Knight Rider 2000

(klicke aufs Cover für mehr überflüssige Infos)

Release: 1991

K.I.T.T, hol mich vonne Zeche!


Das Jahr 2000, Verbrecher werden neuerdings eingefroren und Schusswaffen gibt’s auch nicht mehr. Trotzdem nimmt die Anzahl von Verbrechen mit Schusswaffengebrauch zu. Das geht sogar soweit, dass der Bürgermeister erschossen wird und die Polizei wie eine Anstalt von Grenzdebilen dasteht. Gleichzeitig will die Knight Foundation noch mal ganz groß durchstarten und zwar mit dem „Knight Industries Fourthousend“ – Kurz: K.I.F.T.
Das klingt genau so scheiße, wie die Karre aussieht, stört aber niemanden, weil der ganze Rest auch völliger Müll ist. Wie auch immer… das Projekt steht unter keinem guten Stern und Devon Miles holt Michael Knight, der jetzt Fischzüchter ist, zurück. Der baut seinen alten Kumpel KITT kurzerhand in seinen Oldtimer, was die Sache auch nicht besser gemacht.
Zusammen mit einer Polizistin, der in den Kopf geschossen wurde, aber (leider) mit einem Chip von KITT im Hirn gerettet werden konnte, kommen die Beiden einer fiesen Verschwörung auf die Spur, in der es im Endeffekt aber nur um ein bisschen Waffenschmuggel geht.
Ich bin so cool! K O O L!!

Wo Knight Rider noch trashiglustig war, ist Knight Rider 2000 eine Enttäuschung auf ganzer Linie! Wahrscheinlich kennt jeder die Serie aus den guten alten 80igern. Wahrscheinlich hat jeder etliche Folgen als Kind oder Jugendlicher in sich aufgesogen (ich habs getan… und zwar wie Koks!!!). Schon damals schätzte ich dieses ganz spezielle und charmante dümmlich-lustige-Trashfeeling. Außerdem konnte ich David Hasselhoff bestaunen, wie er ohne jegliches Talent verwirrt mit den Armen fuchtelte, Grimassen schnitt, den Daumen in den Himmel reckte und angesäuselt in seine Funkuhr lallte. Und dann natürlich KITT, der eigentliche Star der Serie, der sich in fast jeder Folge auf unglaubliche Art und Weise ins Nirvana schraubte (ihr glaub gar nicht, wie viele Trans-Am’s damals den Bach runter gegangen sind). Dieser ganze, ja ich will schon fast sagen, „Mythos“ um KITT, Michael, Devon, Bonny und wie sie alle hießen, wird mit hier kaputtgemacht. Viel mehr noch: Er wird erst zerlegt, dann mit Füßen getreten und danach noch von einer Horde Affen vergewaltigt!
Gestatten: K.I.F.T

Nach vier Staffeln voller Spiel, Spaß und Spannung hätte es doch eigentlich nicht so schwer sein können, etwas Gescheites auf die Beine zu stellen. Stattdessen wird eine völlig uninteressante Story um eine unsympathische Polizistin mit null Charisma gebastelt. Die ersten 40 Minuten wirken wie ein Lückenfüller, um das wirre Konstrukt auf 90 Minuten aufzublasen. Da kann auch David Don’t-Hassel-The-Hoff nicht mehr viel retten. Er kommt – obwohl er nur noch so was wie eine Nebenrolle hat - lustigerweise am Besten weg (oder gerade deswegen?). Schauspielern kann er zwar immer noch nicht, aber wenigstens gibt er sich Mühe. Vielleicht in der Hoff-nung (haha) noch mal ganz groß rauszukommen. Was draus geworden ist, wissen wir alle... nix! Dazu gesellen sich einige bekannte Gesichter aus der B-Liga, was den Film aber nicht sympathischer macht. Außerdem stirbt Devon!!! WTF!!! Wer hat sich den die Scheiße einfallen lasse, liebe Herren Drehbuchschreiber!?!?!
Ja, du hast recht. Ich wurde auch mit Gratis Koks und Nutten geködert...

Genau so langweilig/dämmlich/unlogisch (beliebig erweiterbar) wie die Handlung ist übrigens auch die Filmmusik. Anfangs klingt sie noch ganz nett, aber mit zunehmender Lauflänge verkommt der neue Sound zu unmotiviertem Geklimper. Wahrscheinlich hat sich der Komponist den Film während seiner Arbeit angeschaut und entsprechend gearbeitet. Auch der Sprecher von KITT (zumindest in der deutschen Syncro) schien nicht sehr erfreut gewesen zu sein, erneut einen sprechenden Wagen zu vertonen. Sarkastisch bis Angepisst klingt seine Stimme, aber ganz ehrlich, etwas anderes wäre mir auch schwer gefallen. Von wegen KITT: Komischerweise erstaunt es die Menschen in der Zukunft zwischen Kälteschlafgefängnis, Ultraschallknarren und Bildtelefonen immer noch, wenn eine Auto sprechen kann und dazu sogar Monitore im Cockpit hat. Wenn das Auto plötzlich wie von Geisterhand gelenkt losbrettert, fallen sogar den Protagonisten fast die Augen aus dem Kopf. Verrückt!
Sei nicht traurig Michael! Es gibt auch noch andere Spirituosenläden!

