Einer gegen das Imperium

(klicke aufs Cover mehr wahnwitzige Infos)

Release: 1983


Jack Logan: „Hallo liebe Leidensgenossinnen und Genossen. Ich heiße euch ganz herzlich zu einer neuen Ausgabe unserer beliebten Reihe „Burton und Logan – zwei knallharte Profis auf dem Weg durch den Dschungel des filmischen Wahnsinns“ willkommen. Bei mir ist wie immer mein werter Kollege Sam Burton.“

Sam Burton: „Hallöchen alle zusammen!“

JL: „Unsere heutige Perle des schlechten Geschmacks kommt aus Italien und niemand anderes als Antonio Margheriti ist für dieses Werk verantwortlich. Mit Reb Brown in der Hauptrolle hat man sich außerdem einen bekannten Namen aus dem Filmgeschäft als Zugpferd dazugeholt.“

SB: „Bekannt?! Naja, ich weiß nicht, ob Robowar, Space Mutiny oder Strike Commando unbedingt bekannt sind. Da hat dieser talentfreie Knispel nämlich noch mitgespielt.“

JL: „Ach ist doch egal! Hauptsache einen amerikanischen Namen auf dem Cover. Darauf kommt’s doch schließlich an. Jedenfalls haben wir so ziemlich alles erwartet, aber was wir bekamen, war etwas, vorauf sich niemand hätte vorbereiten können.“

SB: „So ist es. Und so kam es, dass EINER GEGEN DAS IMPERIUM mal wieder unseren tristen Alltag versüßen konnte! Leg los, Jack!“



JL: „Und ab geht die Post: Alles beginnt zunächst sehr harmlos. Ein fetziger Song, unterlegt mit feinsten Klängen aus einem Synthesizer, dringt in unsere Ohren. Die Titelmusik lässt den noch aufkommenden Wahnsinn bereits erahnen, aber bevor man sich lange damit beschäftigen kann, kommt auch schon YOR ins Bild gehüpft. YOR, der Jäger aus den Bergen, bewaffnet mit einer gar fürchterlichen Frisur, einem Stringtanga unter seinem Lendenschurz, massenweise Öl auf dem nackten Körper und einem immerwährenden debilen Lächeln, hopst zu den Klängen des Titelsongs über eine steinige Ebene. Doch schon ist Ärger angesagt! Als ein paar Eingeborene ein Dino-Baby fangen wollen, welches sich ganz klar als angemaltes Ferkel mit angeklebten Pappstacheln und Pappschwanz herausstellt, greift die Dino-Mama an. YOR eilt zu Hilfe, tötet die Gummibestie und kredenzt sich aus dem Blut des erlegten Tieres erstmal einen ordentlichen Begrüßungscocktail. Sein Handeln bleibt natürlich nicht ohne folgen. Die errette Schönheit Kalaa gehört nämlich jetzt ihm und damit hat er leider auch ihren Stiefvater, den etwas asozial ausschauenden Pag, an der Backe…“

SB: „Der Frieden im kleinen Dorf ist jedoch nicht von großer Dauer. Während sich YOR ordentlich einen hebt, tanzt Kalaa zu rhythmischen Klängen der Dorftrommeln und starrt Ihren Helden dabei so derart lasziv an, dass man denken könnte, sie würde ihn gleich nackig anspringen. Da plötzlich greifen die fiesen Blauköppe, oder auch Viel-Haare-im-Gesicht-Menschen genannt, oder halt einfach ein Rudel fieser Höllenmenschen das Dorf an. Ihr Anführer will zum einen alle Frauen und außerdem das Amulett von YOR, welches dieser seit seiner Kindheit um den Hals trägt und eigentlich nichts damit anzufangen weiß. YOR wiederum findet das nicht so toll und haut alles kurz und klein, ganz besonders die Höllenmenschen. Blöderweise wird Kalaa kurz nach dem Überfall verschleppt.“

