Gesetz der Rache

(für mehr rachsüchtige Infos klicke aufs Cover)

Release: 2009


Butler vs. Foxx oder Death Wish meets Saw!

Bei einem Überfall werden Frau und Tochter von Clyde Shelton (Gerard Butler) brutal ermordet. Er selbst kann die Täter zwar identifizieren, aber das Justizsystem, vertreten durch seinen Anwalt Nick Rice (Jamie Foxx) macht der Gerechtigkeit leider einen Strich durch die Rechnung. Der Haupttäter kommt mit einem blauen Auge davon, Clyde ist fassungslos und Nick schert sich einen Dreck, weil er nur seine Verurteilungsquote im Kopf hat. 10 Jahre später ist Clyde wieder da. Die Jahre hat er auch gebraucht. Nicht für ein Auszeit oder einen kleinen Urlaub, sondern um ordentlich verrückt zu werden und seine Rache zu planen. Obwohl: Es ist mehr als Rache! Es ist Bestrafung! So nimmt er einen nach dem anderen auf Korn. Erst die Mörder seiner Familie und dann nach und nach alle, die irgendwie mit dem Fall zu tun hatten.
Aber er ist nicht der Punisher, sondern eigentlich nur ein Mordlüsterner Irrer, dem das korrupte System gehörig stinkt!
Und genau da liegt das Problem! Eigentlich sollte die Figur von Jamie Foxx im Rampenlicht stehen, eigentlich sollte der Zuschauer auf der Seite des Gesetzes sein, eigentlich hätte ich keine so großen Sympathien für Clyde Butler entwickeln dürfen. Dieser Charakter ist nämlich wirklich fies und böse. Selbstjustiz schön und gut, aber nachdem er eine Richterin und eine Reihe von Leuten abgemurkst hat, sollte auch der Letzte verstanden haben, dass da etwas in seinem Kopf nicht mehr stimmt. Problem an der Sache ist aber, dass Jamie Foxx seinem Gegenüber (zumindest in diesem Film) schauspielerisch völlig unterlegen ist. Ich konnte einfach nix mit seiner Figur anfangen. Ständig hinkt er seinem Widersacher einen Schritt hinterher, kriegt einfach nicht die Kurve, und nur damit der verdammten Gerechtigkeit genüge getan wird, fällt ihm per Zufall der entscheidende Hinweis in die Hände – what a twist!
Im Umkehrschluss war es also ganz einfach spannender, abzuwarten, wie wohl die nächste Person ins Gras beißen würde. Oder zuzuschauen, wie Butler das Justizsystem basht, seine wahnsinnige Intelligenz ausspielt und Foxx permanent in die Ecke drängt. Es hätte mich sogar gefreut, wenn Clyde seinen letzten Anschlag erfolgreich durchgeführt hätte und Nick samt Kapitol in die Luft geflogen wäre. Zwar kann Nick durch seinen Zufallstreffer den finalen Anschlag noch stoppen, trotzdem trägt der Racheengel doch noch einen Sieg davon. Denn letzten Endes greift Nick zu den selben Mitteln – nämlich der Selbstjustiz – um seinen Gegner kalt zu stellen… bzw. eher heiß, aber um das zu verstehen, müsst ihr schon den Film gucken.

Fazit:
„Gesetz der Rache“ ist kein schlechter Film, dass möchte ich gleich vorweg sagen. Die Handlung ist zwar keine Neuerfindung und es wird sich meiner Meinung nach viel an bereits funktionierenden Prinzipien bedient, trotzdem vergingen die ca. 100 Minuten dank der stetig steigenden Spannungskurve, der professionellen Umsetzung und natürlich wegen den gut aufgelegten Darstellern (wenigstens Butler) wie im Fluge.

