Die rote Flut

(klicke aufs Cover für mehr blutflutige Infos)

Release: 1984


Also gut, es ist soweit! Die Russen kommen! Meister Röhrich hatte recht! Und sie kommen zusammen mit Kubanern, um eine amerikanische Kleinstadt zu überfallen. Nein, eigentlich um sich ganz Amerika einzuverleiben, jedoch spielt die Handlung nur rund um das kleine Kuhkaff. Dabei fängt alles so idyllisch an. Jed hat seinen kleinen Bruder und ein paar Kumpels gerade zur Schule gefahren, damit diese während einer Erklärung über die Kriegskünste von Dschingis Khan friedlich vor sich hin schlummern können, da fallen plötzlich tausende Fallschirmjäger aus dem Himmel. Sofort bricht die Hölle los und nur mit Mühe und Not können sich ein paar Jugendliche – unter anderem Jed und Matt - in die Berge retten. Dort wird gejagt und gewartet bis man der einhelligen Meinung ist, doch mal ein paar Russen zu töten. Verständliche Sache, wenn man bedenkt, dass diese die Eltern haben exekutieren lassen, um ein Exempel an die Ausreißer zu statuieren. Mit Hilfe weiblicher Verstärkung und einem abgeschossenen Kampfpilot (Powers Booth) kämpfen sie fortan als „Wolferines“ gegen die rote Flut und werden zu Helden der Nation!
Kennt ihr den Song „America – fuck yeah“ aus dem gar wunderbaren Film „Team America“? Den könnte man nämlich die ganze Zeit zu diesem Streifen vor sich her summen. Hier trieft der Patriotismus aus der jeder offenen Pore Zelluloid, dass man denken könnte, man hätte es mit der Mega-Pommes-Portion vom Griechen nebenan zu tun, der das Frittenfett seit 20 Jahren nicht gewechselt hat. Eine Handvoll Blagen stellen sich gegen eine sowjetische Invasionsmacht und hauen kräftig auf den Pudding, um die Flagge des Vaterlandes zu verteidigen. Denn der Kommunismus ist das Übel der Welt und alle Russen sind fiese Kerle und überhaupt können die Vereinigten Staaten von Amerika gar nicht verlieren!
Präsentiert wird uns dieses pädagogisch zweifelhafte Werk von John Milius, der uns auch schon mit „Conan“ in Verzückung versetze. Er erzählt die Geschehnisse rund um die Wolferines mehr oder weniger Episodenhaft. Logiklöcher findet man in der dünnen Story mehr als genug, aber dass soll uns nicht weiter stören, denn es sind andere Faktoren, die diesen Film nicht zu einem Rohrkrepierer haben werden lassen. Zum einen hätten wir da ein paar junge Schauspieler – allen voran Patrick Swayze und Charlie Sheen – welche später in die höchsten Riegen Hollywoods aufsteigen sollten – und zum anderem eine ganz eigene, fesselnde Atmosphäre. Denn Milius zeigt uns nicht nur gut inszenierte Action, er zeigt uns auch wunderschöne Landschaftsaufnahmen, die durch ihre Trostlosigkeit fast so etwas wie Endzeitstimmung aufkommen lassen.
Von wegen Action: Die darf in so einem Patos-Schinken natürlich nicht fehlen. Nicht nur, um die Brutalität der Invasoren zu unterstreichen, auch um die Rache der Wolferines zu verdeutlichen, wird ordentlich auf den Putz gehauen. In regelmäßigen Abständen dürfen Feindeshorden niedergemäht, Handgranaten in MG-Stellungen geworfen oder Fahr- und Flugzeuge in die Luft gejagt werden. Die Blutpakete unter der Kleidung der Opfer werden gegen Ende vielleicht etwas weniger, aber insgesamt wird uns hier absolut solide Kost geboten.
Red Dawn – das heißt in erster Linie die Fahne hochhalten und Hand aufs Herz legen (hier zu Lande konnte man damit nicht ganz so viel anfangen und kurz nach dem Kinostart hats Beschwerden gehagelt). Das ganze verpackt in einer leicht verständlichen, fast idiotischen Story, getarnt durch handmade Action. Wäre da nicht die dichte Atmo und die spielfreudigen Jungschauspieler + der damalige Zeitgeist, wäre der Streifen glatt ein Reinfall geworden. So ist allerdings ein verdammt unterhaltsamer Kracher aus den 80iger. Jedenfalls sofern man sich nicht an den Kritikpunkten stört! 4 Köppe, weil wir so auf diesen Scheiß stehen! ;-)

Kommentare:

tumulder hat gesagt…

Haha, wirklich ein sehr schönes Machwerk im Geiste Joseph McCarthys.:D

Dominik Hug hat gesagt…

Geiler Streifen!! Love it! :)

Da ist doch übrigens ein Remake in der Pipeline, oder....?

Grüsse vom "Nachbar"
DomPatHug

Captain hat gesagt…

Hell yeah, einer meiner Favoriten und ein klasse Review. Besonders der kubanische Offizier ist imo nur dazu da, die bösen Kommies minimal netter dazustellen.

Als ich den das erste mal gesehen habe, war solch ein Szenario noch theoretisch denkbar
Ein Drehbuch Preview zum Remake ist bei den Videoraidern zu finden.

Doc Savage hat gesagt…

hehe

Jau, ein Remake ist in der Tat in der Mache. Es gibt auch einen Trailer und ein bißchen Material bei Youtube zu finden. Wirklich aussagekräftig ist das aber nicht wirklich...

Anonym hat gesagt…

Pathos, nicht Patos.