JL: „Nach weiteren kleinen Scharmützeln hat man die Hölle der Fieslinge gefunden und YOR und Pag sind bereit, die Mädels zu retten. Vorher müssen sie allerdings noch beobachten, wie der Anführer der Höllenmenschen ein paar seiner eigenen Leute verprügelt. Warum? Na um klar zu stellen, wer der Obermacker im Batcave ist. Als ein Flugsaurier auftaucht, ergreift YOR seine Chance. Er tötet das Vieh mit einem gezielten Pfeilschuss und benutzt das tote Tier kurzerhand als Para-Gleiter. Danach flutet er die Hölle, in dem er einen kleinen Staudamm zerstört – so richtig in guter alter Tempel-des-Todes-Manier. Gemeinsam mit Kalaa und Pag kann er entkommen. Was mit dem restlichen Frauen passiert ist, kann nicht mehr geklärt werden, aber die sind bestimmt rechtzeitig entkommen… bestimmt!“

SB: „Danach geht’s weiter Richtung Feuerberge/Wüstenland, denn dort erhofft sich YOR die Antworten auf seine Herkunft. Er hat nämlich erfahren, dass dort mal ein Feuervogel vom Himmel gefallen ist. Kaum dort angekommen, muss er sich auch gleich wieder brüllend und Steinaxtschwingend in den Kampf gegen Sandleute mit brennenden Mistgabeln stürzen. Sie drängen unseren Helden in eine Hölle, wo er auf Roa trifft. Sie trägt das gleiche Amulett wie YOR, lebt in einer Eishölle und weil sie so jeden Tag ein bisschen Wasser gewinnen kann, ist sie die Herrscherin über die Sandleute. Naja, fast jedenfalls, denn die Kerle wollen YOR immer noch an den Kragen und YOR muss alle mit einem erbeuteten Flammenschwert niederstrecken… wohl eher abfackeln. Als Dank für die Rettung schenkt sich Roa ihrem tapfern Helden.“

JL: „Jetzt hat YOR allerdings die Qual der Wahl: Kalaa oder Roa. Beide hassen sich natürlich bis aufs Blut, besonders Kalaa hat einen Blick drauf, gegen den tausend Nadelstiche ein Scheißdreck sind. Zum Glück gibt es ein Gesetz, nach dem YOR so viele Frauen haben darf, wie er lustig ist. Das würde erklären, warum er das ganze Eifersuchtsgetue nicht wirklich registriert und weiterhin debil grinst. Im laufe der Reise erledigt sich die Sache allerdings von alleine, denn Roa wird von ein paar übriggebliebenen Höllenmenschen kaputtgeschlagen und anschließend von YOR unter einem Matschhaufen begraben. Ein Teil seines Herzens, so sagt er schnulzig, wird für immer an diesem Ort bleiben. Eine runde Mitleid für den armen, traurigen YOR… jetzt hat er nur noch ein Weibchen.“

SB: „Als das Grüppchen das Meer erreicht, muss YOR gleich wieder gegen einen Gummisaurier kämpfen und eine Frau und zwei Kinder retten. Als dank werden sie in das Dorf der Geretteten eingeladen. Dort wird die Frau YOR zum Geschenk gemacht… oh wunder, oh wunder! Außerdem erfahren Sie, dass auch hier mal ein Feuervogel vom Himmel gefallen ist. Die Dorfbewohner haben den Insassen dummerweise aus Angst erschlagen und rechnen jetzt mit einem Gegenangriff der Götter. Der auch kommt und die vielen, in mühseliger Handarbeit errichteten Strohhütten, gehen in Flammen auf. Damit wäre auch die erste Hälfte des Films geschafft… uff…“

JL: „Am nächsten Tag lassen die Drei die kümmerlichen Überreste des Stranddorfes und den fauligen Geruch verbrannter Leichen zurück und segeln mit einem Strohschiffchen zu einer Insel, wo YOR mal wieder nach Antworten suchen will. Das Grüppchen – mittlerweile durch Barbiepuppen ersetzt – gerät prompt in einem putzigen Badewannensturm und – schwippschwapp – purzeln die Püppchen von Bord. Der Wahnsinn hingegen nimmt seinen Lauf! Auf der Insel herrscht nämlich der dunkle Imperator. Er weiß, dass YOR der Sohn eines Rebellenanführers war und er will aus seinen Zellen einen genetischen Superkrieger erschaffen. Seine Leibgarde, schwarze Androiden, die eine frappierende Ähnlichkeit mit Lord Helmchen aufweisen, sollen den Jäger aus den Bergen für ihn fangen.“

