Wizards of the Lost Kingdom

(für mehr wahnwitzige Infos klicke aufs Cover)

Release: 1985


Es war einmal vor vielen, vielen, vielen Jahrhunderten in…

EINEM KÖNIGREICH VOR UNSERER ZEIT!

Ein Land, in dem die Magie genau so mächtig war, wie die Blödheit seiner Bewohner. Ein Land voller Zauberer mit angeklebten Bärten, unfähigen Königen, betrunkenen Zwergen, Rittern mit riesigen Helmen, Zyklopen, Selbstmörderhöllen und natürlich Gulfaxe! Ein Land, in dem die Synchronisation genau so abenteuerlich, wie die Namensgebung ist, die da z.B. wäre SHURKA, der – oh wunder, oh wunder – Schurke und böser aber inkompetenter Magier. Außerdem treffen wir auf KOR, Held der Gesichtskirmes, WULFRICK, Held der aufgeklebten Bärte und UDEA, die Verräterschlampe. Ach ja, und die Hauptperson des ganzen Spektakels, SIMON (nach all den dollen Namen, ist das ein ziemlicher Losername, oder?!).
"Oh shit... ich hät' mir die Pilze nicht einschmeißen sollen..."

Simon ist der Sohn von Wulfrick, dem guten Zauberer, und als das Schloss von Shurka und seinen finsteren Truppen gestürmt wird, drückt er seinem Sohn den magischen Superring in die Hand und teleportiert ihn und Gulfax nach draußen, um kurz darauf in einem ziemlich unspektakulären magischen Zweikampf gegen Shurka den Löffel abzugeben. Simon hingegen steht der Unfähigkeit seines Vaters aber ins nichts nach, denn er verliert den Ring noch im Schloss. Ganz toll gemacht, du Zwerg! Ohne magische Unterstützung müssen Simon und Gulfax dann auch gleich durch Kor vor fiesen Viechern beschützt werden. Eigentlich will Kor danach weiter zur nächsten Kneipe, aber Simon findet schnell seinen wunden Punkt (Feigling oder Ehre oder so was in der Richtung…weiß nich mehr) und Kor kommt doch mit. Von da an zieht das muntere Trüppchen gemeinsam durch Wald und Flur und stellen sich fürchterlichen Gefahren, wie z.B. Bollerkopp-Zyklopen, fetten Echsen oder der sagenumwobenen Selbstmörderhölle (eine „Abkürzung“). So geht der Spaß eine Weile weiter, bis man endlich zurück in der Burg ist, wo Shurka die ganze Zeit schurkische Dinge getan hat (die kleine Freundin von Simon hypnotisieren, Zwerge pulverisieren, den Ring suchen, böse gucken, diabolisch lachen). Es kommt zu einem magischen Zweikampf, aus dem Simon dank wieder gefundenen Superring als Gewinner hervorgeht. Das Königreich ist befreit, die Welt ist wieder sicher und Gulfax kann nicht klatschen… Ende gut, alles gut!
"Shurka mein Name! Mein Markenzeichen: Schlechter Modegeschmack!"

Juche, Jucha, Juchheisassa! Was für ein Fantasytrashfest! Produzent von diesem Schmonz war übrigens unser guter alter Herr Roger Corman. Allein dieser Name kommt einer Selbsterklärung gleich. Es werden Szenen aus alten Filmen verwurstet, die Musik sowieso und zwischendurch wird der Zuschauer mit einem Wesen konfrontiert, das in der Filmgeschichte wirklich einzigartig sind: Dem Gulfax!
*grunz, grunz, kratz, grunz*

Der heimliche Star des Film – ein zwei Meter großer Albino-Wasserkopf-Wookie – trottet die ganze Zeit hinter Simon und Kor her und macht, was große weiße Bettvorleger eben so machen: Grunzen, mit dem Armen wedeln, Grunzen, hin und her stampfen, Grunzen, sich im Schritt kratzen und vielleicht noch mal grunzen. Simons Haustier ist dabei derart unmotiviert bei der Sache und trotzdem penetrant Aufmerksamkeitsbedürftig, dass ich am Ende nicht mehr wusste, ob ich den weißen Riesentampon nun cool oder nervig finden sollte. Wann es ein Dialog erlaubte, konnte man sicher sein, dass Gulfax auch seinen Senf in Form von Grunzgeräuschen dazu beitragen würde. Gulfax war dabei aber permanenter Mitläufer, hatte keine eigene Meinung und konnte keiner Fliege was zu Leide tun… also eigentlich war er ziemlich überflüssig, weil er eigentlich nichts konnte! Gulfax eben! =D
Unsere Lektion heute: Blinzdingsen mit Buntstiften.

Ein weiterer Star des Filmes – diesmal aber kein heimlicher – ist Bo Svenson, der z.B. schon bei einem Haufen verwegener Hunde mitmischte. Mit seiner Mimik erinnert stark an Neil Flynt von Scrubs (also den fiesen Hausmeister) und siehe da… sie haben nichts mit einander zu tun. Wäre auch zu lustig gewesen. Dennoch ist die Ähnlichkeit erschreckend. Jedenfalls fahren seine Gesichtzüge die ganze Zeit Achterbahn und so wirklich ernst schien Bo die ganze Angelegenheit auch nicht genommen zu haben. Locker durchs Bild stampfend gibt er gerne mal sarkastische Kommentare von sich, sorgt für reichlich Unterhaltung und ist insgesamt so gut drauf, wie ein Mann, der genau weiß, dass er am Ende der Dreharbeiten einen fetten Scheck bekommt. Simon hingegen ist… naja… Simon ist halt Simon… die typische Rotzgöre, in dessen Händen mal wieder Schicksal eines Königsreiches liegt.
"Wenn ich hiermit durch bin, feuer ich meinen Manager... moment... ich hab ja gar keinen... verdammt..."

Ernst nehmen kann an diesem Machwerk wirklich gar nichts, denn alles entstammt der untersten Schublade. Gummimonster, Effekte, Kulissen, aber auch Handlung, Spannung, Drama, etc. kommen so unglaublich dilettantisch daher, dass man als echter Trashfan bei wunderbar albernen Vielfalt eigentlich nur eins tun kann: Feiern, bis der Bierkasten leer ist. Unterhaltung ist garantiert und so können wir dieser Fantasytrashgranate ganz beruhigt 4 Köppe verpassen!


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