Der Tank

(für mehr tankige Infos klicke aufs Cover)

Release: 1984


Eigentlich hatte sich Zack Carey in seinem Leben alles bereits schön zu recht gelegt. Noch ein paar Jahre Soldatenanwärter durch die Gegend scheuchen und dann den Ruhestand mit seiner Frau auf einem Boot verbringen. Doch für den Com.Sgt.Maj. und Sherman-Panzer-Besitzer sollte es anders kommen. Als er ganz Gentlemen-like eine Prostituierte vor den Schlägen eines Hilfssheriffs beschützt (und diesen dafür ordentlich durch den Kakao zieht), zieht er den Zorn des fiesen Redneck-Sheriffs Cyrus Buelton auf sich. Der will Carey's Kopf und dafür ist ihm jedes Mittel recht. Beleidigung, Drohung, Erpressung! Alles erträgt der gestandene Soldat mit stahlharten Nerven. Doch als sein Sohn unschuldig in ein Strafgefangenenlanger gesteckt wird, ist es vorbei mir Carey's Ruhe. Er steigt in seinem funktionstüchtigen und voll aufmunitionierten Shermantank und schießt sich den Weg zu seinem Sohn frei. Anschließend geht’s auf zur Staatsgrenze, um die Sache in einer fairen Gerichtsverhandlung zu klären. Dass das dem Sheriff nicht passt, ist wohl klar.
Der Film funktioniert vor allem so wunderbar wegen James Garner, der sichtlich Spaß an seiner Rolle als schlitzohriger Militär hatte. Ein weiterer Faktor ist der lineare Spannungsaufbau. Nach einer kurzen Einführung geht’s auch schon ab zu ersten Schlägerei, der Sheriffs leckt blut, die Sache schaukelt sich hoch. Auf Legalem Wege ist nichts mehr zu machen, also greift der Sheriff zu härteren Mitteln. Schlag auf Schlag folgt ein Ereignis dem nächsten, bis es Carey zu viel wird. Der Sheriff hat das Fass zum Überlaufen gebracht und Carey rollt mit seinem Panzer aus, eine Spur der Verwüstung hinter sich her ziehend.
Durch den recht groben Schlagabtausch zwischen den beiden Männern wird es zu keiner Zeit langweilig. Leider finden dabei leisere Zwischentöne, wie die angeknackste Vater-Sohn-Beziehung oder die aus der Situation heraus kieselnde Ehe, nur wenig Beachtung. Aber es geht ja auch eigentlich mehr um den Spaß, zu sehen, wie der smarte Sergeant dem Redneck-Mistkerl in den Arsch tritt.
In diesem Zusammenhang zeigt der Film dann allerdings seine Schwächen. Nach Drohungen aller Art – auch die „zufällige“ Erschießung des Sohnemanns im Strafgefangenenlager – ist ein bescheidenes Schlammbad für den Sheriff mehr als nur unbefriedigend. Auch wenn der Film generell pazifistisch, so hätte der Arschtritt ruhig etwas grober ausfallen können. Wäre dieser Knallfrosch an Rambo geraten, dann hätte jedenfalls die Stadt gebrannt! Aber so was von!

Fazit:
„Der Tank“ ist Sonntagnachmittagsunterhaltung pur. Nicht sehr tiefsinnig, aber dank James Garner und seiner lustigen, sarkastischen und schlagfertigen (nicht nur mit Argumenten) Art, ungemein sympathisch. Der fiese Sheriff und seine Rednecks hätten zwar ein paar Schläge auf die Nase verdient und vielleicht wäre eine Information am Ende des Streifens über den Ausgang des Prozesses auch ganz nett gewesen, aber alles in allem ist der Film ne Runde Sache und immer mal wieder empfehlenswert. Nicht selten spielt in diesem Zusammenhang auch der Nostalgiefaktor eine große Rolle und deswegen gibt’s von uns auch 4 Köpfe!


Kommentare:

tumulder hat gesagt…

Mann, das ist schon lange her. Weiß nur daß ich als halbstarker Bengel ziemlich enttäuscht war, da der Tank erst so spät aus der Garage geholt wird. Ich glaube ich muß den Film bei der nächsten Fernsehaufführung doch noch mal sehen. Ich glaube der war mir in den 80ern einfach zu pazifistisch. Ist klar, wenn man von Schwarzenegger und Michael Dudikoff konditioniert wird.;)

Doc Savage hat gesagt…

Das war mir ja wie gesagt auch zu doof. Als hätte den Verantwortlichen am Ende der Mut gefehlt, das Szenario konsequent zu ende zu führen.

Dafür hat der Film aber auch einen Preis für den besten Familienfilm bekommen... oder so... glaub ich jedenfalls! ^^