CGI-Pipifax jemals haben wird!
Fazit:
Braucht es da wirklich noch ein Fazit? „Agenten sterben einsam“ oder im Original „Where eagles dare“ hat alles, was ein guter Film braucht. Dieses Abenteuer-Kriegs-Spionagethriller-Action-Spektakel rockt und wer anderer Meinung ist, kann die gerne für sich behalten. Maximale Koppzahl!



PS: Hab ich eigentlich die Filmmusik erwähnt? Die bleibt nämlich sofort im Ohr und ist, um es mal ganz einfach auszudrücken, klasse... vielleicht sogar Kultverdächtig. Falls jemand weiß, ob es den Soundtrack irgendwo auf CD etc. gibt, möge er sich bitte melden!

PPS: Natürlich hat der Film herzlich wenig mit Trash zu tun, aber – verdammt – ich musste ihn hier einfach mal würdigen!



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