Screamers 2

(klicke aufs Cover für mehr kreischende Infos)

Release: 2009


Jack Logan: Hallo Leute! Mein Name ist Jack Logon und bei mir ist wie immer mein hochgeschätzter Kollege Sam Burton.

Sam Burton: Hi Jack! Manche von euch kennen uns vielleicht als die zwei verwegenen Helden – die knallharten Profis – auf der ewigen Suche nach dem Costner-Land, doch manchmal kehren wir dieser Aufgabe den Rücken, um uns hier in der Academy zusammenzufinden und den einen oder anderen Film zu besprechen.

JL: So auch heute und unser heutiger Film ist – jetzt bitte einen kleinen Trommelwirbel einspielen – SCREAMERS 2 – The Hunting. Nachdem wir auch schon den ERSTEN TEIL besprochen haben, kamen wir an dem Nachfolger natürlich nicht vorbei.

SB: Wobei wir gleich vorweg nehmen möchten, dass der zweite Teil nicht die Klasse seines Vorgängers erreicht. Zu den Gründen werden wir natürlich noch kommen. Jack, worum geht’s denn genau?

JL: Tja, worum geht’s genau?! Es geht um eine Gruppe von Soldaten, die sich geschätzte 10 Jahre nach dem ersten Vorfall auf eine Search & Rescue-Mission nach Sirius 6B, dem Screamerplaneten, begeben. Von dort wurde nämlich ein Notrufsignal empfangen. Warum wird nicht erwähnt. Laut Nachrichtendienst sind die Screamers mittlerweile ungefährtlich, weil ihre Batterien nur zwei Jahre halten. Man nimmt an, dass kein Grund zur Panik besteht, wäre da nicht der typische Verräter in den eigenen Reihen. Weil sich die Screamers nämlich selbstständig weiterentwickelt haben, ist die Technologie unbezahlbar. Durch einen kleinen Datenaustausch in einer Screamersfabrik kommt der ganze Laden wieder ins Rollen und das Töten beginnt von neuem.

SB: Außerdem stößt der Trupp auf ein paar Bergleute, die sich in Minen verschanzt haben. Hier wird klar, dass Screamers auch in menschlicher Gestalt in Erscheinung treten. Der Kampf ums Überleben beginnt und nebenbei müssen auch noch die durch wiedererweckte Screamers leer gesaugten Energiezellen des Raumschiffes gefunden und ersetzt werden. Ein weiteres Problem stellt ein Meteorsturm der Klasse 10 da, welcher den Planeten bei Ankunft zu Asche verwandeln wird. Der Crew bleibt also nur ein Zeitfenster von knappen 7 Tagen.

JL: An dieser Stelle möchte ich kurz anmerken, dass Vorwissen über die Geschehnisse im ersten Teil zwar hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich ist. Alle nötigen Infos über die Herkunft der Screamers, was mal passiert ist, wie es passiert ist, warum es passiert ist werden dem Zuschauer während kurzer Lagebesprechungen geliefert. Daher und weil wir schon in der Besprechung zum ersten Teil darauf eingegangen sind, werden wir das jetzt nicht weiter erörtern.

SB: So ist das. Und nun? Erst zu den positiven Aspekten? Die kann man nämlich schneller abarbeiten. Zum Beispiel der Look des Films. Er ist an den ersten Teil angelehnt. Schneebedeckte Steinwüsten, alles braun in braun, verrostete alte Minen- oder Bunkeranlagen. Die Sets im Raumschiff, in Bunkern oder anderen Räumlichkeiten sind passend und stimmungsvoll. Die Trostlosigkeit eines zum sterben verdammten Planeten macht sich breit und wird spürbar.

JL: Auch von der technischen Seite aus gibt es nichts zu meckern. Regisseur Sheldon Wilson macht seine Sache gut, fängt Action- und Handlungsszenen in soliden Bildern ein und schafft es, dass niedrige Budget geschickt zu nutzen bzw. den Film nicht danach aussehen zu lassen. Ab und zu darf auch mal ordentlich Kunstblut durchs Bild spritzen und der Gewaltgrad schnellt dank gespaltener Schädel und abgehakter Beine kurzzeitig in die Höhe. Actionmäßig bleibt der Streifen aber insgesamt auf einem Durchschnittlichen Niveau. In regelmäßigen Abständen kommt es zu kurzen Scharmützeln mit Screamers oder Überlebenden oder beidem, es wird ein bisschen rumgeballert und dann ist auch wieder gut.