SB: „Leider hat er seine Rechnung ohne die Rebellen gemacht, die den Overlord vernichten wollen. Kaum, dass YOR gefangen genommen wurde, wird er auch schon wieder von Ena, einer „hübschen“ Wissenschaftlicheren befreit. Sie bietet sich ihm zwar nicht an, aber YOR weiß bereits, dass er die Schnitte schon so wie in der Kiste hat. Von Ihr erfährt er auch etwas über seinen Vergangenheit und so sehen wir, wie YOR orientierungslos, aber dauergrinsend durch den Wald rennt und jagen lernt. Faszinierend!“

JL: „Auf dem Fluchtweg nach draußen, wird YOR vom dunklen Herrscher abgefangen. Der lässt es sich nämlich nehmen, den blonden Blödmann in seine finsteren Pläne einzuweihen, so wie sich das für finstere Herrscher gehört. Noch voll in seiner Siegesrede steckend und YOR seinen teuflischen Plan darlegend, schlendert dieser aus Langeweile allerdings einfach aus dem Raum, um seine Freunde zu suchen… unfassbar! Der Kampf gegen die schwarzen Androiden beginnt und plötzlich haben alle Lasergewehre und liefern sich hitzige Gefechte in alten Fabrikgebäuden und Lagerhallen. Durch waghalsige Seilakrobatik kann YOR dabei eine Bombe am Hauptreaktor der unterirdischen Station anbringen, der nur vom Overlord selbst abgeschaltet werden kann.“

SB: „Als unser Held dem finsteren Schurken in einem finalen Kampf gegenübersteht, schmeißt er seine Laserpistole weg und ersticht ihn stattdessen mit einer Lanze. Gegen finstere Herrscher hilft eben doch nur gute alte Handarbeit und kein technischer Firlefanz. Kurz bevor der gesamte Laden in die Luft fliegt, können YOR, Kalaa, Pag und die restlichen Überlebenden mit einem Raumschiff entkommen und während erneut die fetzige Titelmusik erklingt, fliegt das kleine Plastikflugdings hinaus in die Welt, dem Sonnenuntergang entgegen. Ende gut, alle gut!“

JL:
„Bor, was für ein Film… was für ein Genremix…Steinzeit, Barbaren, Roboter, fiese Frisuren und viele Unfasslichkeiten mehr – EINER GEGEN DAS IMPERIUM hat alles zu bieten, was das Trashherz begehrt und noch mehr, denn dank des Regisseurs Margheriti – einer kleinen Legende des italienschen Exploitationkinos – konnte man auf ein ordentliches Budget zurückgreifen. Natürlich sieht der Film immer noch billig aus, aber er hätte auch wesentlich fürchterlicher werden können.“

SB: „Jedenfalls vom Setting her, denn alles andere ist ja schon ziemlicher Blödsinn… verdammt unterhaltsamer Blödsinn allerdings! Wenn ihr also schon immer mal das Bedürfnis nach einer Mischung aus Steinzeitgekloppe und Lasergewitter hattet, bei dem ein eingeölter Kerl in Lendenschurz eine Frau nach der anderen abgreift und für genetische Experimente missbraucht werden soll, dann solltet ihr euch ganz schnell diese Granate besorgen.

5 Köppe von uns und endlich mal wieder ein Kandidat für die Trash-des-Monats-Rubrik!“



Wenn euch das alles viel zu viel zu lesen ist, dann zieht euch einfach das hier rein:

Kommentare:

tumulder hat gesagt…

Ich pendel gerade zwischen um eine Minute kürzeren FSK 12 und der ungekürzten FSK 16 Version, immerhin 6 Euro Unterschied, und wofür gibt es sonst Schnittberichte.com.:D

GeneralUnsichtbar hat gesagt…

Ach ja, der YOR^^ Ich denke da immer wieder gern an seinen (nur in der dt. Fassung erhältlichen) Schlachtruf: "Da helfen nur noch die alten Waffen!" beim Endkampf, ein Klassiker:) und natürlich Aytekin Akkaya, wenn jemand einen wütenden Höhlenmenschen spielen kann, dann er, my favourite guy :D

Doc Savage hat gesagt…

Also nach allem, was ich gehört habe, ist es völlig wurscht, welche Version du nimmst.

Würde da nicht auf die fehlenden Szenen achten, sondern eher auf die Qualität. Die ist bei der 16er Fassung schon bescheiden. Keine Ahnung, wie das bei der 12er ist.

tumulder hat gesagt…

Ist ja auch nur eine Minute die fehlt, oder so. Beide Vollbild, also was solls.;)