Ne, ich will gar nicht mehr über diesen Müll schreiben. Langweiliger als alle „schlechten“ Folgen der Serie zusammen und mit einer mindestens doppelt so dünnen wie beknackten Handlung. Der Charm ist verflogen, der Glanz verrostet, The Hoff betrunken. Eigentlich sollte der Film ja die Tore für eine Neuauflage öffnen - so nach dem Motto „Jede Folge entkommt jemand aus dem Kältegefängnis und muss wieder eingefangen werden“ – aber stattdessen wird einfach alles konsequent im vollen Galopp vor den vorbeirasenden Zug des Versagens geschmissen. David, you are still my hero, aber dieser Streifen ist einfach nur unglaublich undankbar. 1 Kopp…


PS: Trailer könnt ihr selber suchen!

PPS: Wer sich genau so wie ich nicht mehr über diesen Bockmist aufregen und sich lieber wieder ein wenig in Nostalgie suhlen will, guckt sich am Besten mal HIER um! Spaß und Lacher garantiert!

PPPS: O M F G!!! Wie konnte ich nur die aller-aller-aller peinlichste Szene vergessen, die ich seit langem gesehen hab! KITT betäubt einen verdächtigen Typen am Bankautomaten mit einem... einem... ehhh... PLOING! Also er betäubt ihn und es stellt sich heraus, dass ihm ein falscher Chip eingespeichert wurde und er SCOTTY (also James Doohan) betäubt hat. Und der arme Doohan, der wahrscheinlich gerade knapp bei Kasse war, muss in einem übertriebenen Ohnmachtsanfall so dummes Zeug von sich geben, wie: "Sie haben ihre Phaser auf Betäubung eingestellt, Captain. Das gefällt mir ganz und gar nicht." oder "Die Dilithiumkristalle verbrauchen sich sehr schnell." oder "Jemand muss mich hochbeamen!" Was für ein Ahmutszeugnis... *nur noch unverständlich den Kopf schüttelt*

Ohne Worte... und damit übergebe ich (mich)...

Kommentare:

chewieee hat gesagt…

die Datenbank war nicht beschädigt sondern mit einer Datenbank von promis oder so verknüpft :D

tumulder hat gesagt…

Wahrlich eine Obergurke unter den Obergurken. Da kann man noch nicht einmal seine Hände vor die Stirn schlagen, sooo was von dreckslangweilig ist dieser Mumpitz. Noch schlechter als die meisten der schlechten Folgen der Fernsehserie, die man sich ja schon als 12 jähriger nur reingezogen hat, weil nichts anderes auf RTL kam. Ich hatte den Film eigentlich schon aus meiner Blackbox gelöscht, aber jetzt kommen alle Erinnerungen wieder hoch. Na vielen Dank.

Doc Savage hat gesagt…

*gnihihihi*

Bitte, Bitte! ^^

Ging mir aber ähnlich, wobei ich den Film das letzte mal gesehen hab, als er das erste mal im TV lief (was ja schon ein paar Jahre her ist).

Jetzt, wo ich die komplette Serie zu Hause hab, konnte ich einer erneuten Sichtung nicht mehr aus dem Weg gehen. Du siehst ja, welchen Schaden ich damit bei mir und anderen angerichtet habe...

Doc Savage hat gesagt…

@ Chewieee:

habs im Text gerade verbessert! KITT wurde ein falscher Chip eingespeichert... schon allein diese Wortwahl ist unglaublich! ^^

Ein anderer netter Technik-Noob-Satz von KITT: Tut mir leid, Michael, meine Disketten haben zu wenig Arbeitsspeichen, um die Datenbank zu öffnen.

o_O


hmmm... vielleicht mach ich ja ne eigenen Knight Rider Rubrik auf.
;D Ja, das ist ne Drohung!

tumulder hat gesagt…

Aber dann bitte schön mit Föntipps.^^

Paramantus hat gesagt…

Knight Rider 2000 war einfach nur Müll. Die frühe Serie dagegen kann ich mir heute trotzdem noch anschauen. Die hat nun mal einen gewissen Charme.

Doc Savage hat gesagt…

Oh, Herr Paramantus! Euer Besuch ehrt uns!

Jou, den hatte die Serie. Einen etwas dümmlichen Charme, aber gerade den mochte/mag ich.

Dominik Hug hat gesagt…

Hehe :) Ich war damals wohl etwa 10 Jahre alt, als RTL Plus (*g*) den 2000er zum ersten Mal gezeigt hat. Und ich war brutal enttäuscht. Scheiss rote Tomate.

Jedoch, der Film hat einige wenige gute Momente. Die Rückblenden in den Pilotfilm, die Szenen zwischen Michael und Devon, K.I.T.T. hat noch denselben Humor.

Wo ich euch aber wirklich widersprechen muss: Filmmusik. Zwar weit weg vom kultigen Theme der Serie, aber den Score habe ich heute noch im Ohr. Harold Faltermeyer (hoffentlich richtig geschrieben) hat hier meines Erachtens einen guten Sound kreeiert.

Doc Savage hat gesagt…

Mit dem Soundtrack ist so'ne Sache. Ab und zu passt er ganz gut. Z.B. als Einleitung oder ähnliches, aber er verändert sich im Film kein bißchen. Da wird ein spannend gemeinter Kampf inkl. Schießerei und Faustgeschlage schnell extrem langweilig. Es fehlt da einfach an Abwechselung, Drive, Spannung, Intensität... also das, was auch dem Film fehlt... ^^°

skrautz hat gesagt…

Der Soundtrack war von Jan Hammer. Aber nach seinem großartigen Soundtrack für Miami Vice auch nicht mehr so richtig das Wahre.