SB: Mit Durchschnittlich sind wir auch bei den negativen Aspekten! Insgesamt steckte eine Menge Potential in dem Stoff – steckt es immer noch – aber meiner Meinung nach wurde dieses Potential nicht bis gar nicht genutzt. Damit meine ich z.B. die Geschehnisse rund um die Besatzung. Dieses Team aus Waschlappen agiert so unlogisch, dass es schon wehtut, da zuzuschauen. Einer verliert sein Herzschlagdingsi, in Kampfsituationen verhalten die sich wie wimmernde Zivilisten. Insgesamt fällt das irrationale Verhalten der Figuren ziemlich negativ auf. Schließlich sind das Soldaten - eine verdammte Aufklärungseinheit! Die müssen hart sein, emotionslos und vor allem erfahren. Stattdessen scheint man Leute nach Sirius 6B geschickt zu haben, die beim Eignungstest durchgefallen sind. Warum läuft die Truppe durch möglicherweise feindliches Gebiet und es sieht so aus, als würden sie einen netten kleinen Spaziergang machen. Warum werden die „inhaftierten Screamers“ in den Minen nicht von wenigstens einer Wache bewacht. Wieso will die Ärztin noch bei der toten Irren bleiben - Innerhalb von 48 Stunden sind 3 oder 4 Ihrer Kameraden abgeschlachtet worden, da könnte Ihr eine Fremde, die Sie vorher noch töten wollte, ziemlich egal seien. Ein Thema wird aufgegriffen und sofort wieder verworfen (z.B. die Tatsache, dass die Hauptdarstellerin die Tochter von Colonel Henriksson ist oder dass sich die Screamers gegenseitig abschlachten). Was ich besonders schade fand, war der völlig verschenke Lance Henriksen. Er spielt den Erfinder der Screamers und ist vielleicht knappe 15 Minuten zu sehen. Da wäre viel, viel mehr drin gewesen. Im Gegensatz dazu hätte man den einen oder anderen Charakter auch gleich ganz streichen können!

JL: Nun muss man natürlich bedenken, dass der Film das Genre nicht neu definieren soll, aber so ein paar grundsätzliche Dinge, wie Spannung oder logische Zusammenhänge sollten dann doch stimmen. Die Handlung plätschert somit nur vor sich hin. Von Spannung kann da keine Rede rein, da alles ziemlich vorhersehbar ist. Dazu kommen so überflüssige Dinge, wie dieser Meteorsturm und die dadurch ablaufende Frist. So etwas hätte man durchaus souveräner lösen können. Neben diesen aufgezwungen wirkenden Dingen, gibt es noch ein paar weitere Szenen, die nachträglich zum Film hinzugefügt wirken. Ihr seht also, da liegt einiges im argen…

SB: Ja leider, und wir hatten schon keine hohen Erwartungen an dieses Direct-to-DVD-Produkt. Als Fazit können wir festhalten, dass Regisseur Wilson und Crew trotz toller Kulissen und einem guten roten Faden zwar nichts falsch machen, aber auch nichts richtig... Die Handlung plätschert vor sich, von aufkommender Spannung ist kaum zu reden. Eine bedrohliche, gar klaustrophobische Atmosphäre wird kaum bis gar nicht aufgebaut. Der Film verkauft sich weit unter Wert und verschenkt sein Potential wo er nur kann. Da können auch die netten Sets oder ein temporeicheres Ende, welches die Tür zu einer Fortsetzung sehr weit aufstößt, nichts mehr reißen…

JL: Man könnte natürlich noch mehr über den Film erzählen, aber ich denke, wir können es sehr gut bei diesem Fazit belassen. 2 Köppe, Sam?

SB: Aber maximal, Jack!





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