Problematisch ist die Butler/Foxx-Beziehung, denn Gerald spielt Jamie hier in Punkto Coolness und Emotionen locker an die Wand. Auch ist mir nicht ganz klar, was Regisseur F. Gary Gray (Verhandlungssache) eigentlich wollte?! Auf der einen Seite wird die Selbstjustiz als Racheinstrument gut geheißen, dann kriegt er aber irgendwie Schiss, lenkt den Charakter auf die Wahnsinnige Schiene, hat dann aber nicht den Mumm, bis ganz zum Ende zu gehen, nur um damit auf dem Pfad der Tugend bleiben zu können. Ein brachiales und entlarvendes Ende hätte den Film womöglich länger frisch gehalten.

Wie auch immer (und auch wenn mich das alles etwas verwirrt hat… aber vielleicht sollte ich einfach nicht drüber nachdenken und einfach Butler weiter feiern, der so wie er ist auch weiterhin in so ziemlich jedes Genre passen wird), Chewieee und ich vergeben 3,5 Zimbelaffen – 2 für Butler, 0,5 für den rollenden Bombenentschärfungsroboter mit MG-Geschütz, EMP- und Raketenwerfer auf dem Friedhof und 1 Punkt für Colm Meanay, der egal in welcher Rolle für immer und ewig Chief Miles O'Brien sein wird... ja, Kinder, Star Trek kann manchmal wie ein Fluch sein! Und damit sollte der Gerechtigkeit ebenfalls genüge getan sein.

,5

PS: Chewieee hat übrigens eine ziemlich geile Feststellung gemacht! Gerald Butler sieht irgendwann wie ein alter fetter Toby Mcguire aus (Bilder werden nachgereicht, wenn irgendwie möglich). Da habt ihr gleich noch einen Grund, den Film zu gucken! :-D

Kommentare:

chewieee hat gesagt…

ich zieh den punkt für foxx wieder ab und geb einen für chief miles o'brien.

Paramantus hat gesagt…

Ich fands schon bei der Vorschau komisch Jamie Foxx da herumspringen zu sehen. passt einfach nicht zu Butler... :/

Doc Savage hat gesagt…

Ach das ging schon irgendwie! So oder so hat sich der Film schon gelohnt!

@Chewieee:
Bewertung berücksichtigt

Billigflug hat gesagt…

Ich war gestern im Kino und fande den Film gut und Sehenswert, wobei ich euch ganz klar Zustimmen muss, der Film erfindet nichts neues.

Habe die ganze Zeit, während des Films, überlegt wer der Komplize von ihm sein könnte, erst dachte ich die Anwältin wäre es gewesen, was nach ihrem Tot allerdings schnell zerstört wurde.
Nach den ersten zwei Morden, war ich vollkommen auf seiner Seite. Nacher dreht er aber vollkommen durch und scheint komplett ausser Kontrolle zu sein.

Alles in allem ist der Film gelungen, nur wird man hier nicht auf eine Seite gezogen, was allerdings in meinen Augen schon was Neues ist.

Doc Savage hat gesagt…

Die Sympathien für Butler waren schon größer, was aber wie gesagt mehr Foxx' Leistungen lag.

Ich hätte mir nur mehr Konsequenz gewünscht, denn das Ende kam einfach zu lasch daher, wo der vorangegangene Rest doch wirklich echt gut war.

PS: Immer schön, neue Kommentatoren hier zu lesen ;)

tumulder hat gesagt…

Ich glaube den hebe ich mir für einen DVD Abend auf. OT: Wo bleibt mein Gewinn.^^

Doc Savage hat gesagt…

Dein Gewinn kommt, keine Sorge... aber wie gesagt... meine Motivation rennt im Moment nackig durch den Garten ^^°

GeneralUnsichtbar hat gesagt…

Der Film ist wirklich gut, sehr überraschend anspruchsvoll in Sachen Beklemmung und Mysteriösität, ausser die letzte Viertel-Stunde, die kann man in die Tonne werfen und mit "eigener Fantasie" besser machen als das was sich Kurt Wimmer da fürs Drehbuch ausgedacht hatte.