War City Platoon

(für mehr unsinnige Infos klicke aufs Cover)

Release: (irgendwann ende der 80iger)

"Justiz des Todes!"

Es ist mal wieder einer dieser Tage, an denen das Team der Trash-Academy auf der Couch sitz und sich fragt, welcher Film denn nun geguckt werden soll. Es ist einer dieser Tage, an denen Doc Savage sich erhebt und ungesehene Trashgranaten aufzählt: Die Rache des KungFu, KungFu Kannibalen, Todeswaffe Ninja werden schnell verneint und Doc ist wie immer traurig. :-( Dann trifft er aber den wunden Punkt des Teams: Einen IFD Films & Arts Kracher unter der Regie von Philipp Ko, produziert von Joseph Lai und unter der Aufsicht von Godfrey Ho! Das Trio des Grauens! Die Geiseln der Filmlandschaft! Götter aller Trashfreunde, empor gestiegen aus den dunklen Tiefen der 80iger Jahre, als HongKong neben Billigspielzeug die ganze Welt zusätzlich mit noch billiger produzierten Filmen überschwemmte.
Treu nach dem Prinzip Aus-Zwei-mach-Eins, welches Godfrey Ho unter diversen Pseudonymen in gefühlten 200 Filmen perfektionierte, schwatze man ein paar Amateurfilmern Ihr gedrehtes Material ab, drehte mit einem amerikanischen Schauspieler (meistens direkt aus der Gosse mit einer Flasche Schnaps rekrutiert) ein paar zusätzliche Szenen, schnitt das Ganze zusammen und fertig war ein neuer Film, der mit neuer Synchronisation für irgendjemanden auf der Welt vielleicht einen Sinn ergeben würde. Um die beiden Filme irgendwie zu verbinden, wurden solche wunderbaren Szenen eingeführt, wie ein Telefonat von Hauptdarsteller Nr.1 mit Hauptdarsteller Nr. 2 oder ein Treffen der Gangster, wobei beide nie zusammen in einem Bild sind und meistern nicht mal die Hintergründe stimmen.

Um es gleich vorweg zu sagen: Wir haben noch nicht viele Filme dieser Art gesehen… „American Eagle“ war ziemlich langweilig, „Robo Vampire“ war der auf DVD gepresste Hirntot und „War City Platoon“ ist so ein Zwischending geworden. Halbwegs verständliche Story trifft völlig debile Leistungen in allen anderen Belangen. Und darum geht’s:
Story Nummer 1:
Murdock ist Gangsterboss, der einen Prostitutionsring betreibt, nach außen hin aber ein ganz normaler Geschäftsmann ist. Jake Kelly ist Cop, der vorzugsweise einen babyblauen Mantel mit Blumenmuster-Innenfutter trägt, und Murdoch das Handwerk legen will. Wie er am liebsten guckt, seht ihr auf dem Bild… ein Traumtyp also! Ihm zur Seite steht eine als Reporterin getarnte Polizistin. Murdock versucht zwar die ganze Zeit, seinen Widersacher los zu werden, was aber nicht gelingt, da dieser meistens verwirrt irgendwo in der Gegend umher irrt.
Story Nummer 2:
Murdock hat gleichzeitig mit einem Reporter zu kämpfen, der über seine finsteren Machenschaften bescheid weiß. Er lässt ihn durch Bruno, seine rechte Hand, umbringen. Bei der Vertuschung wird Murdock unterstützt durch Kelvin, der wohl auch so was wie ein Gangsterboss darstellen soll, sich aber leider nur einen, schon für damalige Verhältnisse ziemlich klapperigen, Ford leisten kann. Gleichzeitig ist Collega Erik nach HongKong unterwegs. Erik hat einen permanent verschlafenen Streberblick, ist ausgestattet mit Übergroßer Brille, Überbiss und Überlippen-Rotzfänger, will aber die Mörder seines Reporterkumpels finden. Dabei trifft er allerlei Typen und Weiber, die man alle irgendwann nicht mehr auseinander halten kann, weil es einfach zu viele sind und alle gleich aussehen. Meistens rennt er weg oder hampelt rum, in der Hoffnung, dass es nach irgendeiner Kampfsportart ausschaut. Am Ende tritt er stilecht im gelben Bruce-Lee-Kampfanzug gegen Kelvin an, welcher eine Klippe mit einer Straße verwechselt. Murdock wird Jake überlassen und ziemlich unspektakulär erschossen. Bruno, der rechten Hand, werden hingegen ordentlich die Kronjuwelen zermatscht. Da fragt man sich, wer von allen Bösewichtern wohl am besten weggekommen ist.
Story Nummer 2 macht insgesamt den größten Teils des Films aus, spielt überwiegend in ein und derselben Wohnung, die uns mit Hilfe verschiedener Perspektiven als zwei unterschiedliche Niederlassungen verkauft werden soll. Erik (ich hab keine Ahnung, wie der Darsteller heißt… will es aber auch gar nicht wissen!) ist derart fehlbesetzt… das ist echt nicht mehr feierlich… unpassender geht es nicht. Vor allem, weil wohl ursprünglich so was wie eine Agentenstory erzählt werden sollte. Wenigstens reiht er sich mit seiner Talentfreiheit perfekt in die restliche Riege von Volldeppen ein.
Und das meine ich Storyübergreifend, denn in Story Nummer 1 sieht es nicht viel besser aus. Jake hat allerdings eine vorzügliche Gesichtskirmes auf Lager und Murdock, der Oberboss… also ich kann das nicht mehr in Worte ist fassen. Lest einfach mal folgenden Dialog und beguckt das Bildchen darunter.

