Erwin Braddog 2 - Die Abrechnung

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Release: 2009


Was passiert, wenn ein oder mehrere Typen irgendwo in Norddeutschland neben viel Inspiration auch noch Langeweile und eine Kamera haben?! Genau, sie drehen einen abgefahrenen Kurzfilm... ist doch logisch! Dabei ist ein Werk entstanden, welches glatt aus der sagenumwobenen IFD-Schmiede stammen könnte.
Erwin Braddock entkommt nur knapp einem Gefangenlager in Saigon unter der Führung des grausamen James Lee. Zurück bei seinem Chef von der Supermegaforce schmieden die beiden einen tollkühnen Plan: Braddog soll in die Vergangenheit reisen, um dort den jungen James Lee zu erledigen. Doch hat Erwin seine Rechnung ohne Lee gemacht, der ebenfalls in die Vergangenheit reist. Es entbrennt ein Kampf zwischen den Erzfeinden, bei dem es nur einen Sieger geben kann. Und als wäre das nicht genug, taucht auch noch ein Ninja auf...
Hier ergibt echt nichts einen Sinn. Die Story ist milde ausgedrückt totaler Blödsinn. Auf Hintergrundinfos wird geschissen und Zeitreise... mein Gott, die Zeitreise. Höhepunkt des Blödsinns ist für mir ganz klar der Ninja, der durch die Zeit hinweg erschossen wird. Das soll man so auch erstmal nachmachen! Godfrey Ho wäre jedenfalls stolz gewesen, womit wir auch gleich den Bogen zur Produktion schlagen können.
Mit gerade mal 5 Schauspielern, wovon einer offensichtlich niemals an der Produktion beteiligt war und hemmunglos hineingeschnitten wurde, hat diese Independentproduktion laut Aussagen des Verantwortlichen knappe 3,10 € gekostet. Und ne Tube Ketchup... korrigiere: Theaterblut. Die Motivation aller Beteiligten ist dabei immer deutlich spürbar und so wurde z.B. die komplette musikalische Untermalung (in anlehnung an Carpenter und Hans Zimmer) in Heimarbeit erstellt. Den Darstellern kann man eine gewisse Spielfreude ebenfalls nicht abstreiten, wobei natürlich keine oskarreifen Präsentationen erwartet werden können. Die Krönung des ganzen sind die Spezialeffekte, die so dermaßen grottig sind, dass sie sich großartig ins Gesamtbild einfügen.
Natürlich ist dieser Mix aus Action, schrägen Dialogen, verrückten Witzen, Zeitreise und Plastiksack-Ninja-Attacken immer mit einem Augenzwinkern zu betrachten, denn wie schon erwähnt ist und bleibt es eine Indi-Produktion. Trotzdem, oder gerade deswegen, funktioniert als kurzweilige, abgedrehte Unterhaltung ganz wunderbar. Jedenfalls muss man angehenden Filmemachern, egal wie das Endprodukt aussieht, immer einen gewissen Respekt zollen!
Beim General und seinen Spießgesellen bin ich mir ziemlich sicher, dass da mit zunehmender Erfahrung noch viel, viel mehr drin sein wird und so was kann man so ja auch nicht immer behaupten. Zieht euch den Scheiß rein und besucht auch General Unsichtbar's Blog für noch mehr Input!


Link: Erwin Braddog 2 - Die Abrechnung



Kommentare:

GeneralUnsichtbar hat gesagt…

Vielen dank für die glorreiche Erwähnung, das werd ich dir nie vergessen^^
Zum Kunstblut: Das war echtes Theaterblut, dass ich aus meiner Zeit beim Bund stibitzt hatte^^
Und zum tollen Song im Abspann: Das wurde mit einem Kellogs-Sampler-Programm musikalisch zusammengeschreddert und mit meiner engelsgleichen Stimme unterlegt, die typisches Touristen-Japanisch zum Thema Postämter in Songform zum Besten gibt^^

Doc Savage hat gesagt…

Das war wirklich bitterer Tobak... aber im - für mich als abgebrühter Trasherprobter - positiven Sinne.

Wie ich gestern noch feststellen konnte, hast du den Soundtrack ja auch selbst produziert. Extrem Carpenter-Mäßig! ^^ Aber ich schätze, dass war beabsichtigt, oder?!

GeneralUnsichtbar hat gesagt…

Jo, Carpenter und Hans Zimmer waren die größten Einflüsse diesmal, vorallem da Braddog ja ne Augenklappe hatte ala Snake Plisken musste das einfach sein:D