Cobra: "Boss!"
Murdock: "Alles erledigt?"

Cobra: "Nein Sir, er konnte fliehen..."

Murdock: "Ich dachte du wärst ein Profi?"

Cobra: "Das bin ich auch!"

Bruno: "Vielleicht solltest du dein Messer zu Hause lassen und ein Gewehr benutzen!"

Cobra: "Hast du ein Problem, Bruno?"

Bruno: "Bist du mit deinem Messer genau so lahm wie mit deinem Maul?"


Purer Wahnsinn, denkt ihr?! Ihr liegt vollkommen richtig. Trotzdem vergingen die knappen 80 Minuten recht schnell, da es immer was Verrücktes zu bestaunen gab. Seien es Murdock und seine Recken, gleiche Synchronsprecher die für verschiedene Charaktere einfach nur die Stimmen verstellen, Dialoge wie Schläge auf die Nase oder schlichtweg die Handlungsorte. Dazu eine Erzählung, der man nur mit Mühe und Not folgen kann (zum Glück existiert ja eine Rahmenhandlung) und immer wieder Möchtegern-Kungfu-Gehaue und Messergewerfe und Pistolengeschiesse…

Fazit:
Ein Film, der sich schon auf Grund seiner Produktionsgeschichte (aus zwei mach eins) jenseits von Gut und Böse bewegt und eigentlich ein Verbrechen – ja geradezu eine Vergewaltigung des Mediums Film – darstellt. Und trotzdem dürfen solche Machwerke in unserer heutigen Filmlandschaft nicht fehlen, denn als mahnende Denkmäler einer vergangenen Epoche erinnern sie uns stets an die Grausamkeiten, zu denen der Menschliche Verstand (unter welchen Einflüssen auch immer) fähig ist.
Wenn ihr also auch mal wieder erinnert werden wollt, oder ganz einfach eure körperliche Resistenz, eure geistige Widerstandfähigkeit und eure Willenstärke testen wollt, dann zieht euch „War City Platoon“ rein. Für Opfer übernimmt die Trash-Academy wie immer keine Verantwortung und vergibt stattdessen 4 Köppe. Keine Sorge, es geht noch viel Krasser!


1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Der Film ist unterhaltsam.
Ich habe den mit nem kumpel geguckt wir mussten uns kaputt lachen.